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Brandenburg Exklusiver Politiker-Club prüft Werder-Wein
Brandenburg Exklusiver Politiker-Club prüft Werder-Wein
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00:18 26.05.2017
Rot-, Weiß- als auch einen Roséwein gab es probeweise. Quelle: Julian Stähle
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Werder (Havel) und Berlin

Der Favorit von Sommelier Andreas Heinrich war ein Sauvignon Blanc aus dem Jahr 2016 mit einer leichten Stachelbeernote. Der fruchtige Weißwein mit einem leichten blumigen Duft war Teil einer Weinverkostung, an der Heinrich, zusammen mit dem Restaurantleiter der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin, Reiner Knipp, dem Chef des Landesmarketing Brandenburg, Thomas Braune, und dem Geschäftsführer des Vereins pro Brandenburg, Andreas Kimmel, teilnahm. „Das ist ein schöner Wein“, sagte der Werderaner Obstbauer Manfred Lindicke und präsentierte das Etikett: Der brandenburgische Adler prangte über der Silhouette von Werder (Havel) in Potsdam-Mittelmark.

Manfred Lindicke (2.v.r.) berichtet Andreas Kimmel, Andreas Heinrich und Reiner Knipp (v.l.) über sein Weingut. Quelle: Julian Stähle

Brandenburgischer Wein durch und durch

Manfred Lindicke könnte mit seinen märkischen Weinen, sie werden auch in Brandenburg gekeltert, in der kommenden Legislaturperiode die Abgeordneten des Bundestages in der Parlamentarischen Gesellschaft, einem exklusiven Polit-Club, verköstigen. Den Anstoß dafür gab Andreas Kimmel.

Die pro Brandenburg ist Ausrichter der Veranstaltung „Wein und Wahlen“, einer Dinnerparty der Parlamentarischen Gesellschaft. Auf der Weinkarte des Clubrestaurants sind internationale Weine ebenso vertreten, wie Weine aus dem Rheingau oder von der Mosel. „Aber wir mussten feststellen, dass kein einziger Brandenburger Wein darunter war“, erklärte Kimmel. Dabei hat der hiesige Weinbau eine lange Tradition: bereits vor 700 Jahren bauten Brandenburger Mönche Wein an, weiß Kimmel.

Manfred Lindicke zieht auf dem sandigen Wachtelberg auf einer Fläche von sechs Hektar den einzigen Qualitätswein Brandenburg heran. „Wir haben hier unter anderem etwa eineinhalb Hektar Müller Thurgau-Trauben, Muscaris-Trauben aus denen Dessertwein gewonnen wird und die Rebsorte Sauvignon Blanc“, erzählte er bei einem Rundgang über den Berg.

Sommelier Heinrich ließ sich bei der anschließenden Degustation des Werderschen Weins überraschen. „Ich bin sehr gespannt“, sagte er. „Die Weine müssen harmonisch sein – das Verhältnis von Säure und Süße muss stimmen“, erklärte der Profi. Außerdem müsse der Wein einen guten Trinkfluss aufweisen. „Er darf nicht bitter im Nachgeschmack sein.“

In munterer Runde: Thomas Braune, Reiner Knipp, Sommelier Andreas Heinrich, Andreas Kimmel und Obstbauer Manfred Lindicke. Quelle: Julian Stähle

Weindegustation zelebrieren

Privat trinkt Heinrich am liebsten einen Riesling, den ersten der sieben Weine, die probiert wurden. Heinrich schwenkte das Glas kurz, zog den Duft des Weines ein und nahm, untypisch für eine Weinverkostung, einen kleinen Schluck. „Pfirsich und Apfel“, beschrieb der gelernte Hotelfachmann den Weißwein. Dem Kenner entging nichts. Auch bei seinem Favorit, dem Sauvignon Blanc, arbeiteten seine Geschmacksknospen auf Hochtouren. „Dieser würde gut zu einem Vorspeisensalat oder Havelzander passen“, sagte er. Das Clubrestaurant serviert neben dem Zander auch Mozzarella von Jüterboger Wasserbüffeln aus Teltow-Fläming und Spargel aus der Region.

Bei jedem der Weine, berichtete er, habe er ein, zwei Gerichte im Sinn, die er mit dem Wein servieren würde. Ein Rehragout oder eine zart gebratene Flugentenbrust reiche er zu dem roten Cabernet Cuvée von 2015, dem letzten Wein.

Am Ende war Sommelier Heinrich von allen Weinen überzeugt. „Sie sind durchweg harmonisch – mit eigenem Charakter.“ In den nächsten Tagen werden sich Heinrich und Restaurantleiter Knipp über die Weine beraten. „Die Abstimmung zwischen der Küche und dem Sommelier ist besonders wichtig“, betonte Knipp.

„Wenn ein Wein auf die Karte käme, wäre das Klasse!“, sagt Andreas Kimmel. Obstbauer Lindicke ist mit seinen Erwartungen verhaltener: „Mal sehen, wie es weitergeht“, sagte er. Welcher märkische Wein von der Shortlist gewählt wird, soll noch mit der Bundestagswahl entschieden sein.

Von Lisa Neumann

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