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Etwas mehr umdenken, bitte!

MAZ-Kommentar Etwas mehr umdenken, bitte!

Giftige Müllberge in Brandenburg – importiert durch andere Bundesländer. Darüber kann man schockiert sein. Vor allem aber ist es ein Appell an die sorglose Wegwerf- und Verbraucherkultur in Deutschland. Es ist Zeit umzudenken, meint Rüdiger Braun und denkt dabei schon an die einfache Plastiktüte. Ein Kommentar zum Thema Weg mit den Müllbergen.

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Giftige Müllberge verseuchen mitunter auch den Boden in Brandenburg.

Quelle: MAZ Archiv

Brandenburg. Man kann schockiert darüber sein, dass Brandenburg den gefährlichen Müll anderer Bundesländer importiert und irgendwie damit fertig werden muss. Doch ist dies im Grunde genommen ein ganz normaler Vorgang in der Abfallwirtschaft. Es handelt sich schlicht um Arbeitsteilung und Spezialisierung: Ich nehme deine organischen Abfälle aus Biolaboratorien ab, du kommst im Gegenzug mit meinen verseuchten Rußfiltern aus Jänschwalde zurecht.

Befriedigend ist diese Einsicht dennoch nicht. Auch in der Abfallwirtschaft sind wir heute nicht mehr bereit, Fünfe gerade sein zu lassen und lieber nicht so genau hinzusehen. So wie uns die Existenz unmenschlicher Tierfabriken auf die Folgen unseres unbedachten Konsums bei Nahrungsmitteln aufmerksam machte, machen uns die durch die Lande reisenden giftigen Müllberge auf die Folgen einer sorglosen Wegwerf- und Verbraucherkultur aufmerksam.

Dass wir auch in Sachen Müll an eine Grenze stoßen, selbst wenn wir diesen ordentlich deponieren oder entsorgen, zeigt die aktuelle Debatte um das Plastik. Winzige Plastikpartikel gefährden die Ökologie der Weltmeere. Dabei ist Plastik noch nicht mal ein gefährlicher Abfallstoff im Sinne der Abfallordnung. Aber sein Beispiel zeigt, dass wir umdenken und mehr auf wiederverwertbares und unschädliches Material setzen müssen, soweit es geht. Hier kann sogar der Einzelne durch kritischen Konsum einen Beitrag leisten. Jede Platiktüte weniger ist ein kleiner Schritt weg von den Müllbergen.

Von Rüdiger Braun

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