Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Fast jede dritte Kunststunde ohne Kunstlehrer
Brandenburg Fast jede dritte Kunststunde ohne Kunstlehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 30.01.2016
Der Kunstunterricht findet in Brandenburg oft ohne qualifizierte Lehrer statt. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Fast jede dritte Unterrichtsstunde in Kunst an Brandenburgs Schulen findet ohne qualifizierten Lehrer statt. Im Schnitt würden 70 Prozent aller Stunden von ausgebildeten Fachlehrern erteilt, gab Bildungsminister Günter Baaske (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Bündnisngrünen an. Die verschiedenen Schulformen seien jedoch unterschiedlich vom Fachlehrermangel betroffen. Wie hoch der Bedarf an Kunstlehrern ist, um die Lücken zu schließen, lasse sich nicht eindeutig sagen.

Lesetipp: Brandenburgs Schulen gehen die Lehrer aus>>

Der Fachverband für Kunstpädagogik Brandenburg (BDK) kritisiert den Lehrermangel seit Jahren. „Das Fach Kunst hat leider einen geringeren Stellenwert als die Naturwissenschaften“, sagte die Verbandsvorsitzende Katja Frick der Deutschen Presse-Agentur. „Besonders betroffen sind Grund- und Förderschulen, wo 40 beziehungsweise 60 Prozent des Unterrichts nicht von Kunstlehrern erteilt wird.“

Die Grünen sehen Bildungsbenachteiligung

An den Oberschulen liege der Anteil bei 25 Prozent. An Gymnasien und Gesamtschulen seien hingegen so viele Kunstlehrer beschäftigt, dass sie fast den gesamten Bedarf abdecken können. Als Folge des Lehrermangels fehle häufig die fundierte Auseinandersetzung mit Kunstwerken, so dass den Schülern hier Frick zufolge grundlegende Kompetenzen abgehen. Laut Baaske gibt es für fachfremde Lehrer seitens des Ministeriums keine Festlegungen und Auflagen.

„Kunstunterricht ist ebenso wichtig wie Deutsch und Mathematik“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, Marie Luise von Halem, am Samstag. Er biete die Chance, verschiedene Kulturen und Geisteshaltungen kennenzulernen und fördere die Kreativität der Schüler. Es gehe um elementare Bildungskompetenzen. „Jedes Kind und jeder Jugendliche hat Anrecht auf einen hochwertigen Kunstunterricht.“ Der Umstand, dass es Brandenburg zwar an den Gymnasien und Gesamtschulen gelinge, den Bedarf abzudecken, jedoch nicht an den Oberschulen, werfe Fragen auf. „Hier offenbart sich eine deutliche Bildungsbenachteiligung“, kritisierte Halem.

Land setzt auf Quereinsteiger

Eine der wichtigsten Ursachen für den Kunstlehrermangel ist aus Verbandssicht das Fehlen einer eigenständigen Ausbildung in Brandenburg. Nach mehreren Abbauwellen an der Universität Potsdam werde das Fach nur noch als Ergänzungsangebot für Lehramtsstudenten angeboten. Frick: „Brandenburg ist das einzige Bundesland, in dem es keine fundierte Kunstpädagogik-Ausbildung mehr gibt.“

Das Land versuche, das Problem unter anderem mit Hilfe von Quereinsteigern zu lösen. „Unter ihnen gibt es Lehrer, die richtig gut sind.“ Doch einige Kollegen seien auch überfordert, weil ihnen die pädagogische Ausbildung fehle. Zwischen dem Ministerium und dem Verband gab es im vergangenen Jahr Gespräche zum Lehrermangel. Sie blieben dem Verband zufolge jedoch bislang ohne Ergebnis. Ausgebildete Kunstlehrer haben in Brandenburg unterdessen gute Chancen auf eine Stelle, insbesondere wenn auch für das zweite Fach ein hoher Bedarf bestehe. Dies treffe derzeit auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Sport, Musik und die Naturwissenschaften zu.

Von Anja Sokolow

Asylbewerber müssen oft lange warten, bis ihre Anträge geprüft sind. Einige Asylsuchende wollten dem Prozess etwas Nachdruck verleihen und haben in Frankfurt (Oder) eine Behörde belagert. Auch die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort – doch die Öffentlichkeit erfuhr davon zunächst nichts. Die CDU verlangt nun Aufklärung.

30.01.2016

Das Lachen ist den Unternehmen am BER in Schönefeld längst vergangen. Nach vielen Eröffnungspatzern klagen nun insgesamt 5 Unternehmen auf Schadenersatz. Unterdessen soll Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Platzeck vor dem BER-Untersuchungsausschuss im Kreuzverhör aussagen. Es soll erhebliche Versäumnisse gegeben haben.

30.01.2016

Die in Brandenburg rückwirkend erhobenen Altanschließer-Beiträge sind grundgesetzwidrig. Dieser sensationelle Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes löste ein politisches Beben und Unsicherheit bei den Betroffenen aus. Experten vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) antworten im MAZ-Forum auf Leserfragen.

30.01.2016
Anzeige