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Brandenburg Erneut Anschlag auf KZ-Gedenkstätte Jamlitz
Brandenburg Erneut Anschlag auf KZ-Gedenkstätte Jamlitz
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11:49 19.02.2018
Quelle: dpa
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Potsdam

Explosion am helllichten Tag: Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist auf den Standort des ehemaligen KZ-Außenlagers Jamlitz-Lieberose (Dahme-Spreewald) ein Anschlag verübt worden. Dabei wurde die Eingangstafel der Freiluftausstellung völlig zerstört, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Mittwoch mit, die Trägerin der Dokumentationsstätte ist.

Gegen 13.10 Uhr hatten Anwohner eine Explosion gehört und umgehend die Kirche verständigt. Der Historiker Andreas Weigelt, der die Ausstellung wissenschaftlich betreut und Mitglied des Gemeindekirchenrates ist, alarmierte daraufhin die Polizei.

Die Behörde bestätigte den Vorfall. Demnach sei die zwei Meter hohe Schautafel am Eingang vermutlich durch Pyrotechnik zerstört worden, sagte der Cottbuser Polizeisprecher Torsten Wendt. „Kriminaltechniker sind vor Ort und haben die Ermittlungen im Umfeld aufgenommen“, erklärte er.

Erst am Dienstag vor einer Woche hatten unbekannte Täter zwei Informationstafeln der gläsernen Gedenkstätte mutwillig zerstört. Der geschätzte Schaden liegt bei mehr als 10 000 Euro. Laut Polizei sind die Täter noch nicht gefasst, die Ermittlungen laufen. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, sei noch unklar.

„Ich verurteile die abscheulichen Anschläge auf das Schärfste“, sagte der Berlin-Brandenburger Bischof Markus Dröge. Die für die Erinnerungskultur zuständige Pfarrerin, Marion Gardei, ergänzte: „Die Tat zeigt eine neue Stufe des Hasses und der Gewalt. Wir lassen uns aber davon in unserer kirchlichen Erinnerungsarbeit nicht beirren oder einschüchtern.“

In dem Außenlager wurden von 1944 bis 1945 Tausende jüdische Häftlinge durch Zwangsarbeit oder Erschießung ermordet. Die Waffen-SS hatte das Lager Ende 1943 als Nebenlager des KZ Sachsenhausen (Oberhavel) errichtet. Viele Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurden zur Arbeit nach Jamlitz gebracht, Arbeitsunfähige wiederum nach Auschwitz deportiert. Nach dem Krieg wurde das Lager von den Sowjets genutzt. Nach Kirchenangaben durchliefen etwa 10 200 Gefangene das „Speziallager Nr 6“, beinahe jeder Dritte fand dort den Tod.

Auch der benachbarte jüdische Friedhof wurde in den beiden vergangenen Jahren von mutmaßlich rechten Tätern geschändet. In dem KZ-Außenlager waren von 1944 an Tausende jüdische Häftlinge von den Nationalsozialisten durch Zwangsarbeit und Massenerschießungen ermordet worden.

Von Torsten Gellner

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