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Feuerwehrmann fährt in den Tod

Reetz: Drei Menschen sterben bei tragischem Autounfall Feuerwehrmann fährt in den Tod

Es ist kurz vor 1 Uhr an diesem Sonntag, als ein Audi-Fahrer mit seinem Wagen gegen einen Baum auf der Landstraße zwischen Reppinichen und Reetz (Potsdam-Mittelmark) kracht. Alle drei Insassen sterben bei der heftigen Wucht des Aufpralls. Als die Feuerwehr anrückt, erleiden die Kameraden einen Schock, denn es ist ihr Kollege. Ein ganzer Ort trauert.

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Von dem Audi ist kaum noch etwas zu erkennen. Zwei Polizisten der Kripo untersuchen das Wrack, in dem drei Menschen starben.
 

Quelle: Julian Stähle

Reetz.  Große Bestürzung herrscht seit in Reetz und der Umgebung des rund 570 Einwohner zählende Ortsteiles der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Bei einem tragischen Autounfall sind in der Nacht zu Sonntag drei Männer ums Leben gekommen. Darunter ein Feuewehrmann aus Reetz.

Der 47-Jährige war als Fahrer eines Audi A4 gegen 0.40 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Reppinichen und Reetz in einer scharfen Rechtskurve mit dem Auto nach links von der Piste abgekommen. Der Audi-Kombi prallte seitlich gegen einen Kiefernbaum. In dem Unfallwrack starben zudem ein 38 Jahre alter rumänischer Beifahrer sowie ein 37-jähriger Pole.

Dieser Baum wurde für drei Menschen zum Verhängnis

Dieser Baum wurde für drei Menschen zum Verhängnis. Die Rettungskräfte fanden ein Trümmerfeld vor.

Quelle: Stähle

Die genaue Unfallursache ist nach Angaben der Polizei ungeklärt. Experten und ein Unfallgutachter ermittelten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam noch in der Nacht an der Unfallstelle. Der völlig zerstörte Wagen wurde für genauere Untersuchungen sichergestellt.

Der 47-jährige Fahrer könnte zu schnell unterwegs gewesen sein. Dass eine enorme Geschwindigkeit gewirkt haben muss, ist an dem Trümmerfeld zu erkennen. Einige Teile des PKW und ein Rad flogen bis zu 5 m weit in den Wald hinein.

Fünf Meter entfernt wurde dieser Baum von einem Rad gestreift

Fünf Meter entfernt wurde dieser Baum von einem Rad gestreift.

Quelle: Stähle

Besonders schwer war der Einsatz für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Reetzerhütten und Reetz. Sie waren zuerst an der Unfallstelle und mussten unter den Toten einen ihrer eigenen Kameraden aus dem Autowrack bergen. „Es war ein schreckliches Bild“, sagte Ronald Schüler, der Einsatzleiter von der Reetzer Feuerwehr.

Als die besondere Tragik des schweren Unfalls klar war, wurden die Reetzer Feuerwehrleute vom Unfallort abgezogen und durch Einsatzkräfte aus Wiesenburg abgelöst. Notfallseelsorger kümmerten sich noch in der Nacht um Feuerwehrleute, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen wollten, um den Einsatz verarbeiten zu können. Pfarrer Stefan Baier aus Brück stand dafür in der Nacht zur Verfügung. „Die Kameraden konnte nicht ahnen, was sie am Unfallort erwartet. Daher war der Schock groß“, sagte der Notfallseelsorger der MAZ. „Es war gut, dass ich angefordert wurde und der Einsatzleiter seine Kameraden umgehend ablösen ließ“, sagte Baier. Er wird am morgigen Dienstag auch zur Dienstberatung der Feuerwehr Reetz dabei sein, „um der Trauer Raum geben zu können“. Erfahrungsgemäß gelinge es Feuerwehrleuten nach psychisch schweren Einsätzen „oft sehr gut durch die Solidarität untereinander, solche Ereignisse zu verarbeiten“, so Baier.

Die drei Insassen wurden in dem Kombi eingeklemmt und mussten heraus geschnitten werden

Die drei Insassen wurden in dem Kombi eingeklemmt und mussten heraus geschnitten werden. Doch jede Hilfe kam zu spät.

Quelle: Julian Stähle

Die Wiesenburger Ortsfeuerwehr bat sich dafür schon den nötigen Abstand aus. „Durch uns wird es keine wie sonst zeitnahe Berichterstattung geben“, heißt es auf der Internetseite der Feuerwehr Wiesenburg. Aus Respekt gegenüber den Familien und Kameraden der Opfer bitten sie dafür um Verständnis. „In der Nacht galt es einen schweren Einsatz zu bewältigen“, schreiben die Kameraden.

„Geschockt“ vom Geschehen der Unglücksnacht zeigte sich auch Marion Gante. Wie die Ortsvorsteherin von Reetz der MAZ sagte, seien die Gedanken vieler Dorfbewohner jetzt vor allem bei den Familien der bei dem Unfall getöteten drei Männer.

Die Kreisstraße K6937 zwischen Reetz und Reppinichen gilt seit Jahren als „Todesstrecke“. Immer wieder war es dort – vor allem in der tückischen, fast rechtwinkligen Kurve zwischen beiden Dörfern – zu schweren Unfällen gekommen. Schon oft kamen Fahrzeuge dort von der Piste ab und landeten im Wald.

Von Thomas Wachs / MAZonline

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