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Brandenburg Entlassung wegen eines Brötchens: Das denken MAZ-Leser
Brandenburg Entlassung wegen eines Brötchens: Das denken MAZ-Leser
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14:27 03.11.2017
Stein des Anstoßes: ein Brötchen Quelle: MAZ
Brandenburg

„Ein Angestellter isst ein Brötchen - und wird entlassen. Wenn DAS Deutschland ist - traurig!“ Das ist nur eine Reaktion auf die Entlassung eines Pflegehelfers aus Brandenburg an der Havel. Der hatte seine fristlose Kündigung bekommen, weil er ein Brötchen seines Arbeitgebers gegessen hatte. Nun wird vor dem Arbeitsgericht über den Fall gestritten. Die MAZ hatte am Freitag über den Fall berichtet, den Artikel auf Facebook geteilt und so eine kontroverse Diskussion in Gang gebracht.

Der Artikel über den Rechtsstreit hat vor allem bei Facebook für viele Reaktionen gesorgt. Binnen weniger gingen die 50 Kommentare – stand Freitagmittag – zu dem Beitrag ein. Die meisten von ihnen äußern Unverständnis für die Entlassung des Krankenpflegers, der 15 Jahre bei seinem Arbeitgeber angestellt war.

So reagieren die MAZ-Leser auf den Brötchen-Fall

Christine Wells etwa schreibt: „Finde ich lächerlich wegen eines entwendeten Brötchens nach 15 Arbeitsjahren entlassen zu werden.“ Susanne Krause denkt ähnlich und schreibt: „Einfach nur armselig. Vom Arbeitgeber sowie auch von den Kollegen!!!!“ Auch Ramona Erdmann hat wenig Verständnis und kommentiert auf Facebook: „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man gehen.“ Und Steven Spielzwerg sieht es so: „Die einen greifen straffrei Millionen ab, die anderen Brötchen oder Pfandbons. So ist unsere tolle Gesellschaft!“ So ähnlich wie diese vier MAZ-Leser stehen viele weitere Leser zu dem Thema.

Eine große Gruppe vermutet hinter der Kündigung noch etwas anderes, wie zum Beispiel Jürgen Dittberner: „Wahrscheinlich ist der Lohn so niedrig, das Ihm gar nichts anderes übrig blieb.“ Ganz ähnlich argumentiert Steven Blohsei: „Der Grund ist nicht das Brötchen, sondern der alte Arbeitsvertrag.“ Viele Leser glauben, dass die Kündigung ein Vorwand war, um den gekündigten Mitarbeiter durch einen deutlich günstigeren ersetzen zu können.

Dem Pfleger Heiko B. schlug nach der Berichterstattung zwar viel Verständnis entgegen. Es gibt aber auch einige MAZ-Leser, die sein Verhalten kritisieren, Heike Kluth etwa: „Schön dumm! Hätte er es einfach gelassen.“ Sylvio Lasner pflichtet ihr bei: „Wir dürfen ja auch nicht ins Restaurant gehen, was Essen und nicht bezahlen.“

Andere Medien berichten über entlassenen Pfleger

Der Fall des entlassenen Pflegers hat kurz nach dem MAZ-Artikel bundesweite Aufmerksamkeit erfahren. Die Onlineportale der Madsack-Gruppe, zu der auch die MAZ gehört, berichteten über den Fall. Bei der Hannoverschen Allgemeinen gehörte der Text zu den meistgelesenen. Auch hier wurde der Beitrag auf Facebook geteilt und viel diskutiert.

Bei der Wolfsburger Allgemeinen sprach der Artikel ebenfalls viele Leser an. Vor allem auf deren Facebook-Seite entspann sich eine emotionale Diskussion. Die meisten Leser beziehen den Fall auch auf ihre eigene Firma. „Was ist bei uns verboten? Was wird womöglich noch alles verboten?“, waren zwei Fragen. Auch die BILD und die BZ haben am Freitag über den Fall berichtet.

Wie es nun mit Heiko B. weiter geht, wird sich im Januar zeigen. Dann wird der Prozess um die Entlassung weitergeführt. Der Termin könnte kurios werden. Dem Gericht sollen Muster der gestohlenen Brötchen vorgelegt werden.

Von MAZonline

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