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Brandenburg Erste Kitas nehmen keine Kinder mehr an
Brandenburg Erste Kitas nehmen keine Kinder mehr an
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10:09 20.02.2017
Der Betreuungsschlüssel in Brandenburg steigt, doch es gibt nicht genügend Erzieher. Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburgs Kindertagesstätten spitzt sich die Personalsituation zu. Der Landesportbund Brandenburg (LSB) etwa sucht dringend nach neuem Kita-Personal in seinen neun Einrichtungen. „Wir nehmen keine weiteren Kinder mehr auf, obwohl wir könnten“, sagt LSB-Geschäftsführer Robert Busch. Weil sieben Erzieherinnen in der Falkenseer Kita „Nesthüpfer“ mit 180 Kindern fehlen, müssen Erzieherinnen aus anderen Einrichtungen abgezogen werden, wo sie ebenfalls gebraucht werden. „Es darf keine Dauersituation sein, dass eine Erzieherin 15 Kinder betreut“, kritisiert Busch, der nach eigenen Angaben schon mehrere tausend Euro in die Anwerbung von Erziehern investiert hat. „Es sind jahrelang zu wenig Erzieher in Brandenburg ausgebildet worden, um den Bedarf abdecken zu können.“

In der Mark kümmert sich durchschnittlich eine Erzieherin um fünf Kleinkinder unter drei Jahren. Bis 2018 soll es, wie die rot-rote Landesregierung vereinbart hat, auch für die Drei- bis Sechsjährigen mehr Personal geben und der Schlüssel dann dort bei 1 zu 11 liegen. Der Betreuungsschlüssel hätte sich damit in beiden Gruppen um eine Stelle verbessert – jedoch nur in der Theorie, wie märkische Wohlfahrtsverbände kritisieren.

Besserer Schlüssel: Nur „Tropfen auf den heißen Stein“?

„Für die Erzieher ist das ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Anne Böttcher, Landesgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die im Land 120 Kitas mit 10 000 Kindern führt. Bedingt durch Urlaub, Krankheit und andere Ausfälle müsse sich ein Betreuer im Kleinkindbereich oft um mindestens neun Kinder kümmern. Vor allem in starken Zuzugsgebieten, aber auch auf dem Land fehlen Böttcher zufolge Erzieher. Sie fordert deshalb von der Landesregierung, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden. „Wir müssen den Beruf des Erziehers attraktiver machen und jungen Leuten vermitteln, dass sie in einer zukunftssicheren Branche arbeiten.“

Eine Sicht, die auch die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg teilt. „Man hält die Beschäftigten im Job und gewinnt neue, indem man zum Beispiel den Fachkraft-Kind-Schlüssel weiter verbessert und die Freistellungen der Kitaleitung erhöht“, sagt der Liga-Vorsitzender Martin Matz. In Brandenburg müsse eine weitere Betreuungszeitstufe eingeführt werden. Die Kitas würden zurzeit vom Land für 7,5 Stunden bezahlt, obwohl die Kinder bis zu zehn Stunden betreut würden. „Das dann mit dem bestehenden Personal zu leisten, ist schwierig.“

„Der Markt ist leer gefegt“

Auch der Brandenburger Städte- und Gemeindebund verzeichnet einen Personal-Engpass in den märkischen Kitas. „Der Markt ist leer gefegt“, sagt der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes Karl-Ludwig Böttcher. „Die Städte und Gemeinden unternehmen hohe Anstrengungen, aber stoßen an ihre Grenzen.“ Die Situation werde sich nicht verbessern, wenn auch noch die Bundesländer untereinander um die Erzieher konkurrieren.

Oppositionspolitiker wie Marie Luise von Halem (Grüne) fordern insgesamt bessere Bedingungen in Brandenburgs Kitas. Zwar habe die Landesregierung „kleinteilige Verbesserungen“ umgesetzt, so von Halem: „Aber die kommen nur spärlich in den Kitas an.“

Von Diana Bade

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