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Falsche Psychiaterin muss ins Gefängnis

Gefälschter Lebenslauf Falsche Psychiaterin muss ins Gefängnis

Die gelernte Versicherungsfrau will hoch hinaus. Doch als Studentin scheitert sie. Da bastelt sie sich am Computer eine glänzende Biografie als Psychologin und Ärztin – und schafft es sogar bis nach Berlin zur Gerichtspsychiatrie. Doch da fällt sie mit ungewöhnlichen Methoden auf. Nun bringen sie die Lügen hinter Gitter.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Eine falsche Psychologin und Psychiaterin muss für insgesamt drei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis. Die 36-Jährige habe sich mit gefälschten Dokumenten Anstellungen in verschiedenen Kliniken erschlichen, begründete das Berliner Landgericht am Freitag. Die gelernte Versicherungskauffrau wurde der Urkundenfälschung, des gewerbsmäßigen Betrugs, des Titelmissbrauchs sowie der unbefugten Ausübung der Heilkunde schuldig gesprochen. Die geständige Frau war unter anderem im Berliner Krankenhaus des Maßregelvollzugs tätig.

Schwindel begann bereits Ende 2012

Die Angeklagte sei zielgerichtet mit gefälschten Dokumenten wie einer Promotionsurkunde vorgegangen. „Erschreckend, wie leicht solchen Urkunden Glauben geschenkt wird“, hieß es im Urteil. Der Schwindel habe Ende 2012 begonnen. Die 36-Jährige habe sich den falschen Titel in den Personalausweis eintragen lassen.

In der Zeit von Anfang 2013 bis zu ihrer Festnahme im Mai 2016 hatte die Angeklagte als falsche Psychologin und angebliche Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie auch Medikamente verabreicht. Die Anklage war zunächst auch von Körperverletzung ausgegangen. Diese Vorwürfe wurden im Laufe des vierwöchigen Prozesses fallen gelassen.

„Immer tiefer in falsche Biografie verstrickt“

Die Angeklagte hatte erklärt, sie habe sich nach ihrem Scheitern bei einem begonnenen Studium „immer tiefer in eine falsche Biografie verstrickt“. Mit einer selbst gebastelten Promotionsurkunde habe sie zunächst in Wuppertal als Berufsbetreuerin begonnen. Als eine Oberärztin sie dann ermunterte, sich an einer Klinik in Remscheid (Nordrhein-Westfalen) zu bewerben, habe sie sich geschmeichelt gefühlt. 21 Monate sei sie dort tätig gewesen. „Ich hatte nicht die Kraft, den Teufelskreis zu durchbrechen“, sagte die Angeklagte.

Im Oktober 2015 wechselte die 36-Jährige nach Berlin. Für etwa drei Monate war sie als Fachkraft in der Gerichtspsychiatrie tätig. Die Frau sei durch „unprofessionelle Nähe zu Patienten“ aufgefallen, hieß es im Prozess. Als Beispiel wurde „Kaffeetrinken mit Patienten bei Kerzenschein im Schwesternzimmer“ genannt. Die Klinik wollte sich nach der dreimonatigen Probezeit von ihr trennen. „Sie kam dem mit einer Kündigung zuvor“, sagte der Richter. Die Frau zog an die Nordsee.

Insgesamt 140 000 Euro soll die falsche Ärztin kassiert haben. Die Richter folgten mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte eine etwas geringere Strafe beantragt.

Von Kerstin Rebien

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