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Brandenburg Fake-Biografie: Wenn die Psychologin gar keine ist
Brandenburg Fake-Biografie: Wenn die Psychologin gar keine ist
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19:13 16.09.2016
Quelle: dpa
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Berlin

Eine 35-Jährige hat als falsche Psychologin und Fachärztin für Psychiatrie an verschiedenen Kliniken praktiziert. Vor dem Berliner Landgericht gestand die Angeklagte. „Ich habe mich immer tiefer in meine falsche Biografie verstrickt“, erklärte die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Versicherungskauffrau am Freitag zu Prozessbeginn. Mit gefälschten Dokumenten habe sie sich Anstellungen an verschiedenen Kliniken erschlichen – darunter das Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Berlin.

Die Staatsanwaltschaft legt der Angeklagten insgesamt 55 Taten zur Last – unter anderem Betrug, Titelmissbrauch, Urkundenfälschung und Körperverletzung. In der Zeit von September 2013 bis Mai 2016 habe sie als falsche Psychologin und angebliche Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie auch Psychopharmaka sowie weitere Medikamente verabreicht und Arzneien injiziert. Sie habe „durch Beibringung von Gift andere Personen an der Gesundheit geschädigt“.

Bewerbung mit einer selbst gebastelten Promotionsurkunde

Die Angeklagte sagte, der Schwindel habe begonnen, als sie ihr Studium an der Fachhochschule für Psychologie und Sozialpädagogik in Düsseldorf abbrechen musste. Sie habe sich danach mit einer am Computer selbst gebastelten Promotionsurkunde im Januar 2013 in Wuppertal als Berufsbetreuerin beworben. Als eine Oberärztin sie dann ermunterte, sich an einer Klinik in Remscheid (Nordrhein-Westfalen) zu bewerben, habe sie sich geschmeichelt gefühlt.

Im Oktober 2015 wechselte die 35-Jährige nach Berlin. Für etwa drei Monate war sie als Fachkraft in der Gerichtspsychiatrie tätig. Es folgten weitere Wechsel, bei denen sie zum Teil als Vertretung tätig war. In einer Klinik an der Nordsee sei die falsche Psychologin für etwa sechs Wochen als Oberärztin tätig gewesen, heißt es in Anklage. Insgesamt soll die Hochstaplerin fast 140 000 Euro als falsche Ärztin kassiert haben.

„Nicht die Kraft, den Teufelskreis zu durchbrechen“

„Ich hatte nicht die Kraft, den Teufelskreis zu durchbrechen“, sagte die Angeklagte. Sie war im Mai 2016 verhaftet worden. Ein Unternehmen, bei dem sie sich als promovierte Fachkraft beworben hatte, war dem Schwindel durch Nachforschungen auf die Spur gekommen. Sie sei erleichtert gewesen, erklärte die im Wesentlichen geständige Frau. Ihr Verteidiger sagte, Patienten seien aber nicht zu Schaden gekommen. Der Prozess wird am 23. September fortgesetzt.

Von Kerstin Rebien

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