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Falsches Spiel mit den Karten

Missbrauchsgefahr Falsches Spiel mit den Karten

Experten warnen vor Sicherheitslücken bei Gutschein- und Geschenkkarten der führenden Anbieter im Einzelhandel. Davon berichtete eine Computerzeitschrift. Die Magnetstreifen und aufgedruckten Barcodes seien leicht zu manipulieren. In Brandenburg gab es bisher keine angezeigten Missbrauchsfälle, doch die Gefahr besteht trotzdem.

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Weihnachten, Ostern oder Geburtstag: Geschenkkarten sind für alle Anlässe bei Käufern beliebt.

Quelle: dpa

Potsdam. Ob aus Zeitmangel oder Einfallslosigkeit wollen viele ihren Lieben mit Geschenkgutscheinen etwas Gutes zu tun. Das könnte dem Beschenkten unter Umständen zum Verhängnis werden, wie die Computerzeitschrift „c’t“ berichtete. Guthabenkarten mit Strichcode oder Magnetstreifen seien demnach nicht ausreichend gesichert und ließen Betrügern leichtes Spiel.

Dem stellvertretenden Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg, Günter Päts, sind Probleme wegen Gutscheinmanipulation im Land bisher nicht bekannt. „Wir haben regelmäßige Sicherheitskonferenzen und arbeiten auch mit dem Landeskriminalamt zusammen. Bis jetzt ist keines der Unternehmen mit diesem Thema an uns herangetreten“, sagte er. Laut Zahlen des deutschen Handelsverbands (HDE) werden etwa 2,8 Milliarden Euro des Einzelhandelsumsatzes über Gutscheinsysteme abgewickelt. Im Jahr 2013 haben über 90 Prozent der großen Handelsunternehmen Gutscheinkarten verarbeitet, bei den kleineren Händlern waren es immerhin 50 Prozent.

Was tun, wenn man den Missbrauch bemerkt?

Auch Lisa Högden von der Verbraucherzentrale Brandenburg sind keine Betrugsfälle bekannt. „Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, dass in Brandenburg so etwas noch nicht vorgenommen ist“, sagte sie. Zentrale Schwachstelle dieser Karten sind laut Computerzeitschrift die aufgedruckten Barcodes und die mangelhafte Sicherung durch Magnetstreifen. Die Strichcodes können Betrüger leicht fälschen und auf andere Karten kleben. Damit ließe sich der Gutscheinwert erhöhen und die Gauner sichern sich Restauszahlungen in Bar. Wer einen Gutscheinbetrug bemerkt, sollte sich an den Händler wenden, bei dem die Karte gekauft wurde, rät Lisa Högden.

Ein Sprecher des europaweit führenden Gutscheinherstellers Retailo empfiehlt Kunden und Verkäufern, die Gutscheinnummern auf dem Kassenbon mit der Nummer auf dem Muster und der auf dem Gutschein selbst zu vergleichen. „Auch wenn etwa nachträglich Aufkleber angebracht wurden, lässt sich das von Kunde und Verkaufspersonal erkennen“, teilte der Sprecher in einer Stellungnahme mit. Stimmen die Nummern nicht überein, könnte es sein, dass ein Betrüger die Karten auf den Pappträgern vertauscht hat und man, ohne es zu wissen, eine fremde Gutscheinkarte auflädt. Manipulationsfälle habe Retailo bisher nur vereinzelt in Amerika festgestellt, akuter Handlungsbedarf bestehe nicht.

Händler leiten Gegenmaßnahmen ein

Von den Sicherheitslücken betroffen seien Gutscheinkarten von Media Markt, Saturn, Obi und Toom sowie Prepaid-Karten von Shell und Jet. Eine Sprecherin des Unternehmens der Elektronik-Fachmarktkette Media-Saturn-Holding teilte der MAZ auf Anfrage mit, dass bereits viele Sicherheits- und Prüfmaßnahmen im Einsatz sind, um möglichem Missbrauch auch künftig vorzubeugen. Cornelia Wolber, Sprecherin von Shell Deutschland, sind keine Missbrauchsfälle der Prepaidkarten, die seit Jahren auf dem Markt sind, bekannt.

Von Luise Fröhlich

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