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Feuerwehrverband: Rente für Kameraden!

Nachwuchssorgen Feuerwehrverband: Rente für Kameraden!

Seit Jahren geht die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in Brandenburg zurück – mit gravierenden Folgen für die Bereitschaftsdienste. Um einen kleinen Anreiz zu schaffen, bringt der Landesfeuerwehrverband jetzt eine Rente für bewährte Aktive ins Spiel. In anderen Bundesländern gibt es das längst.

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Freiwillige Feuerwehr am Brandort,

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen bei Freiwilligen Feuerwehren bringt der Landesfeuerwehrverband die Einführung einer Feuerwehrrente ins Spiel. Die gibt es zum Beispiel in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Laut Brandenburgs Verbandschef Werner-Siegwart Schippel könnten, wenn sich Land und Kommunen beteiligen, bis zu 120 Euro im Monat an bewährte Feuerwehrleute ausgezahlt werden, wenn die das Rentenalter erreichen. Diese Art der Wertschätzung könne sich positiv auf die Nachwuchssuche der Wehren auswirken, hoffen die Befürworter.

Von Land zu Land unterschiedlich

Verschiedene Modelle gibt es für Feuerwehrrenten. In Thüringen etwa sparen Land und Kommune je fünf Euro monatlich für jedes aktive Wehrmitglied an. So kann ab dem 60. Lebensjahr eine kleine Rente bezahlt werden.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat den Kommunen die Möglichkeit eingeräumt, Einzahlungen in Rentenprodukte privater Anbieter zu ermöglichen. Haldensleben und Halberstadt machen davon Gebrauch. Die Zusatzrenten sehen bestimmte Vergünstigungen vor.

In Sachsen gab es heftige Debatten, bei denen es um die finanzielle Zusatzbelastung der Gemeinden ging.

In fünf Regionalkonferenzen will der Verband mit allen Wehr-Freiwilligen 2017 Varianten diskutieren. „Wenn ein solches Modell Wille der Basis ist, tragen wir das an die Landesregierung heran“, so Schippel. Allerdings müsse man Schnellschüsse vermeiden. Hintergrund ist ein dramatischer Rückgang der Mitgliederzahlen bei der Freiwilligen Feuerwehr von 47 768 im Jahr 2006 auf 39 280 im Jahr 2015 – diese Werte nennt das Innenministerium.

Tagesbereitschaften sind heute schon ein Problem

In vielen Landesteilen sei es schwierig, überhaupt noch genügend Kameraden für die Tageseinsatzbereitschaften zu finden, sagt der Verbandschef. Um die notwendigen neun Leute für einen Löschzug zusammen zu trommeln, müssten oft mehrere Wehren aus dem Umkreis alarmiert werden. Die Jugendfeuerwehren verzeichneten zwar nach Jahren des Niedergangs seit einiger Zeit wieder leichte Zuwächse. Allerdings könnten die 500 Jungfeuerwehrleute, die jedes Jahr in die Einsatzabteilungen wechseln, den Verlust von jährlich 1000 altgedienten Brandschützern nicht kompensieren.

Innenministerium plant für 2017 Konzept zur Stützung der Wehren

Im Innenministerium reagiert man verhalten. „Das Problem ist ein demografisches, das kann auch eine Feuerwehrrente nicht lösen – man schafft ja keine neuen Jahrgänge“, sagt Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt. In der Wahrnehmung junger Leute sei das Thema Rente zudem noch sehr weit entfernt. Das Ministerium hat laut Brand eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Konzept zur Absicherung der Einsatzfähigkeit märkischer Brandschützer erarbeiten soll. „Im Frühjahr 2017 soll ein Konzept vorliegen“, sagt Brandt. „Das kann nur eine komplexe Lösung sein.“ Zur Unterstützung der Tagesbereitschaften habe sich etwa das System der Stützpunktfeuerwehren bewährt. Sie haben Zuständigkeiten über die kommunalen Grenzen hinweg und werden vom Land kofinanziert.

Staatssekretärin würdigt Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr

Zum 25-jährigen Bestehen des Brandenburger Jugendfeuerwehrverbandes hat Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange die Bedeutung der Nachwuchsarbeit für den Brandschutz gewürdigt. Dieses Ehrenamt sei das Rückgrat für einen flächendeckenden Brand- und Katastrophenschutz, sagte Lange am Samstag bei der Jubiläumsfeier in Bad Wilsnack (Prignitz). „Engagierte Jugendfeuerwehren sind Voraussetzung für einen leistungsfähigen Brandschutz in der Zukunft.“

Seit Jahren gibt es immer weniger Aktive bei den Freiwilligen Feuerwehren im Land. Deren Zahl sank seit 2002 von gut 50 000 Ehrenamtlichen auf 39 300 im vergangenen Jahr. Bei der Jugendfeuerwehr gingen die Mitgliederzahlen zwischen 2002 und 2008 deutlich zurück. Danach wuchs die Zahl der jungen Brandbekämpfer bis Ende 2015 aber wieder auf 12 800, darunter knapp 4000 Mädchen. Sie sind in 1000 Feuerwehren und 250 Kinderfeuerwehren organisiert.

Von Ulrich Wangemann

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