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Fernbus-Preiskampf: Übermüdung hat System

MAZ-Kommentar Fernbus-Preiskampf: Übermüdung hat System

Es ist eine erschreckende Entwicklung – die Polizei muss immer mehr übermüdete Fahrer von Fernbussen aus dem Verkehr ziehen. Diese Übermüdung hat System. Denn der Preiskampf bringt die Busanbieter in Bedrängnis, Busfahrer verzichten immer häufiger auf Pausen. Aber auch die Reisegäste tragen Verantwortung. Ein Kommentar.

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Quelle: dpa

Potsdam. Preisbewusste Passagiere freuen sich über die Schnäppchenangebote der Fernbusanbieter: Für 19 Euro nach München – das hat es zu Zeiten des Bahnmonopols auf Langstrecken nicht gegeben. Die Kehrseite dieses Preissturzes ist eine für alle aufmerksamen Autofahrer offensichtliche Zunahme gefährlicher Situationen. Ein Reisebus, der kurz mal auf die Überholspur oder den Seitenstreifen schlingert – diese Schrecksekunden kennt jeder. Alles zufällige, nicht repräsentative Beobachtungen? Leider nicht.

– Fernbus-Preiskampf: Mehr übermüdete Fahrer

MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann

MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

Quelle: Bungert

Wenn die Brandenburgische Polizei 350 Fernbusfahrer kontrolliert und bei 305 feststellt, dass sie entweder zu lang hinterm Steuer sitzen oder sich nicht genügend ausgeruht haben, dann hat die Sache System. Angesichts des Preiskampfs, in den auch die Deutsche Bahn mit ihren 19-Euro-Tickets eingegriffen hat, drehen die Busanbieter jeden Euro dreimal um. Jeder Stau bringt die Fahrer angesichts des engen Terminplans in Bedrängnis, denn sie überschreiten ihre zulässigen Arbeitsstunden. Und nicht immer ist ein (für den Anbieter teurer) Ersatzfahrer an Bord. Um Verspätungen aufzuholen, verzichten viele Fahrer auf ihre gesetzlich verordneten Pausen.

Was man dagegen tun kann? Kontrollieren und bestrafen – aber bitte nicht nur die Fahrer, die letztlich die Leidtragenden des Konkurrenzdrucks sind. Was jeder Passagier unternehmen kann: Den Fahrer ansprechen, wenn dieser gähnt oder mal wieder seltsame Dehnübungen auf seinem Sitz macht.

Von Ulrich Wangemann

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