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Feuerwehrschule: Mobbing gegen Kritiker

Nach Rechtsextremismus-Skandal Feuerwehrschule: Mobbing gegen Kritiker

Rechtsextreme Umtriebe, Mauscheleien bei der Vergabe von Aufträgen und jetzt auch noch Mobbing: Die Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt kommt nicht zur Ruhe. Die CDU fordert die Aufklärung sämtlicher Vorfälle – das Innenministerium hat den Schulleiter zum Rapport einbestellt.

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Alarmzustand bei der Feuerwehr: Gegen die Landesschule in Eisenhüttenstadt gibt es immer neue Vorwürfe.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Nach den Rechtsextremismus-Vorwürfen gegen Schüler und Bedienstete hat es an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) einen neuen Zwischenfall gegeben. Ein Lehrer ist Opfer einer Mobbing-Aktion geworden. Pikant: Es handelt sich um den Mann, der mit seiner Anzeige die mutmaßlich rechtsextremen Vorfälle an der Landesfeuerwehrschule bekannt machte.

Innenministerium: Wir nehmen Vorwürfe sehr ernst

Wie die MAZ erfuhr, prangte vergangene Woche ein Aushang am Schwarzen Brett der öffentlichen Einrichtung. Die Fotomontage zeigte das Konterfei des Lehrers, versehen mit dem Slogan „Er ist wieder da“ – eine Anspielung auf die Hitler-Satire von Timur Vermes, die gerade in den Kinos angelaufen ist. Das Innenministerium bestätigte den Vorfall auf MAZ-Anfrage. „Uns ist der Vorgang seit Dienstagabend bekannt“, sagte Sprecher Ingo Decker. „Wir nehmen das sehr ernst. Es ist offensichtlich, dass jemand den Lehrer auf dem Kieker hat.“

Der Leiter der Landesfeuerwehrschule, Landesbranddirektor Heinz Rudolph, ist vom Innenministerium beauftragt worden, über den Vorfall vor dem Wochenende Bericht zu erstatten, wie Decker mitteilte. Allerdings lag die Stellungnahme bis zum Freitagabend nicht vor.

CDU fordert Aufklärung

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Björn Lakenmacher, rief Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) dazu auf, die Ereignisse an der Landesfeuerwehrschule konsequent und lückenlos aufzuklären. „Der Anschein, dass sich an der Landesfeuerwehrschule ein nicht hinnehmbares und unktonrolliertes Eigenleben entwickelt hat, erhärtet sich mit jedem neuen Vorfall“, sagte Lakenmacher, der die Einrichtung schon zuvor für einen fragwürdigen Korpsgeist kritisiert hatte.

Ende August sollen angehende Berufsfeuerwehrleute auf einer Feier am Rande eines Lehrgangs in Eisenhüttenstadt „Sieg Heil“ gerufen und rechtsextreme Musik gehört haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt gegen neun Beschuldigte wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Das soll kein Einzelfall gewesen sein.

Lehrer nach Anzeige nach Potsdam abgeordnet

Intern machte man dem Anzeigeerstatter daraufhin zum Vorwurf, den Dienstweg umgangen zu haben. Er hätte zuerst die Leitungsebene informieren sollen, bevor er Anzeige erstatte. Kurz nach dem Vorfall wurde der Lehrer nach Potsdam in den Koordinierungsstab zur Bewältigung der Flüchtlingskrise abgeordnet.

In der Vergangenheit hatte es schon einmal Rechtsextremismus-Vorwürfe an der Schule gegeben. Die polizeilichen Ermittlungen bestätigten das allerdings nicht.

Ex-Schulleiter im Visier der Staatsanwaltschaft

Anfang Oktober war zudem bekannt geworden, dass das Landeskriminalamt gegen den früheren Leiter und Landesbranddirektor, Norbert Zoschke, ermittelt. Er steht in Verdacht des Subventionsbetruges. Bei der Vergabe von Aufträgen, etwa zur Beschaffung neuer Fahrzeuge, hatte es Unregelmäßigkeiten gegeben.

In Feuerwehrkreisen gilt die Landesfeuerwehrschule als Einrichtung, die sich weitgehend der Kontrolle des Innenministeriums entzogen hat und fernab der Landeshauptstadt ein Eigenleiben führt. Die Leitungsebene pflege eine Mentalität nach Gutsherrenart, heißt es.

Von Bastian Pauly

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