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Brandenburg kann sich kein "d" kaufen

12.000 Landes-Urkunden mit falschem Siegel Brandenburg kann sich kein "d" kaufen

Waltraud "Wara" Wende muss derzeit viel Spott ertragen: Ausgerechnet bei der Bildungsministerin von Schleswig-Holstein schlichen sich peinliche Fehler in ein offizielles Schreiben ein. Doch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigt sich solidarisch – er vergibt Urkunden mit falschem Landessiegel.

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Dietmar Woidke vergibt Urkunden mit falschen Siegel.

Quelle: MAZ

Potsdam. Schleswig-Holsteins parteilose Bildungsministerin Waltraud "Wara" Wende muss dieser Tage mächtig Häme über sich ergehen lassen. Bei einem offiziellen Schreiben der habilitierten Germanistin haben sich ein paar Fehler eingeschlichen. Von "Gymansien" und "planwirtschaftlkchen" Vorgaben ist da die Rede. Die Frau muss sich nicht grämen. Kann doch jedem passieren, also ächt mahl.

Auch unsere libe Landesregierung zum Beispiel hat es nich immer so mit Rechsreibung. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit erreichten uns Urkunden, die Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) an ehrenamtliche Helfer beim letzten Hochwasser überreichte. Auf dem Dokument prangt stolz der Stempel der Staatskanzlei mit märkischem Adler: "Lanesregierung Brandenburg. Der Ministerpräsident".

Bevor Sie jetzt hämisch über die Landesregierung lachen: Der Fehler hat Methode. Wie bitte, soll sonst der Haushalt konsolidiert werden? Brandenburg kann sich kein "d" kaufen. Wenn man mal ansetzt, dass so ein "d" 1,50 Euro kostet und wenn man jetze mal davon ausgeht, dass so ein Ministerpräsident ja pausenlos am Stempeln ist, da kommt schon was zusammen. Bei sagen wir mal 300 Ehrenamtlern, die im Jahr geehrt werden, wären es schon 450 Euro. Nach zwei Legislaturen 4500 Euro. Das ist nachhaltige Finanzpolitik!

Womöglich ist es aber auch so, dass Woidke die im Land umstrittene Schreiblernmethode "nach Gehör" etablieren will. Rechtschreibung ist dabei nicht gefragt, im Gegenteil. Die Kinder sollen die Worte kreativ aufs Papier bringen, so, wie man sie spricht. In der Mark ist das dann eben ein genuscheltes Lanesregierung. Vielleicht sollte der Fata der Merker einfach ein Entschuldigungsschreiben an die Ehrenamtler verfassen und erklären, dass es sich bei dem falschen Siegel um eine Geste der Solidarität mit den belächelten Schleswig-Holsteinern handelt.

Gezeichnet: Ihr Dietma Woidke.

Was danach geschah...

Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert am Freitag gegenüber der MAZ bestätigte, sind insgesamt rund 12.000 Urkunden für ehrenamtliche Fluthelfer mit dem falschen Siegel ausgegeben worden. Das Siegel sei am Computer erstellt und dann auf die Urkunden gedruckt worden, erklärt Krahnert. "Ein menschlicher Fehler." Ein Geehrter habe den Fehler bemerkt, der dann korrigiert worden sei. 90 Prozent der Urkunden waren da aber schon verteilt. "Die Empfänger haben nun ein Unikat", meint die Sprecherin.

Von Marion Kaufmann

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