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Brandenburg „Es muss nicht immer Mango sein“
Brandenburg „Es muss nicht immer Mango sein“
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13:02 27.02.2018
Gesund durch den Winter vor allem mit heimischen Produkten: Joachim May am Marktstand.
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Potsdam

Der Griff ins Gemüseregal nach Zucchini, Paprika, Tomaten und Salaten kann dem Käufer im Supermarkt momentan teuer zu stehen kommen: Die kalten Temperaturen in Deutschland, aber auch in vielen anderen europäischen Ländern, in denen es um diese Jahreszeit milder ist, haben Auswirkungen auf die Obst- und Gemüsepreise. In den ersten drei Januarwochen stiegen sie um 24 Prozent, die Preiserhöhung hält auch im Februar an.

Kälteeinbrüche und Überschwemmungen sind schuld

Um die Nachfrage trotzdem zu befriedigen, wird Gemüse aus Ländern wie Marokko und Israel importiert. Doch das bringt auch eine höhere Umweltbelastung mit sich. „Daran merkt man, wie viel importiert wird – das fängt bei Tomaten und Gurken an und zieht sich querbeet bis hin zu exotischen Früchten“, sagt Heidrun Franke, Projektleiterin im Bereich Lebensmittel und Ernährung bei der Brandenburger Verbraucherzentrale.

Die Preissteigerung sei auf das schlechte Wetter in den Ernteländern zurückzuführen, wo es Kälteeinbrüche und Überschwemmungen gebe. Die meisten Produkte kommen aus dem Mittelmeerraum, besonders aus Spanien. Aber auch dort ist es momentan ungewöhnlich kalt. Generell seien die Preise individuell unterschiedlich – das hänge davon ab, welche Verträge die jeweiligen Handelskonzerne mit den Gemüseproduzenten haben. Deutsches Gemüse und Äpfel seien im Moment preiswerter.

„Ein Preisvergleich lohnt“ , sagt Franke. Auch im Hinblick auf Bio-Produkte: „Früher haben beispielsweise Spitzpaprika aus Ungarn oder Spanien die Hälfte des Bio-Paprika-Preises gekostet, jetzt liegt der Preis dafür schon bei bis zu 80 Prozent.“

Auch einheimisches Gemüse und Obst ist gesund und schmackhaft

Man könne in dieser Zeit gut auf heimische und saisonale Früchte und Gemüsesorten zurückgreifen. „Zum Beispiel auf die guten alten Kohlarten, die unschlagbar günstig sind“, schlägt Franke vor. Der Preis für ein Kilo deutsche Äpfel läge im Schnitt bei zwei Euro. „Eine gute Alternative“, findet die Ernährungsberaterin. „Es muss nicht immer Mango sein.“ Letztendlich führe die Preiserhöhung auch zu einem Umdenken.

Wann die Preise wieder sinken, hänge stark von den Witterungsverhältnissen ab und wie schnell die Temperaturen steigen. „Je länger die Arten zum Wachsen brauchen, desto länger wird es eben auch dauern, bis es eine entsprechende Preisanpassung gibt.“ sagt Franke. Besonders schnell im Wachstum seien Tomaten und Gurken. In der Zwischenzeit könne man mit etwas Fantasie Rezepte mit einheimischem Obst und Gemüse ausprobieren, was ebenso gesund und schmackhaft sei.

Saisonale Produkte in der entsprechenden Saison

So sieht es auch Joachim May, der täglich mit seinem Marktstand auf dem Bassinplatz in Potsdam steht und heimische Obst- und Gemüsesorten anbietet. In seiner Auslage findet man Rüben, Rosenkohl, Steckrüben, Pastinaken, Wirsing, Weiß- und Rotkohl, Rote Bete, Sellerie, Kartoffeln und eine große Auswahl an verschiedenen Apfelsorten.

„Wir bieten aus Überzeugung regionale Produkte an und arbeiten mit hiesigen Betrieben zusammen“, sagt der Verkäufer aus Bornim. In Marquardt, Groß Kreutz und Werder wachsen die Produkte, die der jeweiligen Saison entsprechen. „Man muss im Winter nicht unbedingt für viel Geld Erdbeeren oder Kirschen kaufen“, so May. Im Sommer hat er selbst Kirschen und Erdbeeren im Sortiment.

Für die Vielfalt bietet er dennoch italienische Mohrrüben, spanische Gurken und Orangen an – Letztere aber zu einem konstanten Preis von drei Euro pro Kilo. „Im Winter ist alles generell etwas teurer, aber das hat auch mit den Erntebedingungen zu tun“, erklärt May. Rosenkohl etwa werde in den Benelux-Ländern hektarweise mit Maschinen geerntet, die bei sehr schlechtem und kaltem Wetter nicht arbeiten können. „Wenn es frostig, matschig und schlammig ist, kann auch nicht geerntet werden.“

Dass im Winter eine Gurke im Schnitt 1,20 Euro koste, findet May angemessen. „Die Frage ist natürlich auch, wie viel davon letztendlich beim Produzenten ankommt.“ Der Handel bestimme die Preise.

Von Christina Koormann

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