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Brandenburg Emilys Mutter sagt im Giftmischerprozess aus
Brandenburg Emilys Mutter sagt im Giftmischerprozess aus
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18:39 19.05.2015
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Potsdam

 Im Prozess gegen Gerd S. (37) hat am Donnerstag die Mutter der kleinen Emily (1) ausgesagt. Gerd S. ist als Kindesvater vor dem Landgericht Potsdam angeklagt, weil er zwölfmal versucht haben soll, seine eigene Tochter mit einem Giftcocktail zu vergiften. Die Mutter Nadja G. (27) hat auch neun Monate später keine Erklärung für das Tatmotiv. Sie sagt: „Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass der eigene Vater so etwas tut.“

Emily ist wieder fit

Ursprünglich stand die Mutter selbst in Verdacht, inzwischen hat sie wieder das Sorgerecht für Emily und wird von einer Familienhelferin unterstützt. Dass ihr Partner das Kind über Monate so schwer misshandelt haben soll, dämmerte der Kindesmutter erst in ihrer Vernehmung bei der Polizei. Da erkannte sie, dass es Emily an Wochentagen immer besser ging und sie regelmäßig an Wochenenden schwere Rückschläge erlitt. Was war an Wochenenden anders? Nadja G. fiel es da wie Schuppen von den Augen. „An den Wochenenden war Papa da.“

Die einst todkranke, über Monate schrecklich leidende Emily lebt wieder bei ihrer Mutter, ist gesund, hat aber Angst vor weißen Arztkitteln. „Aber sonst ist sie eine fitte Maus“, sagt Mitarbeiterin des Jugendamtes im Gericht. Die Sozialpädagogin bestätigt ein inniges Verhältnis.

Mutter blieb wegen der Kinder

Die Beziehung von Emilys Eltern war vor den zwölf Vergiftungsversuchen zwischen März und Juni 2014 belastet. Nach der Schilderung der Kindesmutter jammerte er ständig, weil er ohne Arbeit und von den zwei Kindern genervt war. Nadja G. wollte sogar ausziehen, hatte schon Besichtigungstermine für eine eigene neue Wohnung. Doch dann sei sie wegen der Kinder bei ihrem Partner, dem Tierpfleger Gerd S., geblieben.

Nadja G. ist eine kleine Junge Frau, die vor Gericht deutlich und unaufgeregt spricht. Nur einmal bricht sie in ihrer mehrstündigen Zeugenvernehmung in Tränen aus. In dem Moment muss sie schildern, wie es war, als sie ihre kleine Tochter regungslos mit weit geöffneten Augen in ihrem Krankenbettchen liegen sah. Sterbenskrank.

Nadja G. blieb scheinbar unberührt von dem Leid der Tochter

Die Mutter wirkte in jenem Moment auf die Krankenschwestern emotionslos und distanziert. „Ich habe in dem Moment abgeschaltet, wollte das nicht an mich ranlassen“, sagt sie vor Gericht. Zu oft habe sie damals die ständigen Wiederholungen erlebt, dass es Emily mal besser und dann wieder ganz schlecht ging, ohne dass sie dafür auch nur die geringste Erklärung hatte. Sie habe ihre Tochter in dem Zustand zunächst nicht einmal anschauen und auch nicht anfassen können.

Während Ärzte und Schwestern sich besorgt um Emily kümmerten, blieb die sonst liebevolle Mutter in dieser Krisen-Situation scheinbar ungerührt. Sie versichert den Richtern, dass sie Emily gewollt habe und ihr kein Leid zugefügt habe.

Keine Zweifel an der Mordabsicht des Kindes

Nadja G. hält sich mit Anschuldigungen gegen ihren Angeklagten Ex-Partner zurück, redet ruhig und sachlich. Zweifel daran, dass er ihr gemeinsames Kind versucht hat umzubringen, hat sie allerdings nicht mehr, wie sie in ihren Zeugenaussagen deutlich macht.

Der Angeklagte Gerd S. verfolgt die Ausführungen seiner Ex-Partnerin überwiegend ruhig und beinahe ungerührt. Nur gelegentlich vergräbt er sein Gesicht in seinen Händen.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Tierpfleger von März bis Ende Juni 2014 dem damals acht Monate alten Kind mehrfach einen Cocktail aus Desinfektionsmitteln oder zitronensäurehaltigen Reinigungsmitteln verabreicht haben.

Die Anklage geht von zwölf Fällen aus. Nach Überzeugung der Ermittler wollte der Mann sein Kind töten, weil es ihm bei einer neuen Beziehung im Weg stand. Daher lautet die Anklage auf versuchten Mord. Seit Anfang August steht der Mann vor Gericht. Schwere Vorwürfe kamen bereits vom Klinikpersonal und sogar vom Chefarzt selbst.

Von MAZonline

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