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Brandenburg Ist das Berlins teuerste Mietwohnung?
Brandenburg Ist das Berlins teuerste Mietwohnung?
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17:20 07.12.2018
Wohnungsanzeige aus Berlin-Friedrichshain. Quelle: Immobilienscout24
Berlin

Die angespannte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt treibt immer absurdere Blüten. Jüngstes Resultat ist eine Anzeige auf dem Portal Immobilienscout24, die gerade zum Viralhit wird: 1400 Euro Kaltmiete soll eine dort angebotene Wohnung in Friedrichshain kosten.

Sie hat allerdings nur ein Zimmer und ist gerade mal 34 Quadratmeter groß. Zuzüglich Neben- und Heizkosten muss der künftige Mieter, sofern sich denn jemand finden sollte, stolze 1650 Euro berappen - das sind umgerechnet unfassbare 48,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Adresse befindet sich in der Nähe des beliebten Volksparkes. Quelle: Google Maps

Zwar befindet sich das angebotene Objekt in der Barnimstraße am Volkspark Friedrichshain, in unmittelbarer Nähe des begehrten und für seine hohen Preise bekannten Bötzow-Viertels. Bei dem Haus handelt es sich allerdings, das zeigt ein schneller Blick über Google Street View, um einen tristen, unattraktiven Plattenbau mit zehn Stockwerken. Nicht mal Balkone gibt es hier.

Bei dem Haus handelt es sich einen zehnstöckigen Neubau. Quelle: Barnimstraße

„Toilette mit Dusche steht zur Verfügung“

Der Trick, mit dem so ein Mietwucher überhaupt möglich wird, nennt sich „Wohnen auf Zeit“. So steht es auch in der Anzeige, bei deren Text sich der Anbieter noch nicht einmal große Mühe gegeben hat: „Neubau Wohnung, 34 m2, komplett möbliert. Teller, Besteck, Bett und Bettwäsche, Toilette mit der Dusche steht zur Verfügung. Die Wohnung wird erst auf 3 Monate vermietet, danach kann der Mietvertrag verlängert werden.“

Zwar gilt die Mietpreisbremse auch für möblierte Wohnungen, allerdings nicht, wenn diese nur befristet vermietet werden. Auch Modernisierungs-Maßnahmen machen es möglich, die Mietpreisbremse auszuhebeln. „Das ist eine komplett neu sanierte Wohnung mit neuem Möbel“, heißt es in der Anzeige. Und „für die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung ist die Bremse außer Kraft gesetzt“, heißt es in einer Mitteilung des Berliner Mietervereins.

Immer mehr möblierte Angebote

Das Forschungsinstitut „empirica“ stellte 2016 fest, dass in Berlin 35 Prozent aller zur Vermietung inserierten Wohnungen möbliert waren: Auf 10.000 unmöblierte Wohnungen kamen 5400 möblierte. Bei einer empirica-Untersuchung im Jahr 2012 lag der Anteil noch bei 17 Prozent. Auch die Mieten für möblierte Wohnungen gingen in dieser Zeit steil nach oben: Zwischen 2012 und 2016 stieg in Berlin die durchschnittliche Mietforderung von 13,83 Euro pro Quadratmeter auf 17,01 Euro, also um 23 Prozent.

Bereits 2016 hatte eine Anzeige für Aufsehen gesorgt , in der eine möblierte, nur 9,7 Quadratmeter kleine Wohnung in Kreuzberg für sage und schreibe 749 Euro warm angeboten wurde – 77 Euro pro Quadratmeter. Den exorbitanten Preis begründete der Vermieter gegenüber der Berliner Zeitung damals damit, dass dies eine „Luxuswohnung, sozusagen der Porsche unter den Wohnungen“ sei.

Ein bei Immobilienscout inseriertes Einraum-Apartment in der Friedrichshainer Barnimstraße soll 1650 Euro warm kosten. Die 34 Quadratmeter werden möbliert vermietet – und so sind sie eingerichtet.

Von Maike Schultz

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