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Brandenburg Filmreife Übergabe der Dackeldame Bonny
Brandenburg Filmreife Übergabe der Dackeldame Bonny
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18:13 29.08.2016
Jutta (70) und Manfred Kühl (73) sind überglücklich, dass Bonny wieder zu Hause in Ferch ist. Nach viereinhalb Jahren München erkundete die Dackeldame den Garten. Quelle: Claudia Krause
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Ferch

Das Telefon steht nicht mehr still: Jutta (70) und Manfred Kühl (73) aus Ferch (Potsdam-Mittelmark) sagen mit breitem Lächeln immer wieder den gleichen Satz: „Ja, Bonny ist wieder bei uns und wir sind überglücklich.“ Freunde, Familienangehörige, Nachbarn und Fremde melden sich: „Die Anteilnahme der Menschen besonders aus Brandenburg ist riesengroß“, freut sich Jutta Kühl, die am Sonnabend ihren vierbeinigen Liebling von Bayern wieder nach Brandenburg geholt hat.

„Ich habe meine Bonny sofort erkannt und sie hat sich von mir hochheben lassen und hat sich angeschmiegt“, erzählt die überglückliche Rentnerin am Sonntag in ihrem Garten. Derweil stromert der braune Rauhaardackel entspannt über das riesige Grundstück am Schwielowsee. Schnuppert unter jedem Busch und Baum, umrundet die Kübel mit den Sommerpflanzen auf der Terrasse und erträgt geduldig die Presse- und Kameraleute.

Eine Nummer und eine Uhrzeit


Nach vier Jahren und drei nervenaufreibenden Gerichtsverfahren haben die Fercher ihre Hündin zurück. Und die Übergabe glich gar einem Krimi: Am Sonnabend sollten sie um 16 Uhr auf dem Münchner Flughafen sein. Schon mittags waren Jutta Kühl, Enkel Florian (23) und Freundin Michéle Veith (21) dort. Losgefahren in Ferch waren sie gegen 0.30 Uhr. Der Enkel war gerade von seiner Schicht als Rettungsassistent heim. „Florian wollte es sich nicht entgehen lassen, Bonny abzuholen“, erzählt die Oma. Beim Autofahren wechselte sie sich mit dem Enkel ab. Kühls Anwalt hatte ihnen eine Telefonnummer durchgegeben, die sie 15.50 Uhr anrufen sollten.

„Ich weiß nicht, wer sich da gemeldet hat. Wir sind dann eine Viertelstunde über Land gefahren“, berichtet Jutta Kühl. An einer „gelben Tankstelle“ trafen sie das junge bayrische Pärchen Anne K. und Jan T., dessen Anwalt und eine Züchterin – mit Bonny. In „unterkühlter Atmosphäre ohne Händedruck“ ging die zehnminütige Übergabe des Tieres vonstatten. Florian hatte ein Chip-Lesegerät dabei und prüfte gleich die Identität der Hündin. „Es ist schlimm. Wie, wenn man sein eigenes Kind weggenommen bekommt“, so Jan T.

Aus Bonny wurde Lulu

Die damals neun Monate alte Bonny war Manfred Kühl im April 2012 auf dem Spargelhof Klaistow entwischt. Eine wochenlange Suchaktion folgte. Anne K. und Jan T. hatten den herrenlosen Dackel, der weder Marke noch Halsband trug, an der nahen Autobahnauffahrt aufgelesen und mitgenommen. Als Lulu lebte Bonny fortan in München, es fehlte ihr offenbar an nichts. Als die neuen Hundehalter zwei Jahre später bei einem Züchter Papiere für den märkischen Übersiedler beschaffen wollten, offenbarte sich dessen Identität, denn Bonny trug einen Mikrochip. Das Potsdamer Landgericht hatte Mitte August entschieden, dass der Dackel zu den rechtmäßigen Haltern gehört. Im Gegenzug müssen diese den Münchnern 3271,16 Euro für Futter und Tierarztrechnungen erstatten.

Bonny hatte seit 2012 bei Anne K. und Jan T. gelebt. Das Paar hatte Kurzhaardackel Gretel als Spielgefährtin für Bonny angeschafft. Quelle: dpa

Zurück auf der Autobahn rief Jutta Kühl ihren Mann an: „Meine Freude war so groß“, sagt Manfred Kühl, der Bonny als Welpen von seiner Frau zum 70. Geburtstag geschenkt bekam. Die Bayern-Tour hatte die Familie ihm erspart. Aber die Begrüßung von Hund und Herrchen war umso freudiger: „Ich habe Bonny auf den Arm genommen und sie hat sich angekuschelt. Sie hat mich nicht vergessen“, sagt Kühl, der Bonnys Körbchen mit Spielteddy immer behalten hat.

„Ein bisschen zu dick“

Bonny erkundete nach der langen Autofahrt, die sie fast gänzlich verschlafen hat, gleich noch am Abend das Haus in Ferch und verbrachte die erste Nacht ruhig im Körbchen samt alten Spielteddy im Zimmer von Kühls Enkel. Auf ihrer Gassi-Runde am Sonntagmorgen markierte die Dackeldame dann ihr altes Revier und wurde von den Nachbarshunden begrüßt. Mittags im Garten zögert sie noch am See. „An Wasser war sie wohl in den letzten Jahren nicht mehr gewöhnt“, meint Manfred Kühl. „Und ein bisschen zu dick ist sie, aber das wird wieder“. Nächste Woche geht’s erst mal zum Tierarztcheck. Und dann gibt’s noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, denn am 31. Juli wurde Bonny 5 Jahre.

Von Claudia Krause

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