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Brandenburg Brandenburgs Lehrer sollen Personalnot bei der Feuerwehr beenden
Brandenburg Brandenburgs Lehrer sollen Personalnot bei der Feuerwehr beenden
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00:21 10.12.2018
Feuerwehrleute bei der Arbeit. Quelle: Julian Stähle/dpa
Potsdam

Im Kampf gegen den Personalschwund bei den Freiwilligen Feuerwehren will der einflussreiche Feuerwehrverband Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes stärker einbinden. „Von der Sekretärin bis zum Amtsleiter und Grundschullehrer müssen Leute bereit stehen, die im Brandfall alles stehen und liegen lassen“, sagte Schippel. Dies umzusetzen, werde eine Herausforderung, auch in rechtlicher Hinsicht, deutete Schippel an.

„Wir betreten mit solchen Modellen Neuland“, äußerte der Verbands-Vorsitzende. „Es gibt so etwas nicht als fertiges Projekt.“ Er sehe aber „keine Alternative“. Es müsse sichergestellt werden, dass „an kritischen Stellen“ Spezialisten bereitstünden, die mit Atemschutz Menschen aus verrauchten Gebäuden retten könnten oder Drehleitern bedienen könnten. „Diese sechs Leute müssen sofort greifbar sein“, so Schippel. Und weiter: „Das aktuelle Zubringerverfahren ist auf die Dauer nicht haltbar.“

Neues Berufsbild etablieren

Die Landesregierung will im Zug der Reform des Brand- und Katastrophenschutzes ein neues Berufsbild etablieren. „Kommunalbedienstete mit Feuerwehraufgaben sollen über eine feuerwehrtechnische Qualifikation verfügen, die oberhalb der Befähigung einer ehrenamtlichen und unterhalb der einer hauptamtlichen Einsatzkraft anzusiedeln ist“. Explizit erwähnt der Entwurf die Mitarbeiter von kommunalen Bauhöfen.

Es reiche allerdings nicht aus, wenn in den Kommunen künftig ein paar Bauhofmitarbeiter zusätzlich ausbildeten, um die Einsatzreserve der Feuerwehren zu stärken, wandte der Verbandsvorsitzende Schippel ein: „Das muss sich auf Gesamtverwaltung beziehen.“

Die Vorschläge Schippels stünden „nicht im Gegensatz zu denen des Ministeriums“, sagt Innenressortsprecher Lothar Wiegand. „Wir wenden uns an alle, die in Frage kommen“, sagt Wiegand. Jemand, der vor Ort arbeitet, sei dabei in besonderem Maße geeignet, die Tagesbereitschaft der Freiwilligenwehren zu verstärken. Eine Dienstpflicht allerdings sei rechtlich nicht machbar. Vielmehr müsse das Ehrenamt insgesamt attraktiver werden.

Hilfspflicht für Leher „nicht sinnvoll“

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Debatte nicht neu, wie deren Landesvorsitzender Günther Fuchs sagt. Nach dem Oderhochwasser sei ähnlich diskutiert worden. Zwangsverpflichtungen seien schon jetzt nach Beamtenrecht möglich - allerdings nur im Katastrophenfall, wenn dieser offiziell ausgerufen worden sei. Eine allgemeine Hilfspflicht für Lehrer und andere Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ist jedoch laut Fuchs „nicht sinnvoll“. Schon heute seien viele Lehrer in Freiwilligen Feuerwehren aktiv.

Angesichts des Mitgliederschwunds bei den Freiwilligen Feuerwehren sieht der Feuerwehrverband das jetzige System am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Schippel sagte, er fürchte, dass die Löschmannschaften immer länger zu Brandorten brauchen. Viele Ortswehren könnten tagsüber nicht mehr genug Leute stellen, um die Fahrzeuge ausreichend zu besetzen.

Deshalb müssten die Wehren Leute aus verschiedenen Nachbarorten zusammentrommeln. „Leute zusammenziehen kostet Zeit“, so Schippel. Bei einem Wohnungsbrand seien 17 Minuten eine kritische Zeitspanne, wolle man Leben retten. Angesichts der längeren Anreisewege der Kameraden sagte Schippel: „Das wird dann knapp.“ Brandenburgs Freiwilligenwehren haben derzeit rund 38.000 Mitglieder. Im Jahr 2010 waren es noch 45.000 Kameraden. Daneben gibt es knapp 2000 hauptamtliche Brandschützer.

Verbrannter Kiefernwald bei Treuenbrietzen. 2018 brachte in Brandenburg verheerende Waldbrände – und viel Stress für die Feuerwehren. Quelle: dpa/Ralf Hirschberger

Von Ulrich Wangemann

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