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Ex-IHK-Chef darf nur mit Arzt ins Gericht

Prozess soll im Juni weitergehen Ex-IHK-Chef darf nur mit Arzt ins Gericht

Der erste Prozess gegen den Ex-IHK-Chef von Potsdam, Victor Stimming, wegen des Vorwurfs der Untreue scheiterte im September 2016. Denn der Angeklagte reichte ein Attest an, das ihm Verhandlungsunfähigkeit bescheinigen sollte. Nun muss Stimming ab Juni doch vor den Kadi – nun in ärztlicher Begleitung.

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Der frühere IHK-Präsident Victor Stimming gilt als gesundheitlich angeschlagen.

Quelle: Foto: Hübner

Potsdam. Der Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK), Victor Stimming, soll ab Juni neu angesetzt werden – ein Dreivierteljahr nach dem Platzen des ersten Gerichtsverfahrens. Laut Amtsgericht Potsdam gilt der Unternehmer nach Entscheidung des Gerichts als eingeschränkt verhandlungsfähig. Das heißt: Die Prozesstage werden kurz sein und ein Arzt soll während der Verhandlung auf den 66 Jahre alten Stimming aufpassen.

Der erste Prozess war im September 2016 gescheitert. Denn Stimming, dem die Nutzung von IHK-Sekretärinnen für Privatzwecke, eine verschwenderische Malta-Reise mit dem IHK-Präsidium und anderes vorgeworfen wird, hatte ein Attest bei Gericht vorlegen lassen, wonach er nicht verhandlungsfähig sei.

Für Irritationen hatte unter anderem die Tatsache gesorgt, dass der Unternehmer noch im August 2016 bei einer Volkssportveranstaltung in Brandenburg/Havel, dem Brückenschwimmen, angetreten war und Platz 25 unter den 89 startberechtigten Männern belegt hatte.

Die Verteidiger des Angeklagten argumentieren, ihr Mandant habe sich im Ehrenamt verausgabt. Notwendige medizinische Behandlungen habe er über Jahre verschoben. Den IHK-Präsidenten-Posten habe Stimming „aus Gesundheitsgründen aufgegeben“.

Stimming, der 18 Jahre lang die IHK Potsdam geführt und in einem wirtschaftlich guten Zustand übergeben hat, musste im November 2014 zurücktreten, nachdem die finanziellen Unregelmäßigkeiten bekannt geworden waren. Die Kammer hat den Ex-Präsidenten zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt, das Verfahren ruht bis zur Entscheidung im Strafprozess. Es geht um etwa eine halbe Million Euro.

Von Ulrich Wangemann

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