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Brandenburg Eltern kritisieren „willkürliche“ Kita-Beiträge
Brandenburg Eltern kritisieren „willkürliche“ Kita-Beiträge
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19:13 21.02.2016
Mädchen und Jungen vom Kindergarten „Matroschka“ in Frankfurt (Oder) sitzen zum Mittag zusammen und essen Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Zucker. Quelle: dpa
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Potsdam

Eltern in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree), Löwenberger Land (Oberhavel) und Wustermark (Havelland) sind besonders arm dran: Nach einer landesweiten Erhebung der Bürgerinitiative für beitragsfreie Krippen- und Kitaplätze ist die Kinderbetreuung in diesen Kommunen am teuersten. Demnach bezahlt ein Elternpaar mit Durchschnittseinkommen für die tägliche neunstündige Betreuung von zwei Kitakindern inklusive sämtlicher Zusatzkosten wie Verpflegung in Eisenhüttenstadt 674 Euro, während etwa in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) für die gleiche Leistung lediglich 198,80 Euro anfallen.

Diese Beispielrechnungen zeigen, wie viel Eltern für die Kinderbetreuung in verschiedenen Kommunen bezahlen. Quelle: Bürgerinitiative für beitragsfreie Krippen- und Kitaplätze

Elterninitiative: Beitragsunterschiede sind nicht nachvollziehbar

„Die zum Teil beträchtlichen Unterschiede der Beiträge sind nicht nachvollziehbar und erscheinen willkürlich“, kritisiert der Vorsitzende der Elterninitiative, Danilo Fischbach. Die Kosten zur Betreuung eines Kindes in Krippe, Kita, Hort oder Kindertagespflege legen Kommunen per Satzung fest. Die Höhe unterscheidet sich je nach Betreuungsart, vertraglich vereinbarter Betreuungszeit und in der Regel auch nach dem Einkommen der Eltern.

Für den Beitragsvergleich geht die Initiative vom durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen in Deutschland aus, das 2015 bei 34.999 Euro pro Kopf lag. Mit diesem Einkommen bezahle man in einigen Kommunen schon den Höchstsatz, sagt Fischbach. Aus den Daten gehe auch hervor, dass Mehrkindfamilien übermäßig belastet sind. Langfristig dringt die Initiative darauf, die Beiträge nach dem Vorbild von Rheinland-Pfalz und Berlin gänzlich abzuschaffen.

Kommunen tragen finanzielle Hauptlast

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg verteidigt die Beitragsunterschiede. Die Kommunen müssten die Gebühren in Abhängigkeit der entstehenden Kosten kalkulieren, und zwar ohne Gewinnerzielungsabsicht, betont Geschäftsführer Karl-Ludwig Böttcher. Zudem zahlten Eltern in Brandenburg lediglich rund 16 Prozent der Kosten, weitere elf Prozent das Land. Den Rest haben die Kommunen zu stemmen. „Wir tragen die Hauptlast“, sagt Böttcher. Wer eine gute Leistung erwarte, müsse dafür einen angemessenen Beitrag leisten.

Land will sich nicht einmischen

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) erneuerte auf Anfrage seine Absage an die geforderte Beitragsfreiheit. Nach früheren Berechnungen würde das 165 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die je nach Ort unterschiedliche Beitragshöhe wolle das Land nicht beeinflussen, lässt Baaske erklären. Die Kommunen lehnten eine Einmischung in dieser Frage ab.

Von Bastian Pauly

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