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Brandenburg Firma bietet Plattform für Ideen
Brandenburg Firma bietet Plattform für Ideen
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11:38 09.08.2017
Firmengründer Renate Weisse und Joachim Schöffer. Quelle: GUUPIS
Potsdam

Für kleine Erfindungen und Entdeckungen hatte Renate Weisse schon sehr früh ein Faible. Als ihre Kinder noch klein waren, erzählt die 51-jährige Potsdamerin, träumte sie von einer Dose für Bananen, die darin nicht zerquetschen. Ein solches Produkt aus Plastik habe sie dann erfunden, sagt sie. Doch dann habe sie das Ganze aus den Augen verloren. „Ein paar Jahre später sehe ich die Dose in den Läden liegen. Das hat mich sehr geärgert“.

Auch als Rechtsanwältin mit dem Spezialgebiet Patentrecht kommt sie mit Erfindungen dauernd in Berührung. „Da sitzen bei mir viele mit guten Einfällen – von Kaffeemaschinen bis Raumfahrtschiffen. Die haben aber alle keine Zeit oder Expertise, diese umzusetzen.“

Firmenname erinnert bewusst an Fische

Damit die Ideen nicht weiter, wie sie sagt, „für die Welt“ verloren gehen, gründete Weisse 2013 mit dem IT-Manager Joachim Schöffer ein kleines Start-up mit dem Namen guupis. Auf einer mit IT-Leuten und Designern entwickelten Plattform im Internet können Kreative und Erfinder ihre Vorhaben nicht nur bekannt machen, sondern sie auch mit Hilfe anderer, in der sogenannten Crowd (Masse) mit umsetzen helfen. Der Firmenname erinnert bewusst an Schwärme von Guppies.

Offiziell an den Start gegangen ist die Firma im September 2016. Es gibt erst wenige Projekte, zwei davon stehen aber schon kurz vor dem Verkauf. Neben einer Gartenfackel, die angeblich besonders lange brennen kann und sehr standfest ist, läuft der Mal- und Basteltisch wohl ganz gut.

An dem hat Renate Weisse selbst Anteil. Sie steuerte neben der Idee auch den Prototyp bei, den sie vor einigen Jahren selbst baute. Das Besondere: Von diesem Tisch können weder Stifte herabfallen noch Becher mit Wasserfarbe herunterrutschen – dank abgesenkter Fächer. Vor kurzem fand sich einer, der die exakten Zeichnungen übernahm.

Geld fließt, wenn etwas wirklich verkauft wurde

Jetzt wird jemand gesucht, der den Tisch produziert und jemand, der den Vertrieb übernimmt. Das Prinzip läuft so: Jeder, der mitmachen will, bewirbt sich. Die bisher Beteiligten in der Kette entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Das Ganze läuft über ein Punktesystem. Wer mehr leistet, beispielsweise der Produzent des Produkts, erhält mehr Punkte.

Erst, wenn ein Produkt wirklich verkauft wird, fließt das Geld – an alle Beteiligten. Einer, der die Projektsteuerung als Workflow-Manager übernimmt, ist Bastian Busshardt. Der IT-Experte glaubt, dass in den meisten Fällen jemand mit einer guten Idee davor zurückschreckt, einen Patentanwalt zu bezahlen oder ein Start-up zu gründen. Mit der Guupis-Plattform gebe es eine Alternative, die noch dazu risikoarm ist. Denn wer eine Idee einstellt, könne sich jederzeit auch ausklinken. Anwältin Weisse hat große Pläne: „Wir werden richtig groß, wenn die Crowd funktioniert.“

Von Igor Göldner

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