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Brandenburg Flucht vor der Maut – Anwohner genervt
Brandenburg Flucht vor der Maut – Anwohner genervt
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19:06 10.08.2015
Speditionen weichen immer häufiger auf Landstraßen aus – quer durch bewohnte Orte. Die Flucht vor der Maut nervt viele Bürger. Quelle: dpa
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Potsdam

Wenn Lastwagen reihenweise durch die Dorfstraße donnern, hat das manchmal einen ganz bestimmten Grund: Die Lkw-Fahrer sind auf der Flucht, auf der Flucht vor der Maut. Zum Leidwesen der Bürger. Viele Brandenburger Dörfer haben in der Vergangenheit um Ortsumfahrungen oder Schallschutzmaßnahmen gekämpft. Doch mit der Ausweitung der Lkw-Maut auf weitere Bundesstraßenkilometer seit 1. Juli fürchten viele um ihre Ruhe.

„Immer mehr Speditionen weichen mit ihren Lkw auf Landesstraßen wie die L 15 im Boitzenburger Land oder die L 18 im Bereich des Amtes Temnitz aus“, erklärte Rainer Genilke, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Das stelle eine erhebliche Belastung für die Menschen dar, die entlang der Straßen leben. Die CDU forderte Brandenburgs Landesregierung in einem Antrag Mitte Juli dazu auf, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, den Mautausweichverkehr auf den Landstraßen zu verhindern. Das Regierungslager aus SPD und Linke lehnte ab.

Ein SPD-Fraktionssprecher begründete das damit, dass die Auswirkungen bisher zu gering seien, um den hohen finanziellen und verwaltungstechnischen Aufwand einzugehen. Der zusätzliche Verkehr auf der L 15 im Boitzenburger Land entstehe durch Baumaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch SPD-Verkehrsexpertin Kerstin Kircheis erklärte, dass der meiste als solcher deklarierte Mautausweichverkehr in Wirklichkeit nur Umleitungsverkehr sei.

Strecken ausgeweitet

Auf Autobahnen müssen Lkw-Fahrer in Deutschland seit 2005 eine Maut entrichten.

Erste stark befahrene Bundesstraßen wurden 2007 bemautet.

2012 war die Gebühr für Lastwagen auf Bundesstraßen mit vier und mehr Spuren ausgeweitet worden. Am 1. Juli kamen weitere Streckenabschnitte dazu (siehe Karte).

Michael Jungclaus, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, befürwortet dagegen den CDU-Antrag. „Der Ausweichverkehr belastet die Anwohner durch Staub und Lärm in erheblichem Maße“, sagte er.

Auch Anrainer der L 23 in Grünheide (Oder-Spree) beklagen Lärm, Erschütterungen und gefährliche Überholmanöver von Autofahrern. Seitdem die Maut auf der B 1 zwischen Berlin-Mahlsdorf und dem Rüdersdorfer Ortsteil Tasdorf gilt, beobachteten sie zunehmenden Schwerlastverkehr. Über die Straße wird das Industriegebiet in Herzfelde angefahren. Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (Grüne) fordert eine flächendeckende Maut auf allen Straßen für Lastwagen ab 3,5 Tonnen. „Nur so kann man Mautflucht und damit einhergehende Belastungen von Infrastruktur und Bevölkerung abseits der Autobahnen Herr werden“, sagte Baerbock.

Dass Mautpreller von Autobahnen und Bundesstraßen auf Kreis- und Landstraßen ausweichen, sei laut Bundesverkehrsministerium kein „Flächenproblem“. Um lediglich vier Prozent sei der Lkw-Verkehr auf den Bundesstraßen gewachsen, nachdem die Autobahnen bemautet wurden. Und eine Berechnung aus 2012 ergab, dass nur 30 Kilometer der Straßen zusätzlich durch schwere Lkws betroffen sind. 2014 nahm der Staat durch die Maut 4,46 Milliarden Euro ein. Nun erhofft sich die Regierung jährlich 380 Millionen Euro mehr. Die Erweiterung um weitere Bundesstraßenkilometer betrifft bundesweit schätzungsweise 250 000 zusätzliche Lkws.

Von Luise Fröhlich

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