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Brandenburg „Es ist eine neue Art von Physik“
Brandenburg „Es ist eine neue Art von Physik“
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00:18 06.10.2017
Alessandra Buonanno, Leiterin der Abteilung Relativitätstheorie am AEI  Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

 Alessandra Buonanno ist die Direktorin des renommierten Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) im Wissenschaftspark Golm. Seit seiner Gründung 1995 hat sich das AEI als international führendes Forschungszentrum für Gravitationsphysik etabliert. Rüdiger Braun spricht mit ihr anlässlich der Vergabe des Physik-Nobelpreises für die Entdeckung der Gravitationswellen, woran das AEI beteiligt war.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Professor Buonanno. Sie haben eben praktisch auch ein wenig den Nobelpreis bekommen. Aber Sie haben eben kaum gejubelt.

Oh, ich bin schon sehr glücklich. Aber wir sind Physiker, wir sind eben nun mal so.

Inwiefern sind Sie jetzt auch Nobelpreisträgerin?

Ich habe von 1999 bis 2002 als Postdoc am Californian Institute of Technology gearbeitet. Der Nobelpreisträger Kip Thorne war mein Vorgesetzter. Er ist seitdem ein Bezugspunkt meiner wissenschaftlichen Karriere. Seinetwegen änderte sich mein Forschungsschwerpunkt von der Kosmologie zur Gravitationswellenphysik.

Warum haben Sie damals diesen Schwerpunkt gewählt?

Da waren all diese vielversprechenden Projekte für die Zukunft. Es gab viel Bewegung bei der Entwicklung der Detektoren. Das ganze Forschungsfeld war neu. Ich war einfach angezogen von diesen neuen Möglichkeiten.

Welchen Beitrag hat das Potsdamer Institut an der Entdeckung der Gravitationswellen?

Wir haben an der Entwicklung der LIGO-Detektoren mitgearbeitet. Wir haben sehr genaue Modelle der Gravitationswellen entwickelt, die man für die Detektoren verwenden konnte. Wir haben damit die Astrophysik für die Detektoren fruchtbar gemacht.

Was können wir künftig in der Astrophysik erreichen?

Die Gravitationswellen sind so etwas wie die Fingerabdrücke einer Quelle im Kosmos. Es ist eine neue Art von Physik, die wir betreiben. Sie wird uns helfen, Dinge zu verstehen, von denen wir bisher nichts wussten.

Von Rüdiger Braun (Interview)

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