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Erfolgsprämie für Ex-BER-Chef Mehdorn

Flughafen Berlin Brandenburg Erfolgsprämie für Ex-BER-Chef Mehdorn

Der Umsatz ist zwar gestiegen, doch die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg bleibt wegen der Probleme am BER weiter in den roten Zahlen. Zudem droht eine neuerliche Verzögerung, weil nicht nur die Rauchanlage, sondern auch der Regierungsterminal Probleme bereitet. Ex-BER-Chef Hartmut Mehdorn hat dennoch eine saftige „Erfolgsprämie“ erhalten.

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Hartmut Mehdorn.

Quelle: dpa

Berlin, Schönefeld. Der ehemalige Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn kassierte nach zehn Wochen Arbeit 2015 noch einmal kräftig ab. Er erhielt eine Erfolgsprämie für das Vorjahr in Höhe von 135 000 Euro, dazu ein Grundgehalt von 150 000 Euro, wie jetzt aus dem Geschäftsbericht der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, die den BER baut, hervorgeht. Sein Nachfolger, Karsten Mühlenfeld, der die Geschäfte am 16. März übernahm, erhielt keinen Erfolgsbonus. Sein Grundgehalt betrug für ein dreiviertel Jahr Arbeit 317 000 Euro.

Neue Verzögerungen am BER

Wie weiter aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, drohen am BER weitere Verzögerungen beim Teil-Projekt Regierungsflughafen. Für den Bau eines provisorischen Terminals für Staatsgäste hat sich auf Anhieb kein Unternehmen gefunden. „Es gab ursprünglich drei Interessenten, die am Ende kein Angebot abgegeben haben“, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld dem „Handelsblatt“. „Wir versuchen jetzt, mit den Firmen herauszufinden, woran das gelegen hat.“ Das werde die Flughafengesellschaft den Sommer über beschäftigen.

Übergangslösung für Regierungsterminal

Nach der für 2017 geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens sollen in dem provisorischen Terminal etwa fünf Jahre lang Staatsgäste einchecken. Dann soll der tatsächliche Regierungsflughafen in Betrieb gehen, dessen Baufeld jetzt noch belegt ist. Wie lange genau die Interimslösung benötigt wird, ist nach Mühlenfelds Worten noch unklar. „Wir tun unser Bestes, aber ich kann noch nicht garantieren, dass wir es exakt in den gewünschten fünf Jahren schaffen.“

Über das Projekt hatten sich der Bund als Flughafen-Miteigentümer und die Geschäftsführung zerstritten, bei der letzten Aufsichtsratssitzung gelang ein Kompromiss mit der Fünf-Jahres-Frist. „Auch in Baufirmen liest man Zeitung, und die Querelen zwischen Bund und Flughafen sind dort nicht im Verborgenen geblieben», sagte der Verkehrspolitiker der Linken im Bundestag, Herbert Behrens. «Niemand nimmt einen Auftrag an, von dem man nicht weiß, wie er am Ende aussieht.“

Flughafengesellschaft weiter in den roten Zahlen

Der problembehaftete Bau des Airports hält die Flughafengesellschaft weiter in den roten Zahlen. Trotz Rekord-Passagierzahlen an den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld machte das staatliche Unternehmen im vergangenen Jahr 137,7 Millionen Euro Verlust, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Im Vorjahr hatte das Minus bei 171,3 Millionen Euro gelegen. Wie 2014 trugen Ausgaben für den Bau und Kreditkosten des neuen Flughafens sowie höhere Rücklagen zu dem Verlust bei.

Der Umsatz stieg unterdessen von knapp 289 Millionen Euro auf gut 326 Millionen Euro. „In unserem Kerngeschäft sind wir deutlich gewachsen“, bemerkte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Das operative Ergebnis (Ebitda) habe sich um 52 Prozent auf 85,2 Millionen Euro verbessert. Mühlenfeld erwartet, dass sich das Passagierwachstum beschleunigt. Nach einem Plus von 5,5 Prozent auf 29,5 Millionen im Vorjahr werde die Zahl in diesem Jahr um 7 Prozent auf 31,8 Millionen zulegen.

Von dpa

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