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Brandenburg Ex-IHK-Chef Stimming sieht sich als Opfer
Brandenburg Ex-IHK-Chef Stimming sieht sich als Opfer
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07:20 31.08.2016
Victor Stimming Quelle: Märkische Allgemeine/Michael Hüb
Potsdam

Der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Victor Stimming, hat vor Beginn des Verschwendungs-Prozesses gegen ihn jede Schuld von sich gewiesen. In Anwaltsschreiben, die der MAZ vorliegen, zeichnet der wegen Untreue zum Schaden der IHK angeklagte Bauunternehmer aus Brandenburg/Havel das Bild eines Mannes, der sich als IHK-Chef aufgeopfert hat. So schreibt ein Stimming-Verteidiger: „Auf Grund der hohen Belastungen durch das Ehrenamt“ habe der Kammerpräsident „eigentlich notwendige medizinische Behandlungen über Jahre hinweg verschoben“. Sein Amt habe er Ende 2013 „aus Gesundheitsgründen aufgeben“ müssen.

IHK will 250.000 Euro zurück – per Zivilprozess

Der Strafprozess gegen Stimming beginnt am 12. September. Wie das Amtsgericht Potsdam mitteilte, sind zehn Zeugen geladen. Es soll zunächst nur einen weiteren Prozesstag geben – möglicherweise ein Hinweis auf einen Deal. Dem 65 Jahre alten Unternehmer, der rund 18 Jahre das höchste Ehrenamt der Kammer bekleidete, wird Untreue vorgeworfen. Stimming soll zum Schaden der IHK eine Kammer-Sekretärin für seine privaten Unternehmungen eingespannt, einen Dienstwagen zu Unrecht für private Zwecke genutzt und auf Kammerkosten eine überflüssige Präsidiums-Reise auf Malta angeregt haben. Noch nicht terminiert ist der Zivilprozess, in dem die IHK von Stimming 250 000 Euro zurückfordert.

Stimmings Anwälte streichen Erfolge des IHK-Lenkers heraus

In seinen Amtsjahren von 1995 bis 2013 hat Stimming in der Darstellung seiner Verteidiger die IHK zu wirtschaftlicher Stärke geführt, die Mitgliedsbeiträge auf Rekordniveau gesenkt, das Eigenkapital der Kammer auf bundesweit einzigartige 65 Millionen Euro gesteigert und damit eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Alle von Stimming in Anspruch genommenen Vergünstigungen seien gering im Vergleich zu dem, was der Präsident für die Kammer geleistet habe.

IHK sagt: „Ehrenamt meint Unentgeltlichkeit“

Den von der IHK zurückgeforderten Aufwandsentschädigungen in Höhe von 120.000 Euro für Aufsicht- und Verwaltungsratsmandate bei Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) und der Bürgschaftsbank Brandenburg stellen Stimmings Anwälte 1500 Stunden Ehrenamtsdienst entgegen. Die von Stimming kassierten Aufwandsentschädigungen entsprächen „einem Nettolohn in Höhe von 2,00 Euro“. Die IHK-Anwälte entgegnen dem knapp: „Ehrenamtlichkeit meint Unentgeltlichkeit.“

Von Ulrich Wangemann

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