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Fußballfans vertreiben NPD-Chef aus ICE

FC Union Berlin Fußballfans vertreiben NPD-Chef aus ICE

Jähes Ende einer Zugfahrt für den Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke. Fans des Fußballklubs Union Berlin haben ihn am Mittwoch auf der Heimfahrt vom Auswärtsspiel in Frankfurt am Main aus dem ICE vertrieben. Schmidtke hat den Vorfall auf seiner Facebook-Seite geschildert. Einer Aussage widerspricht die Polizei aber.

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NPD-Chef Sebastian Schmidtke

Quelle: Imago

Frankfurt am Main. Fans des Kultclubs Union Berlin haben am Mittwoch auf der Heimfahrt von ihrem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt den Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke aus dem Zug vertrieben. Das hat ein Sprecher der Bundespolizei Frankfurt am Sonnabend auf Nachfrage von MAZonline bestätigt.

Etwa 75 Fußballfans hatten sich am Mittwochabend mit dem ICE von Frankfurt in Richtung Berlin aufgemacht. Ihre Mannschaft hatte das Spiel beim FSV knapp mit 2:3 verloren. In Hanau, wenige Kilometer nach Frankfurt, bestieg dann Schmidtke den Zug. Sehr zum Verdruss der Fußballfans. Laut Bundespolizei forderten 10 bis 15 Union-Fans den NPD-Mann auf, den Zug zu verlassen. Es kam zu Beleidigungen und Rangeleien. Dabei wurde Schmidtke unter anderem der Rucksack abgenommen.

Polizei widerspricht Teilen von Schmidtkes Aussage

Diesen Vorgang hat der rechtsextreme Politiker auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Auch die Polizei bestätigt den Vorfall soweit. Allerdings gehen danach die Aussagen auseinander. Auf seiner nichtöffentlichen Facebook-Seite schreibt Schmidtke weiter, dass ihn dann die Polizei aufgefordert habe, den Zug zu verlassen. Man könne nicht mehr für seine Sicherheit garantieren. Dem widerspricht der Sprecher der Bundespolizei. „Schmidtke hat den Zug aus freien Stücken und freiwillig verlassen“, sagte der Ralf Ströher, Sprecher der Bundespolizei in Frankfurt. Schmidtke ist demnach in Kassel ausgestiegen.

Schmidtkes Facebook-Eintrag ist auf Twitter verbreitet worden

Schmidtkes Facebook-Eintrag ist auf Twitter verbreitet worden.

Quelle: Screenshot

Nun würden entsprechende Ermittlungen laufen, sagte Ströher weiter. Der Rucksack, der dem NPD-Landeschef gestohlen wurde, ist später von einem Polizisten gefunden worden.

NPD-Chef hat oft Ärger mit Justiz gehabt

Der 30-jährige Schmidtke hat den Vorfall auf seiner Facebookseite veröffentlicht, die aber nicht für alle einsehbar ist. Allerdings ist Schmidtkes Post seit Mittwoch auf verschiedenen Twitterprofilen geteilt worden.

Schmidtke leitet seit 2014 den Landesverband der Berliner NPD und hatte in den letzten Jahren immer wieder Ärger mit der Justiz. So gab es bereits Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn, er soll bei einer NPD-Demonstration auf linke Gegendemonstranten eingeschlagen haben.

Vergangenes Jahr ist er wegen Volksverhetzung verurteilt worden, weil er bei der Produktion der sogenannten Schulhof-CDs mitgeholfen hat.

Auch Bernd Lucke sollte aus Zug vertrieben werden

Im Frühjahr dieses Jahres hatten Fans des FC Köln versucht, den einstigen AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke aus einem Zug zu vertreiben. Es blieb in diesem Fall allerdings bei Wortgefechten. Unter den Augen der Polizei konnte Lucke im Zug bleiben.

Von MAZonline

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