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Brandenburg Erdbeermond fasziniert die Brandenburger
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19:00 21.06.2016
 Der Vollmond leuchtet rötlich am 20. Juni nahe Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree.   Quelle: dpa
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Potsdam, Heidelberg

 Der Himmel hat in vielen Regionen Deutschlands in der Nacht zum Dienstag ganz besonders beeindruckend ausgesehen: der Mond schimmerte rot, manchmal fast lila oder auch orange. Viele sprachen dabei von einem „Erdbeermond“ - das ist aber kein astronomischer Begriff. Und was genau den Mond so rot hat leuchten lassen, dazu gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze.

20. Juni Sommersonnenwende

Am Mittsommerfest in der Nacht zum 21. Juni wird die Sommersonnenwende gefeiert. Es ist meist der längste Tag des Jahres und der kalendarische Sommeranfang. Die Kirche übernahm nach der Christianisierung Mittel- und Nordeuropas seit dem 6. Jahrhundert bekannte Fruchtbarkeits-Bräuche der heidnischen Sonnenwendfeier für den Gedenktag Johannes des Täufers am 24. Juni. Brauchtum zur Mittsommernacht ist heute besonders in Skandinavien und im Baltikum lebendig. In Schweden ist «Midsommar» an dem Wochenende, das dem längsten Tag am nächsten ist. In anderen Ländern hat sich der 24. Juni als Johannes-Festtag als Termin durchgesetzt.

Erdbeermond eine Erfindung der Neuzeit

„Den Erdbeermond gibt es eigentlich nicht als Begriff oder Naturereignis“, sagte Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. „Das ist eine Erfindung der Neuzeit.“ Die Formulierung komme wohl aus dem angelsächsischen Sprachraum. Dort sei der „strawberry moon“ ein Vollmond während der typischen Erntezeit von Erdbeeren. Mit der Farbe hat das aber erstmal nichts zu tun.

Warum leuchtet der Mond rot?

Aber warum leuchtete der Mond dann so rot? „Im Sommer hat der Mond eine viel flachere Bahn“, sagt Stephan Fichtner vom Planetarium Hamburg. „Steht der Mond tief, muss sein Licht einen weiteren Weg durch unsere Luftschichten zurücklegen, als stünde er direkt über uns.“ Dabei würden die blauen Anteile seines Lichts herausgefiltert - der Mond schimmert rot - und je länger er am Horizont steht, desto auffälliger ist das für den Beobachter. Im Sommer - vor allem sehr nah an der Sommersonnenwende - dauert es also länger, bis er aus diesen Dunstschichten heraus steigt.

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Wild nach dem Erdbeermond: Der Himmel hat in vielen Regionen Brandenburgs und in Berlin in der Nacht zu Dienstag ganz besonders beeindruckend ausgesehen: Der Mond schimmerte rot, manchmal fast lila oder auch orange. MAZ-Leser haben den Mond im Bild festgehalten.

Für Astronomen kein großes Ereignis

So funktioniert es übrigens auch bei einem Sonnenuntergang im Winter: Befindet sich die Sonne im Winterhalbjahr auf einer flacheren Bahn länger in diesen Luftschichten, dann enden die Sonnenuntergänge besonders häufig mit einem Abendrot. Das Besondere sei also, das ausgerechnet in der Nacht zur Sommersonnenwende auch Vollmond war. Aber: „Jedes Jahr im Juni gibt es einen Vollmond.“ Auch dann sehe er länger rot aus - für die Astronomen ist das also kein allzu besonderes Ereignis.

Staub in der Atmosphäre

Andreas Quirrenbach, Professor am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg, hat noch eine andere mögliche Erklärung: „Das liegt an Staub in der Atmosphäre“, sagte er. Partikel wie Sahara-Staub könnten das Licht des Mondes bei bestimmten Einfallswinkeln brechen und so die Farbe verändern. Im Sommer kann das Phänomen dem Wissenschaftler zufolge häufiger auftreten, weil dann die Atmosphäre trockener ist.

Von dpa

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