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Flaute in Brandenburgs Open-Air-Kinos

Entgegen dem Trend Flaute in Brandenburgs Open-Air-Kinos

Den Film im Freien genießen zu können, hat für viele Kinofreunde nach wie vor einen ganz besonderen Reiz. Doch trotz ihrer Beliebtheit sind die Besucherzahlen vieler Open Air Kinos in Brandenburg diesen Sommer – anders, als in anderen Bundesländern – rückläufig. Das hat verschiedene Gründe.

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Die Besucher bleiben im Open-Air-Kino, etwa in Weißensee, aus.

Quelle: dpa

Potsdam. In vielen Open-Air-Kinos in Brandenburg sind in dieser Saison die Besucher ausgeblieben - nicht nur wegen des mauen Sommers. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So zählte das Sommerkino des Waschhauses Potsdam in diesem Jahr nur durchschnittlich 220 Besucher pro Vorstellung, wie Sprecher Patrick Dengl sagte. Dabei habe die Kulturstätte in den vergangenen drei Jahren immer Zuwächse verzeichnen können; im vergangenen Jahr seien 340 Zuschauer pro Vorstellung gekommen. „Wie bei allen Freiluftveranstaltungen gibt es nur ein Problem: das Wetter“, sagte Dengl.

Nicht nur das Wetter ist schuld

Neben dem bislang sehr wechselhaften Sommerwetter gibt es für Betreiber von Open-Air-Kinos aber noch weitere Faktoren, die die Besucherzahl negativ beeinflussen können. So zum Beispiel beim Kinosommer der Gemeinden Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Bislang kamen durchschnittlich 200 Besucher je Vorstellung - das ist weniger als die Hälfte des vergangenen Jahres. „Nicht immer gelingt es, Freigaben für die Filme zu bekommen, die man gerne hätte“, sagte Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack.

Ärgerlich sei auch, wenn ein geplanter Film eine Woche vorher im Fernsehen gelaufen sei - wie in diesem Jahr der Streifen „Wir sind die Neuen“. Aber es gibt Bellack zufolge auch treue Besucher. „Es hat sich eine echte Fangemeinde gebildet, die in jedem Jahr zu fast jeder Filmvorführung erscheint“, freute sich die Sprecherin.

Bundesweit ist der Trend anders

Bundesweit hat die Beliebtheit der Open-Air-Kinos in den vergangenen Jahren zugenommen, wie eine Studie der Deutschen Filmförderungsanstalt aus Berlin zeigt. Demnach hatten die Freilichtbühnen und Open-Airs 2015 die höchsten Besucherzuwächse: 45,1 Prozent. Auf Platz zwei der Zuwachsraten rangierten die Filmfeste mit Plus 44,9 Prozent, gefolgt von den Autokinos mit einem Besucherplus von 31,7 Prozent. Freilichtbühnen und Open Airs kamen mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern dicht an die kommunalen und kulturellen Kinos mit 1,7 Millionen Zuschauern heran.

Bundesweit gibt es einen anderen Trend

Bundesweit gibt es einen anderen Trend. In Magdeburg wurde das Open-Air-Kino im Stadtpark zum Beispiel gut angenommen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Von einem Besucherplus merkt Claus Neumann, Betreiber des Autokinos Zempow (Ostprignitz-Ruppin), derweil aber wenig. Das älteste Autokino der neuen Bundesländer hat seine besten Zeiten längst hinter sich, wie er sagt. Zu DDR-Zeiten und kurz nach der Wende seien durchschnittlich über 200 Besucher pro Vorstellung gekommen - nun höchstens noch 20. Das Autokino war 1977 entstanden, weil es damals bei einer Vorstellung geregnet hatte.

Das Wetter ist Neumann zufolge dabei nicht das entscheidende Problem. Andere Faktoren beeinflussten sein Geschäft seit Jahren negativ. So liege er seit langem im Streit mit dem Grundstücksbesitzer, auch die Zufahrt zum Autokino sei nicht besonders einladend, weil sie nicht befestigt und zu schmal ist. Zudem könne er mit seinem großen Beamer nur Filme zeigen, die bereits auf Blue-ray erschienen sind.

Von Christian Bark

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