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Es wird Herbst am Nachthimmel

Sternenhimmel über Brandenburg im September 2017 Es wird Herbst am Nachthimmel

Im September hält auch am Sternenhimmel der Herbst Einzug. Das Sommerdreieck wird vom Herbstviereck des Pegasus abgelöst. Was der Nachthimmel im September noch an Interessantem bietet, erklärt Astronomie-Lehrer Uwe Schierhorn.

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Auch die Andromeda-Galaxie ist im September gut zu sehen.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium

Königs Wusterhausen. Die Meteorologen lassen den Herbst bereits am 1. September beginnen. Astronomisch beginnt die bunte Jahreszeit jedoch erst am 22. des Monats. Die Sonne wird an diesem Tag um 22.02 Uhr (MESZ) an einem Ort auf dem Äquator der Erde im Zenit stehen. Dieser Ort befindet sich nordöstlich der Inselgruppe Französisch – Polynesien mit der bekanntesten Insel Tahiti im Pazifik.

Die Tag- und Nachtgleiche ist jedoch lokal unterschiedlich. Bei uns tritt sie am 25. September ein, wenn die Sonne um 6.57 Uhr auf- und um 18.57 Uhr untergeht. Die Sonne erreicht nicht mehr die Mittagshöhen wie im August. Innerhalb des Septembers verliert sie zur Mittagszeit über 10° an Höhe, so dass sie am 30.9. nur noch maximal 36° Höhe erreicht.

Jetzt beginnt wieder die Zeit der aktiven Beobachtung durch die Hobbyastronomen: Moderate Temperaturen gepaart mit relativ zeitiger Abenddämmerung ermöglichen angenehme Beobachtungsbedingungen.

Vollmond am 6. September

Nach dem Vollmond am 6. September stört das helle Mondlicht in der ersten Monatshälfte bis zum Neumond am 20. September auch am Abend kaum. Die Aufgangszeit des Mondes wird stets später: am 1. noch um 17.15 Uhr, am 10. erst um 21.44 Uhr. Ab dem 22. erscheint der Mond wieder zunehmend am Abendhimmel im Westen.

Interessante Begegnung am Nachthimmel

Am 18. September kommt es in den Morgenstunden zu einer interessanten Begegnung der schmalen abnehmenden Mondsichel, dem Regulus im Sternbild Löwe und der hellen Venus. Neben der Venus, die ihre Morgensternrolle weiterspielt, sind noch Saturn (in der Abenddämmerung im Westen) und Uranus von den Planeten am dunklen Himmel vertreten. Zur Monatsmitte ist Merkur am Morgenhimmel sichtbar (Fernglas erforderlich). Am Monatsende wird Mars am Morgenhimmel dazu stoßen – er wird dann ca. 30 Minuten nach Venus im Osten erscheinen.

Uranus wird als blaues Scheibchen auf Grund seiner geringen Helligkeit (5m7) nur mit einem Fernglas oder Teleskop ab ca. 22.00 Uhr im Sternbild Fische zu sehen sein.

Uranus hat jetzt im September einen Abstand von 19,91 Astronomischen Einheiten (AE). Eine AE ist der mittlere Abstand der Erde zur Sonne also 149,6 Millionen Kilometer. Er befindet sich also in einem Abstand von 2 979 Millionen Kilometern zur Erde. Dieser Abstand verringert sich bis zu seiner Oppositionsstellung (Sonne, Erde und Uranus stehen in einer Linie zueinander) im Oktober weiter.

Sommersternbilder verabschieden sich langsam

Bei den Sternbildern vollzieht sich der Übergang von den Sommer- zu den Herbststernbildern. Das Sommerdreieck aus Deneb (Schwan), Wega (Leier) und Atair (Adler) wird durch das „Herbstviereck“ des Pegasus abgelöst. Im Herbst hat man einen guten Blick auf unsere Nachbargalaxie, die Andromeda–Galaxie. Sie befindet sich im Sternbild Andromeda, dessen Sternenkette an der oberen linken Ecke von Pegasus hängt.

Der Südhimmel am 15

Der Südhimmel am 15. September um 23 Uhr.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium

Der abgebildete Südhimmel ist für den 15. September um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und bildet den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher ab. Entlang des Schwans zieht sich die Milchstraße. Bei M13 handelt es sich um den hellsten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel, der ein schönes Feldstecher-Objekt darstellt und unter guten Bedingungen auch mit bloßem Auge sichtbar ist (wichtig dabei: gute Adaption an die Dunkelheit). Die Andromedagalaxie M31, die hellste Galaxie am nördlichen Himmel, kann als einzige ihrer Art bei uns mit bloßem Auge gesehen werden.

Im Norden hat der „Große Wagen“ seine „Arbeitsposition“ erreicht, also Räder unten und Deichsel fast waagerecht nach links; im Gegensatz zu seiner Winterposition: „arbeitslos“ hängend an der Scheunenwand. Kassiopeia strahlt fast genau im Zenit über dem Beobachter.

Knapp über dem Horizont im Nordosten funkelt am Abend ein heller Stern, Kapella aus dem Sternbild Fuhrmann. Während Fuhrmann noch nicht aufgegangen ist, ist Kapella das ganze Jahr über am Himmel zu finden. Im Winter steht er dann fast im Zenit.

Sonnenaufgang: 6.17 Uhr (1.9.17) / 7.05 Uhr (30.9.12)
Sonnenuntergang: 19.53 Uhr / 18.45 Uhr

Info: Im September beginnen wieder an der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz die Freitagsvorträge zur Astronomie mit anschließender Beobachtung des Sternenhimmels. Themen im September: Objekte rund um das Sommerdreieck und Altes und Neues vom Mond.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quelle: Keller, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016; Kosmos-Verlag; Stuttgart, 2015
Daten: www.calsky.com und www.heavens-above.com
Abbildungen: erstellt durch den Autor (u.a. unter Nutzung von Stellarium 0.14)

Von Uwe Schierhorn

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