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Brandenburg Wolfsrudel darf nicht getötet werden
Brandenburg Wolfsrudel darf nicht getötet werden
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00:15 10.03.2018
Quelle: dpa
Potsdam

Das Landesumweltamt lehnte den ersten Antrag zur Tötung eines Wolfsrudels im Land Brandenburg ab. Ein Landwirt aus Potsdam-Mittelmark hatte die „Entnahme“ des aus seiner Sicht auffälligen Rudels im Februar eingefordert.

Das Landesumweltamt begründete die Entscheidung mit fehlenden Voraussetzungen laut Wolfsverordnung. Erstmals wurde ein derartiger Antrag bearbeitet. Die Verordnung gilt seit dem 2. Februar. Sie regelt den Umgang mit sogenannten Problemwölfen. Wölfe sind geschützte Tiere.

Abgelehnt, weil wolfssichere Zäune fehlten

Der Landwirt hatte die „Entnahme“ des Dobbrikower Wolfsrudels gefordert und dies mit zwei Wolfsrissen im März und Oktober 2017 begründet. Da die Verordnung erst seit Februar in Kraft sei, könne das nicht akzeptiert werden, hieß es vonseiten des Landesumweltamtes.

Zudem fehlten auf den Weiden wolfssichere Zäune, die laut Verordnung vorhanden sein müssen. Erst wenn Wölfe solche Zäune mehrfach überwinden würden, könnte ihre Tötung geprüft werden.

Für die beiden früheren Wolfsrisse soll der Landwirt einen Ausgleich erhalten, um mit Fördermitteln einen als wolfssicher anerkannten Zaun zu errichten.

Zwei offene Anträge zur Tötung von Wölfen

Bislang seien bei der Behörde drei Anträge auf eine „Wolfsentnahme“ in Brandenburg eingegangen, sagte ein Sprecher des Landesumweltamtes. Derzeit würden noch zwei offene Anträge geprüft.

Nach den engen Vorgaben des internationalen und nationalen Naturschutzrechts können laut der Behörde Eingriffe in die Wolfspopulation nur als Einzelfallentscheidungen erfolgen.

Kritik vom Bauernverband

Der Landesbauernverband bezeichnete die Entscheidung am Dienstag als inakzeptabel. Während des gesamten Antragsverfahrens habe es keinen Prüfungstermin vor Ort gegeben.

Die Argumente für die Ablehnung des Antrags bedeuteten mittelfristig das Ende der Weidetierhaltung im Land, hieß es. Es könne nicht jeder einzelne Hektar Weideland in einen gigantischen Hochsicherheitstrakt verwandelt oder alternativ jedes Weidetier in den Stall geschickt werden.

Wolfswachen am 9. März in ganz Brandenburg

Im März 2017 fanden die ersten Wolfswachen, wie hier in Stücken (Potsdam-Mittelmark), statt. Quelle: Jens Steglich

Am kommenden Sonnabend treffen sich Landwirte, Schafhalter und Jäger auf den Weiden Brandenburgs. Sie wollen mit Mahnfeuern gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes demonstrieren.

Vor allem die Landwirte in Brandenburg sorgen sich um ihre Nutztiere und wollen ein Zeichen setzen. Der Bauernbund des Landes kritisiert das Wolfsmanagement seit langem.

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Von MAZonline

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