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Brandenburg Fast jeder dritte Chef ist eine Frau
Brandenburg Fast jeder dritte Chef ist eine Frau
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07:22 31.07.2013
Potsdam

Bettina Frenzel hat schon lange das Sagen. Seit 20 Jahren arbeitet die Diplom-Informatikerin und promovierte Ingenieurin in leitenden Positionen. Inzwischen führt sie mit der Habakus Unternehmensberatung in Potsdam ihre eigene Firma. Frenzel ist in Brandenburg keine Ausnahme mehr: 29 Prozent der Führungspositionen in der Mark sind von Frauen besetzt, wie aus dem am Dienstag von Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) vorgestellten „Betriebspanel 2012“ hervorgeht.

„Gefühlt sind es weniger“, sagt Frenzel, die auch Mitglied im Vorstand des Brandenburger Unternehmerinnenverbandes ist. Tatsächlich liegt Brandenburg mit seinem Frauenanteil unter dem Schnitt der ostdeutschen Länder (31 Prozent), in denen Frauen häufiger in die Chefetage aufrücken als im Westen (26 Prozent). Und: Seit 2004 stagniert der Anteil der Frauen in Leitungspositionen in Brandenburg. In Betrieben des öffentlichen Bereichs findet man Frauen dabei noch häufiger auf dem Chefsessel als in der Privatwirtschaft. Doch für beide Bereiche gilt: „Frauen sind deutlich unterrepräsentiert“, wie es in der Studie heißt, für die 992 märkische Betriebe befragt wurden. Während Frauen im Dienstleistungsgewerbe, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich Erziehung und Unterricht, noch eher Aufstiegschancen haben, erklimmen im produzierenden Gewerbe nur wenige weibliche Fachkräfte die Karriereleiter.

„Frauen in Brandenburg sind gut qualifiziert“, sagt Vera Dahms vom Berliner Institut für sozialökonomische Strukturanalyse, das die Daten der Umfrage ausgewertet hat. Viele Firmen nutzten das Potenzial, um den zunehmenden Bedarf an Fachkräften zu decken, aber: „Da gibt es noch Reserven in den Betrieben“, sagt sie.

Um die Reserven zu mobilisieren, will das Land mit gutem Beispiel vorangehen. In der Landesverwaltung und in Aufsichtsgremien gilt künftig eine Frauenquote von 50 Prozent, wie das Kabinett am Dienstag beschlossen hat. „Frauen haben nach wie vor einen erschwerten Zugang zu Führungspositionen“, erklärt Frauenminister Baaske, der den Gesetzentwurf eingebracht hatte. Chancengleichheit werde sich in absehbarer Zeit aber nicht von allein einstellen, deswegen werde die Quotierung festgeschrieben. Konkret bedeutet das: Bei allen künftigen Stellenbesetzungen im Landesdienst muss überprüft werden, ob bei Funktionen mit Leitungsaufgaben der Frauenanteil mindestens 50 Prozent beträgt. Wenn das nicht der Fall ist, werden Frauen bei gleichwertiger Qualifikation gegenüber männlichen Bewerbern bevorzugt. Aktuell sind etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Landesverwaltung Frauen. Aber: Sie stehen nicht ganz oben in der Hierarchie. So sind in den Ministerien und der Staatskanzlei nur 28 Prozent der Abteilungsleiter und 34 Prozent der Referatsleiter weiblich.

Auch in den Betrieben bleiben Frauen bislang in der zweiten Reihe. Auf der unteren Führungsebene sind weibliche Kolleginnen gern gesehen: Fast die Hälfte der „Hinterbänkler“ sind Frauen. Gemessen am ostdeutschen Durchschnitt sind Brandenburger Frauen damit überdurchschnittlich häufig auf der zweiten Ebene vertreten. Dass die Damen, die der ersten Riege den Rücken stärken, selbst ins Rampenlicht rücken, ist dabei dringend nötig: Für mehr als 2000 märkische Betriebe müssen bis Ende 2014 aus Altersgründen neue Chefs gefunden werden. Fast ein Drittel von ihnen hat laut „Betriebspanel“ noch keine konkrete Vorstellung, wer die Nachfolge antreten könnte.

Von Marion Kaufmann

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