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Fast fertig? Zu Besuch auf der BER-Baustelle

Flughafen auf der Zielgraden? Fast fertig? Zu Besuch auf der BER-Baustelle

Die Deckenplatten hängen noch immer herunter, aber das soll nichts über den Bauzustand aussagen. Hinter den Kulissen wurde der BER laut Flughafenchef Karsten Mühlenfeld inzwischen „im Prinzip“ fast fertig gebaut. In einem Jahr soll der Flughafen startklar sein – vielleicht. Ein Baustellenbesuch.

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Die Kabeltrassen sind saniert, die Decken werden wieder geschlossen.

Quelle: FOTOS: dpa

Schönefeld. Auf halber Treppe bleibt Jörg Marks stehen und legt die Hand auf ein Geländer. „Das ist auch so eine Sache“, sagt der Technikchef des Flughafens BER. „Hier haben wir zehn Meter Handlauf nachrüsten müssen. In allen Treppenhäusern insgesamt 2,3 Kilometer. Sowas hält auf.“ Die Treppenhäuser des BER haben nun Geländer auch dort, wo es weder Stufen gibt noch Abgründe, in die man stolpern könnte. Warum das nötig war? Marks zuckt mit den Schultern. „Steht in der Versammlungsstättenverordnung oder so“, sagt er. „Am Frankfurter Flughafen gibt es so was jedenfalls nicht.“

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Technikchef Jörg Marks erklärt den Bauzustand.

Quelle: dpa-Zentralbild

Marks und Flughafenchef Karsten Mühlenfeld führen durch das Flughafen Terminal, vorbei an langen, leeren Laufbändern, Wartebänken in Frischhaltefolie, eingestaubten Auskunftstresen und dunklen Monitoren, auf denen in einem Jahr – oder erst in anderthalb – die Gates und Flugnummern angezeigt werden. Mühlenfeld will sich noch nicht festlegen. Erst Anfang nächsten Jahres will er einen Eröffnungstermin nennen. Aber sicher ist selbst das nicht.

„Ein Flughafen ist nie ganz fertig“

Mühlenfeld und Marks wollen zeigen, was sich getan hat, auch wenn vieles noch so wirkt wie vor ein paar Jahren, als ebenfalls Arbeiter auf Leitern in den aufgeklappten Decken herumschraubten und ab und an eine Bohrmaschine aufheulte. „Wir stehen heute ganz anders da als 2012“, sagt der Flughafenchef. Später, im Nieselregen auf der Besucherterrasse, wird er sagen: „Ein Flughafen ist nie ganz fertig. Da wird immer etwas angepasst.“

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Die Deckenplatten hängen noch immer herunter, aber das soll nichts über den Bauzustand aussagen. Hinter den Kulissen wurde der BER laut Flughafenchef Karsten Mühlenfeld inzwischen „im Prinzip“ fast fertig gebaut. In einem Jahr soll der Flughafen startklar sein – vielleicht. Ein Baustellenbesuch.

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Die letzten Genehmigungen stehen noch aus

Tausende Kilometer Kabel wurden neu verlegt, Versorgungssysteme erweitert, Brandschutzdecken eingezogen oder verstärkt. Die Deckenplatten hängen vielerorts noch immer herunter, aber die meisten Mängel sind laut Marks abgearbeitet: „Wir haben viel geschafft, auch wenn man es nicht immer sieht.“

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Das Kranich-Logo ist sauber.

Quelle: dpa-Zentralbild

Die letzten Aktenordner sollen Ende des Monats beim Bauamt eingehen – es ist der sogenannte sechste Nachtrag. Wenn alles in Ordnung ist und keine Nacharbeiten gefordert werden, ist der Airport laut Mühlenfeld und Marks im Prinzip fertig. Ein Teil der Anlagen – etwa im Nordpier – ist schon betriebsbereit. Aber erst der Testbetrieb, zum Beispiel die Versuche mit künstlichem Rauch, wird zeigen, ob die Technik des Flughafens diesmal mitspielt. Böse Überraschungen seien nie ausgeschlossen, sagt Mühlenfeld. Gerade erst waren es die Fenstermotoren, die bei 30 Grad Temperatur versagten und ausgetauscht werden mussten.

Produktionsfehler und Geister aus der Vergangenheit

Ein Produktionsfehler, so Mühlenfeld. Dagegen sei niemand gefeit. Gefeit ist man auch nicht gegen die Geister der Vergangenheit, der Zeit überhasteter Fehlplanungen. Marks kann viele Geschichten von diesen Altlasten erzählen. So wie jene von den kleinen Büroräumen ohne Fenster, die laut märkischer Vorschriften ab 20 Quadratmeter an die Entrauchungsanlage angeschlossen werden müssen. „Man hätte sich den ganzen Aufwand sparen können, wenn man die Räume einfach nur 19 Quadratmeter groß gemacht hätte“, sagt Marks. „In Frankfurt gibt es solche Vorschriften jedenfalls nicht.“

Das Terminal des BER

Das Terminal des BER.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dafür gibt es in Frankfurt ähnliche Debatten wie in Brandenburg – Debatten um mehr Nachtruhe. Einen Neuanlauf in den Verhandlungen um ein strengeres Nachtflugverbot – das fordern Anwohner, und das hat auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angekündigt. Sehr zum Missfallen von Airport-Boss Mühlenfeld. Er hält nichts davon, wie er deutlich machte. „Wenn wir das Nachtflugverbot ausweiten, nehmen wir weniger ein. Wenn wir weniger einnehmen, können wir unsere Schulden nicht so schnell zurückzahlen.“

Von Torsten Gellner

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