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Seit 65 Jahren ein Herz und eine Seele

Eiserne Hochzeit in Potsdam-West Seit 65 Jahren ein Herz und eine Seele

Sie haben sich immer gut verstanden, sagen Christa und Wilfried Henker. Sicher, dann und wann haben die heute 84-Jährigen auch mal gestritten. Aber: Das hält die Liebe frisch, meinen beide. Jetzt haben sie eiserne Hochzeit gefeiert – 65 Ehejahre. Was ihr Geheimnis ist? Liebe und Vertrauen. Dann lasse sich alles klären.

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Christa und Wilfried Henker sind seit 65 Jahren verheiratet.

Quelle: Stähle

Potsdam-West. Ein schwarzes Kleid! Wenn das mal nicht schief geht! Wenn das bloß kein Pech bringt! Als der Bräutigam nicht auftaucht, da beginnt die Verwandtschaft schon, sie aufzuziehen. Aber von wegen sitzen gelassen! Auf den letzten Drücker hat es Wilfried Henker damals vor 65 Jahren doch noch geschafft: „Ich war bei der Armee – da wusste man ja nie, ob’s mit den freien Tagen überhaupt klappt.“ Es hat geklappt. Und so konnte Wilfried Henker seiner Christa am 23. Dezember 1950 auf dem Standesamt in Görlitz das Ja-Wort geben. Er hat es bis heute gehalten. „Und ich werde es halten, so lange ich kriechen kann“, sagt der 84-Jährige. „Es hat nie einen Zweifel daran gegeben, dass wir beide zusammengehören, nicht Mäusel?“

Wilfried und Christa Henker sind beide in Görlitz geboren und aufgewachsen. Sie sind gerade mal 15, 16, als sie sich kennenlernen. Wilfried Henker ist in einem kleinen Betrieb Elektriker-Lehrling und Christa mit einem Kollegen verbandelt, da läuft man sich öfter über den Weg. Eines schönen Abends funkt es beim Tanz. Fortan sind sie unzertrennlich.

1954 wird Wilfried Henker nach Potsdam versetzt. Die Eheleute beziehen Quartier in einem Block in Potsdam-West – bis heute leben sie im selben Haus. Über viele Jahre ist ihre Nachbarschaft russisch dominiert: Die Nachbarn sind Offiziere der Sowjetarmee und ihre Familien. Oft wird gefeiert. Man geht aus, tanzt und auch der Wodka darf nicht fehlen. „Das war ein herzliches Zusammenleben“, sagt Wilfried Henker. Die Armee-Laufbahn führte hoch hinauf. Zuletzt war er Kommandeur des Nachrichtenbataillons in Eiche. Einige Jahre vor der Wende wechselt er in die Leitung des Baukombinats Ost und nach dem Umbruch in ein Wachschutzunternehmen. Auch Christa Henker arbeitet in Potsdam zunächst bei der NVA, später als Chefsekretärin bei der SED-Bezirksleitung auf dem Brauhausberg. 1988 wird sie aus gesundheitlichen Problemen berentet.

Mit dem Wohlbefinden hat sie es seither immer wieder schwer gehabt. Ihr Temperament aber hat sie behalten. Und ihre – das darf man hier ruhig sagen – Schönheit. Zum Eisernen-Hochzeitstag trägt sie wieder ein kleines Schwarzes. Die silbergrauen Locken sind elegant frisiert. Ein Lächeln umspielt ihre Mundwinkel, wenn der Gatte mit großer Verve aus dem gemeinsamen Leben erzählt. Es war ein erfülltes mit vielen Freunden an der Seite, vielen Reisen. „Bis an die bulgarische Schwarzmeerküste – im Trabi!“, sagt Wilfried Henker.

Der größte Traum indes wurde nicht wahr: die Ehe blieb kinderlos. „Wir sind beide Einzelkinder“, sagt Wilfried Henker. „Und wir sind auch jetzt ganz allein auf der Welt. Da muss man sich gut verstehen. Noch besser vielleicht, als wenn die Familie einen zusammenhält.“ Sicher, es gab auch mal Meinungsverschiedenheiten. „Aber wir haben uns immer zusammengerauft. Die Liebe – klar. Ohne Liebe geht’s nicht. Das Wichtigste aber: Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen – absolutes Vertrauen. Dann lässt sich alles klären.“

Von Nadine Fabian

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