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Eltern sauer über unterschiedliche Kita-Beiträge

Mangelnde Transparenz Eltern sauer über unterschiedliche Kita-Beiträge

Die Elternbeiträge für Kitas unterscheiden sich in Brandenburg zum Teil drastisch. Wie die Kommunen kalkulieren, bleibt oftmals ein Geheimnis. Elternvertreter fordern endlich einheitliche Standards. Nun hat das Thema den Brandenburger Landtag erreicht. Allerdings herrschte auch dort große Ratlosigkeit.

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Kitas in Brandenburg haben Zulauf, aber kaum einer versteht, wie die Elternbeiträge zustandekommen.

Quelle: dpa

Potsdam. Wenn sich bei Sylvia Böhm neue Eltern vorstellen, dann sind oft ihre Erklärungskünste gefragt. Zum Beispiel soll sie erläutern, wie die Kita-Beiträge in Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) zustandekommen. „Meistens gelingt mir das auch“, sagt die Leiterin der Nuthetaler Anne-Frank-Kita. Aber die Fragen der Eltern kann die Erzieherin gut verstehen. „Sie haben einfach Probleme, den Dschungel an Beiträgen zu durchschauen.“

Mehrere Hundert Euro Unterschied bei gleicher Betreuungsleistung – die Kita-Beiträge in Brandenburg klaffen oft weit auseinander und lassen Eltern ratlos zurück. Wie die drastischen Unterschiede zustandekommen, konnte am Donnerstag auch eine Anhörung im Landtag nicht abschließend klären. Aber alle geladenen Experten und Interessenvertreter waren sich weitgehend einig, dass mehr Transparenz bei der Beitragsgestaltung wünschenswert wäre.

Welche Erfahrung haben Sie mit Kita-Beiträgen gemacht?

176 233 Kita-Plätze gab es in Brandenburg im März 2016. Damit ist die Kita-Landschaft in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen. Im März 2006 waren es noch 131 292 Plätze.

Die Kita-Beiträge in Brandenbur g haben sich jedoch höchst unterschiedlich entwickelt. Laut Liga der Freien Wohlfahrtspflege können die Elternbeiträge bei vergleichbarer Leistung um bis zu 340 Euro im Monat divergieren.

Welche Erfahrung haben Sie mit Kita-Beiträgen gemacht? Verstehen Sie, wie die Beiträge berechnet werden? Legt man Ihnen auf Nachfrage die Betriebskosten vor? Teilen Sie bitte Ihre Erfahrungen mit uns!

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Eltern müssen klagen, wenn sie die Beiträge verstehen wollen

„Wir wollen unseren Beitrag zahlen, der den realen Kosten entspricht“, sagt Jens Schröder von der Elterninitiative Gerechte Abrechnung. „Die Krux ist: Wir können nicht feststellen, was in den Beiträgen auftaucht und was nicht.“ Der Prenzlauer, der gerade das wegweisende Urteil gegen überhöhte Essenbeiträge vor dem Oberverwaltungsgericht erstritten hat, ist mehrfach bei dem Versuch gescheitert, sich die Kita-Beiträge für seinen Sohn Elias aufschlüsseln zu lassen. „Man bekommt keine Zahlen“, erklärt er. „Es bleibt nur der Klageweg.“

Wildwuchs und kaum Kontrolle

Schröder moniert, dass die Berechnung der Beiträge keinerlei Kontrolle unterliegen und Wildwuchs herrsche. Das bestätigt indirekt auch Jutta Schlüter vom Landkreistag. Ob eine Gemeinde bei der Festsetzung der Elternbeiträge etwa das Kindergeld anrechne oder nicht – „der Landkreis muss das akzeptieren“, sagt sie. Auch die Träger scheint die Beitragsfestsetzung bisweilen zu überfordern. „Es fällt uns schwer, die Kosten für einen Platz überhaupt zu ermitteln“, gesteht Grit Meyer vom Paritätischen Landesverband. Das Kita-Gesetz sei dabei keine große Hilfe.

Das große Problem: Das Land kann den Kommunen nicht einfach vorschreiben, wie hoch die Beiträge sein müssen, das wäre ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung, wie der Gutachter Christoph Baum zu Bedenken gibt. Aber ein Anfang für eine bessere Vergleichbarkeit der Kita-Kosten wäre dadurch gemacht, wenn es eine verbindliche Regelung zum Essensgeld gäbe und eine Mindestvorgabe für Einkommensstufen, nach denen die Elternbeiträge gestaffelt werden.

„Da können wir im Dreieck springen“

Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, wies den Vorwurf der Intransparenz zurück. „Es gibt wesentliche Unterschiede bei den Bau- und Erhaltungskosten, je nach Qualifizierung, Altersstruktur, Betreuungsdauer“, erklärte er. Dies bedinge unterschiedliche Kita-Beiträge. Eine Vergleichbarkeit der Beiträge werde man nie erreichen. „Da können wir im Dreieck springen.“

Von Torsten Gellner

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