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Eisiger Frost hält den ADAC auf Trab

Wintereinbruch in Brandenburg Eisiger Frost hält den ADAC auf Trab

Bei minus 13 Grad im Landkreis Märkisch-Oderland macht manche Autobatterie schlapp und mancher Dieselfilter versagt. Doch auch S-Bahn-Fahrer hatten zeitweilig unter der Kälte zu leiden. Schon am Sonntag hatte eine Ente in Golßen wegen der Kälte ein Rendezvous mit der Feuerwehr. Der starke Frost hält laut Wetterdienst noch bis Donnerstag an.

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Nicht zuletzt durch den massiven Einsatz von Streusalz – hier in der Straßenmeisterei Michendorf – blieben die Straßen selbst frei.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. Brandenburg bibbert unter dem ersten großen Frost des Winters. Das bleibt nicht ohne Folgen für das öffentliche Leben. Der ADAC Berlin-Brandenburg läuft wegen der Eiseskälte im Osten Deutschlands seit Sonntag auf Hochtouren. „Wir hatten schon bis 13 Uhr rund 800 Einsätze allein in Brandenburg“, teilte der Regionalleiter Pannenhilfe Ost, Christoph Beck, am Montag auf MAZ-Anfrage mit. „Bis zum Ende des Tages werden wir sicher auf bis zu 2000 Pannenhilfen kommen“, so Beck. Das seien mehr als dreimal so viele Einsätze wie an normalen Tagen. „Wir haben die volle Mannschaft mobilisiert“, so Beck. Neben den 84 ADAC-eigenen „gelben Engeln“ seien auch rund 160 Fahrzeuge von Partnerunternehmen in Raum-Berlin und Brandenburg unterwegs. Beck schätzt, dass sich erst gegen Ende der Woche die Lage entspannt.

Bei bis zu 13 Grad Minus Umgebungstemperatur, wie sie zum Beispiel von Sonntag auf Montag in Heckelberg-Brunow (Märkisch-Oderland) gemessen wurde, versagen viele Autobatterien. Der ADAC springt hier mit Starthilfe ein. „Einen ganz großen Anteil machen auch ausgeflockte Dieselfilter aus“, sagt Beck. Paraffine im Kraftstoff werden im Dieselfilter durch die Kälte ausgeflockt mit der Folge, dass der Wagen entweder gar nicht anspringt oder nach wenigen Metern wieder ausgehen. Das ist für Autofahrer besonders ärgerlich, denn in solchen Fällen müssen die Dieselfilter ausgetauscht werden, was einen größeren Reparaturaufwand verursacht.

Ärger hatten in den frühen Morgenstunden auch S-Bahn-Fahrer, die von Potsdam nach Berlin wollten. Zwei Weichenstörungen legten unter anderem auch die Linie 7 für zwei Stunden lahm. Auch der Berliner Polizei machte die klirrende Winterkälte zu schaffen. 85 Streifenwagen und damit fast ein Viertel aller Streifenwagen konnten am Montag nicht losfahren oder hatten Startschwierigkeiten. Überwiegend waren Fahrzeuge des Typs Opel Zafira betroffen. Die Polizei Brandenburg hatte keine Probleme, will aber laut Sprecher Rudi Sonntag nicht zuletzt wegen dieser Vorgänge ihre neu gelieferten und noch nicht im Einsatz stehenden Opel Zafira extra durchchecken.

Einen winterlichen Großeinsatz hatte die Feuerwehr in Golßen (Dahme-Spreewald) bereits am Sonntag. Zwei Feuerwehrautos brachen auf zu einem Teich. Grund: eine festgefrorene Ente. Der Vogel konnte befreit werden.

Auf den Straßen blieben die Verhältnisse dagegen relativ entspannt. Die Autobahnmeisterei Rangsdorf (Teltow-Fläming) hatte am Montagmittag „definitiv nichts Besonderes“ zu vermelden. „Der Verkehr läuft gut“, sagt der dortige Leiter Klaus Marohn. Die Autobahnmeisterei hat aber entsprechend vorgesorgt. Sonntagnacht schickte sie insgesamt fünf Streuwagen auf den Berliner Ring und die A 13. Da der Kälteeinbruch nicht plötzlich kam und auch nicht von Schnee begleitet war, sind die Meistereien bisher gut mit ihm fertig geworden.

Auch innerstädtisch gibt es zum Beispiel in der Landeshauptstadt bislang keine größeren Probleme. „Lediglich ein paar kleinere Anlaufschwierigkeiten gab es am Montagfrüh bei der Fähre der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH zwischen Hermannswerder und Kiewitt“, teilt Stadtwerkesprecher Stefan Klotz mit. Diese konnten schnell behoben werden. Potsdamer Busse und Straßenbahnen fuhren planmäßig. Selbst einen größeren Streueinsatz der Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) hatte es am Montag nicht gegeben, da die Witterung ziemlich trocken war. „Gestreut wurde vorsorglich auf den Brücken, die immer zu den ersten Stellen im Stadtgebiet gehören, wo Glätte auftritt, sowie auf einigen Gehwegen“, sagt Klotz.

Das Wetter in Deutschland ist zur Zeit zweigeteilt. Der Osten, darunter auch Brandenburg selbst, steht unter dem Einfluss kalter Festlandluft aus Polen, der Südwesten hat mit feuchteren, milderen Luftströmungen vom Mittelmeer her zu tun. Laut Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Potsdam wird das auch bis zum Ende der Woche so bleiben. Auch für die kommenden Nächte herrscht Frost bis zu minus zehn Grad. „Von der Nacht zum Freitag an dreht sich dann der Wind“, sagt ein DWD-Mitarbeiter. Aus Südwesten käme dann mildere Luft. „Das führt zu Plusgraden am Tage“, so ein DWD-Meteorologe. „Die Temperaturen gehen dann auch am Wochenende nicht zurück.“ Sie könnten sich dann tagsüber auf etwa fünf Grad Plus belaufen.

Zuvor könne es aber zumindest im Südwesten Brandenburgs noch ungemütlich werden. Schon am Dienstag werden sich die feuchtere Luftmassen weiter nach Brandenburg schieben, was im Südwesten Brandenburgs wohl zu leichterem Schneefall führen wird. Schlimmstenfalls gibt es dort auch gefrierende Nässe am Boden. Mit einem Schneechaos sei dagegen nicht zu rechnen.

 

Von Rüdiger Braun

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