Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Eltern sauer über unterschiedliche Kita-Beiträge
Brandenburg Eltern sauer über unterschiedliche Kita-Beiträge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:28 16.09.2016
Kitas in Brandenburg haben Zulauf, aber kaum einer versteht, wie die Elternbeiträge zustandekommen. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Wenn sich bei Sylvia Böhm neue Eltern vorstellen, dann sind oft ihre Erklärungskünste gefragt. Zum Beispiel soll sie erläutern, wie die Kita-Beiträge in Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) zustandekommen. „Meistens gelingt mir das auch“, sagt die Leiterin der Nuthetaler Anne-Frank-Kita. Aber die Fragen der Eltern kann die Erzieherin gut verstehen. „Sie haben einfach Probleme, den Dschungel an Beiträgen zu durchschauen.“

Mehrere Hundert Euro Unterschied bei gleicher Betreuungsleistung – die Kita-Beiträge in Brandenburg klaffen oft weit auseinander und lassen Eltern ratlos zurück. Wie die drastischen Unterschiede zustandekommen, konnte am Donnerstag auch eine Anhörung im Landtag nicht abschließend klären. Aber alle geladenen Experten und Interessenvertreter waren sich weitgehend einig, dass mehr Transparenz bei der Beitragsgestaltung wünschenswert wäre.

Welche Erfahrung haben Sie mit Kita-Beiträgen gemacht?

176 233 Kita-Plätze gab es in Brandenburg im März 2016. Damit ist die Kita-Landschaft in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen. Im März 2006 waren es noch 131 292 Plätze.

Die Kita-Beiträge in Brandenburg haben sich jedoch höchst unterschiedlich entwickelt. Laut Liga der Freien Wohlfahrtspflege können die Elternbeiträge bei vergleichbarer Leistung um bis zu 340 Euro im Monat divergieren.

Welche Erfahrung haben Sie mit Kita-Beiträgen gemacht? Verstehen Sie, wie die Beiträge berechnet werden? Legt man Ihnen auf Nachfrage die Betriebskosten vor? Teilen Sie bitte Ihre Erfahrungen mit uns!

Märkische Allgemeine, Leserpost, Postfach 60 11 53, 14411 Potsdam oder per E-Mail:leserbriefe@MAZ-online.de oder auf www.facebook.com/MAZonline

Eltern müssen klagen, wenn sie die Beiträge verstehen wollen

„Wir wollen unseren Beitrag zahlen, der den realen Kosten entspricht“, sagt Jens Schröder von der Elterninitiative Gerechte Abrechnung. „Die Krux ist: Wir können nicht feststellen, was in den Beiträgen auftaucht und was nicht.“ Der Prenzlauer, der gerade das wegweisende Urteil gegen überhöhte Essenbeiträge vor dem Oberverwaltungsgericht erstritten hat, ist mehrfach bei dem Versuch gescheitert, sich die Kita-Beiträge für seinen Sohn Elias aufschlüsseln zu lassen. „Man bekommt keine Zahlen“, erklärt er. „Es bleibt nur der Klageweg.“

Wildwuchs und kaum Kontrolle

Schröder moniert, dass die Berechnung der Beiträge keinerlei Kontrolle unterliegen und Wildwuchs herrsche. Das bestätigt indirekt auch Jutta Schlüter vom Landkreistag. Ob eine Gemeinde bei der Festsetzung der Elternbeiträge etwa das Kindergeld anrechne oder nicht – „der Landkreis muss das akzeptieren“, sagt sie. Auch die Träger scheint die Beitragsfestsetzung bisweilen zu überfordern. „Es fällt uns schwer, die Kosten für einen Platz überhaupt zu ermitteln“, gesteht Grit Meyer vom Paritätischen Landesverband. Das Kita-Gesetz sei dabei keine große Hilfe.

Das große Problem: Das Land kann den Kommunen nicht einfach vorschreiben, wie hoch die Beiträge sein müssen, das wäre ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung, wie der Gutachter Christoph Baum zu Bedenken gibt. Aber ein Anfang für eine bessere Vergleichbarkeit der Kita-Kosten wäre dadurch gemacht, wenn es eine verbindliche Regelung zum Essensgeld gäbe und eine Mindestvorgabe für Einkommensstufen, nach denen die Elternbeiträge gestaffelt werden.

„Da können wir im Dreieck springen“

Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, wies den Vorwurf der Intransparenz zurück. „Es gibt wesentliche Unterschiede bei den Bau- und Erhaltungskosten, je nach Qualifizierung, Altersstruktur, Betreuungsdauer“, erklärte er. Dies bedinge unterschiedliche Kita-Beiträge. Eine Vergleichbarkeit der Beiträge werde man nie erreichen. „Da können wir im Dreieck springen.“

Von Torsten Gellner

Brandenburg Medizinische Versorgung in Brandenburg - 30-Millionen-Finanzspritze für Krankenhäuser

Es reiche nicht mehr nur, Krankenhausstandorte zu erhalten, man müsse auch eine „gute Entwicklung sichern“. Deshalb gibt es für Brandenburgs Krankenhäuser nun eine Finanzspritze – teils aus den Haushaltsmitteln des Landes, teils aus dem Strukturfonds von Bund und Ländern.

15.09.2016

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wurden zwei 20-Jährige von acht bisher unbekannten Personen in einer S-Bahn attackiert. Als die Beiden sich wehrten, eskalierte die Situation. Die beiden jungen Männer retteten sich an der nächsten Haltestelle aus der Bahn, während die Täter unerkannt ihre Fahrt in Richtung Oranienburg fortsetzten.

15.09.2016

Brandenburger sind zwar keine Zahnarztmuffel, aber dennoch leiden sie oft unter Karies. Das ist das Ergebnis des Zahnreports 2016 der Krankenkasse Barmer GEK. Demnach gehen die Märker häufiger zum Zahnarzt und zu Früherkennungsuntersuchungen als der durchschnittliche Bundesbürger. Und oft muss der Arzt die Zange ansetzen.

15.09.2016
Anzeige