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Etablierte Häuser, neuer Verbund, mehr Geld

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst Etablierte Häuser, neuer Verbund, mehr Geld

Die Museen „Dieselkraftwerk“ in Cottbus und „Junge Kunst“ in Frankfurt (Oder) werden am 1. Juli 2017 zum neuen Landesmuseum für moderne Kunst fusionieren. Das Brandenburger Kulturministerium wird den Etat beider Häuser 2018 um 450 000 Euro auf 1,3 Millionen Euro erhöhen. Antworten gab es auch zur Frage eines möglichen Neubaus und zur Gleichberechtigung.

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In diesem ehemaligen Dieselkraftwerk ist das Cottbuser Kunstmuseum seit 2008 untergebracht, es liegt östlich der Altstadt im Goethepark.

Quelle: DPA

Cottbus/Frankfurt (Oder). Die Kunstmuseen in Cottbus und Frankfurt (Oder) sollen am 1.  Juli unter einem Stiftungsdach zusammengelegt werden, versüßt wird diese Fusion mit einer Aufstockung des Etats. Kulturministerin Martina Münch (SPD) sagte am Dienstag, die Landesregierung werde die Finanzierung des Museums „Dieselkraftwerk“ in Cottbus und „Junge Kunst“ in Frankfurt (Oder) im Jahr 2018 um rund 450 000 Euro auf 1,3 Millionen Euro erhöhen. Bereits in diesem Jahr sind die Gelder um 225 000 Euro aufgestockt worden.

Münch betonte, „durch die Fusion erhoffen wir uns langfristig eine stärkere überregionale und internationale Ausstrahlung.“ Beide Häuser werden künftig als Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst geführt. Die Standorte bleiben erhalten, in beiden Städten werden weiterhin eigene Ausstellungen gezeigt. Durch eine gebündelte Verwaltung sollen Kosten eingespart werden, die gemeinsam mit den wachsenden Zuschüssen des Kulturministeriums erstmals auch einen Etat für Ankäufe ermöglichen. Zudem soll ein museumspädagogischer Bereich in Frankfurt (Oder) aufgebaut werden, der dort bislang fehlte. Auch in die Öffentlichkeitsarbeit wird investiert.

Das Konzept zur Fusion wurde von Ulrike Kremeier erarbeitet, der Leiterin des Dieselkraftwerks. Sie wird ab 1. Juli Direktorin des neuen gemeinsamen Landesmuseums. Kulturministerin Münch wollte dies nicht als Indiz einer Cottbuser Dominanz im neuen Verbund verstanden wissen – sie sei überzeugt, dass die Zusammenarbeit gleichberechtigt möglich sei, wie auch schon das Konzept in enger Kooperation zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder) erarbeitet worden sei. „Es kann keine Rede davon sein, dass Frankfurt von Cottbus geschluckt wird“, urteilte Münch und versuchte, eine Befürchtung zu zerstreuen, die von Frankfurter Stadtverordneten geäußert wurde.

Beide Häuser haben zusammen gut 35 000 Kunstwerke gesammelt

Das Kabinett der Brandenburgischen Landesregierung hat die Fusionspläne am Dienstag beschlossen, nun müssen noch die Stadtverordneten in Cottbus und Frankfurt (Oder) abstimmen. Es geht darum, beide Häuser unter das Dach der neu zu gründenden Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) zu stellen, die aus einer bislang rein Cottbuser Stiftung hervorgeht.

Martina Münch lobte die Arbeit beider Museen: „Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten beeindruckende Sammlungen vorrangig ostdeutscher Kunst zusammengetragen. Mit dem Landesmuseum für moderne Kunst an zwei Standorten wollen wir die beiden Museen zeitgenössischer Kunst gemeinsam etablieren und zu einer neuen äußergewöhnlichen Kulturinstitution im Land werden lassen.“

Zu den Vorteilen des Zusammenschlusses zählen für die Ministerin vielfältige Chancen zur kunstwissenschaftlichen Forschung, kulturellen Bildung, Kunstvermittlung und überregionalem Marketing. Beide Häuser weisen einen Fundus von zusammen mehr als 35 000 Kunstwerken auf, die Aufgabe der zu gründenden Stiftung sei es, die Kunstsammlungen beider Museen zu bewahren, zu pflegen, zu erforschen und der Wissenschaft zugänglich zu machen.

Einen Neubau wird es vorerst nicht geben

Die künftige Direktorin Ulrike Kremeier hatte zuletzt angemahnt, in Frankfurt (Oder) bessere „museale Bedingungen“ zu schaffen – sie verwies auf die zwei Ausstellungshäuser des Frankfurter Museums „Junge Kunst“, das seine Werke in der Rathaushalle und im Packhof zeigt, zwei Häusern, die rein technisch und mit Blick auf die Grundrisse nicht ideal für Kunstschauen geeignet sind. Wer hier von einem Neubau träumt, den musste Kulturministerin Münch am Dienstag enttäuschen: „Darüber denken wir derzeit nicht nach.“

Anders sieht es in Cottbus aus, wo das Dieselkraftwerk eine spektakuläre Kulisse für Ausstellungen bietet. Das Museum befindet sich im ehemaligen Kraftwerksgebäude östlich der Altstadt im Goethepark. Auch in Potsdam ist mit dem vom Software-Milliardär Hasso Plattner privat finanzierten Museum Barberini ein Juwel entstanden, wobei Ministerin Münch weiß: „Das Land arbeitet finanziell bescheidener.“ Aber mit gleicher Lust auf Kunst.

Von Lars Grote

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