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Ex-FDP-Fraktionschef wechselt zur Linken

Parteiwechsel in Brandenburg Ex-FDP-Fraktionschef wechselt zur Linken

Rot statt Gelb: Im Vorjahr trat Andreas Büttner noch als Spitzenkandidat der FDP bei der Landtagswahl an. Nun wechselt der Templiner das Lager. Nach 14 Jahren bei den Liberalen will der 42-Jährige ausgerechnet bei den Linken seine neue politische Heimat finden.

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Ex-FDP-Fraktionschef Andreas Büttner wechselt das Lager.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Er nimmt seinen eigenen Wahlspruch von damals ernst. „Keine Sau braucht die FDP“ – mit diesem aufmerksamkeitsheischenden Slogan trat Andreas Büttner im Vorjahr als Spitzenkandidat der Liberalen bei der Landtagswahl an – und flog mit einem desaströsen Wahlergebnis von nur 1,4 Prozent aus dem Parlament. Nun kehrt der frühere FDP-Fraktionschef seiner Partei tatsächlich den Rücken: Büttner tritt der Linken bei – ein Farbenwechsel, der in der Politik wohl eine absolute Rarität sein dürfte.

Büttner bestätigte am Donnerstag gegenüber der MAZ den Wechsel, zu den Hintergründen will er sich erst am Freitag äußern. Dass er mit den Linken gut kann, ließ der 42-Jährige jüngst auf Facebook erkennen: Beim Sommerfest der Potsdamer Linken Anfang September verfolgte er interessiert die Rede von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). In einem anderen Post lobte er die Brandenburger Linke, die in ihrer zweiten Legislatur deutlich an Profil gewinne.

Im Landtag kritisierte der FDP-Fraktionschef die Linken noch kräftig

Büttners FDP gelang das im Landtag in fünf Jahren Opposition nicht – obwohl der Fraktionschef und zeitweise auch Generalsekretär vor allem mit seinen scharfen Reden zur inneren Sicherheit und zur Bildungspolitik auffiel. Auch der mitregierenden Linken widersprach er dabei oft. In der Debatte um Inklusion etwa vergieße die Linke „Krokodilstränen“, kritisiert er. Ihm missfiel es offenbar, wie sich die Linke in der ersten Legislatur fast schon devot dem größeren Koalitionspartner SPD andiente. Die Wähler von der FDP zu überzeugen, gelang ihm aber auch nicht. Vor allem die Alternative für Deutschland (AfD) luchste den Liberalen Stimmen ab. Nach der Niederlage vor gut einem Jahr erklärte Büttner noch am Wahlabend seinen Rücktritt als Vize-Parteichef. Auch FDP-Landeschef Gregor Beyer nahm umgehend seinen Hut. Wenige Tage später hieß es Kisten packen im Potsdamer Stadtschloss. Die Fraktion mit sieben Abgeordneten löste sich auf.

Büttner arbeitet wieder bei der Berliner Polizei

Büttner arbeitete nach fünf Jahren als Parlamentarier zunächst für eine Gesellschaft, die sich in Israel engagiert. Die Entwicklung Israels hatte ihn schon als Politiker sehr interessiert. Inzwischen ist der Hauptkommissar in den Dienst der Landespolizei Berlin zurückgekehrt.

Büttner, gläubiger Mormone und passionierter Orgelspieler, lebt mit seiner Frau und vier Kindern in Templin (Uckermark). Dort ist der gebürtige Kasseler auch Mitglied der Stadtverordnetenversammlung – bislang für die FDP in der Fraktion Ampel-Uckermärker Heide. In seinem FDP-Ortsverband hatte es 2012 heftig rumort: Neun von 14 Mitgliedern erklärten ihren Austritt aus der FDP. Sie begründeten den Schritt mit Verfehlungen der Parteiführung auf Bundes- und Landesebene. Also auch ein Affront gegen Frontmann Andreas Büttner.

Wie dieser nun seinen Parteiübertritt begründen will, wird interessant. In der im Dauertief verharrenden FDP wird er keine politische Karriere mehr machen können. Es dürfte ihm aber mehr um Inhalte und Einstellungen gehen als um Macht. So zumindest haben viele Büttner im Landtag erlebt.

Von Marion Kaufmann

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