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Brandenburg Falsche Staatsanwälte betrügen Rentner
Brandenburg Falsche Staatsanwälte betrügen Rentner
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19:04 05.05.2016
Telefon-Betrüger haben es meist auf Senioren abgesehen. Quelle: dpa
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Potsdam

Als Staatsanwälte getarnte Betrüger versuchen derzeit in Brandenburg unter Androhung vermeintlich rechtlicher Schritte Rentner um ihr Erspartes zu bringen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg bestätigte, dass die Anrufer teilweise gehackte Nummern von Behörden nutzten, um glaubwürdig zu erscheinen. Drückt ein verunsicherter Bürger dann zur Kontrolle die Rückruftaste, werde er tatsächlich mit einem Amtsgericht oder der Polizei verbunden, sagt Andreas Baumgart, Betrugs-Experte beim Verbraucherschutz-Beratungszentrum in Potsdam.

Guntram Schulze aus Borgsdorf (Oberhavel) wäre am Montag dieser Woche fast Opfer eines solchen Trickbetrugs geworden. „Der Anrufer gab sich als Staatsanwalt aus Düsseldorf aus “, sagt der 75-Jährige. Der vermeintliche Strafverfolger erklärte, der Rentner habe vor Jahren an einem Lotto-Gewinnspiel teilgenommen, sein Abonnement aber nicht schriftlich storniert. Infolgedessen seien 6000 Euro Schulden aufgelaufen. Eine Verhandlung in Düsseldorf drohe, außerdem eine Verdopplung der Strafe auf 12 000 Euro. Allerdings habe der Rentner Glück, so der Anrufer, denn sein Los habe gewonnen. 76 000 Euro betrage das Preisgeld, die Summe könne aber nur ausgezahlt werden, wenn der Rentner die ausstehende Buße sofort begleiche.

Polizei warnt vor reisenden Dachdeckern

Die Staatsanwalts-Masche beschäftigt die Behörden deutschlandweit seit Jahren, ob in Frankfurt am Main, auf Usedom oder in Rheinland-Pfalz. Die Mainzer Verbraucherzentrale warnte bereits 2013 vor solchen Pseudo-Anklägern.


Vor handfesteren Betrugsmethoden
warnt die Polizei Hausbesitzer in der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark): Reisende Dachdecker – laut Polizei Iren oder Engländer – schwatzten Hausbesitzern kleinere Ausbesserungsarbeiten an Deckung und Regenrinne auf. Sei ein mündlicher Vertrag zustande gekommen, legten sie sofort los und stellten überhöhte Geldforderungen.

Haben auch Sie Erfahrungen mit Betrügern gemacht? Schreiben Sie Ihre Erlebnisse an: Märkische Allgemeine, Kennwort 60 11 53, 14411 Potsdam,
E-Mail: leserbriefe@MAZ-online.de

Guntram Schulze, misstrauisch geworden, verlangte Einsicht in die Unterlagen. Die lägen bei einem Verbraucherschutz-Anwalt in Oranienburg (Oberhavel), sagte der Anrufer. Tatsächlich meldete sich ein „Anwalt“ und teilte Schulze mit, er könne die Dokumente in wenigen Tagen einsehen, solle das Geld aber zur Wahrung der gesetzlichen Pflichten gleich überweisen – auf ein Konto in der Türkei. „Ich wäre fast drauf reingefallen, es wirkte alles so offiziell“, sagt Schulze.

Die Sprecherin der Verbraucherzentrale Lisa Högden sagt, solche „gut gemachten“ Betrugsversuche ereigneten sich derzeit wöchentlich in Brandenburg. Die meisten Betrugsversuche würden allerdings gar nicht aktenkundig, ergänzt Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion West. „Auf fünf bekannte Fälle kommen etwa 50 unbekannte – die Dunkelziffer in diesem Bereich ist sehr hoch“, sagt Schmidt.

Gewinnspiele sind immer wieder Einfallstore für Kriminelle: Verbraucherschützer Andreas Baumgart berichtet von einem Fall, in dem ein Mann angeblich einen Mercedes im Wert von 40 000 Euro gewonnen hatte. Als Überführungsgebühren und Zoll anfielen, zahlte der angebliche Gewinner. Er verlor mehrere Tausend Euro.

Von Ulrich Wangemann

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