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Flüchtlinge: Platznot in Potsdams Moschee

Imam Kamal Mohamad Abdallah über Integration Flüchtlinge: Platznot in Potsdams Moschee

Vor drei Jahren kamen höchstens 150 Gläubige zum Freitagsgebet in die Al Farouk Moschee im Zentrum Potsdams, jetzt sind es manchmal 300. Der Grund: Die vielen Flüchtlinge. „Wir bräuchten mehr Räume“, sagt der ehrenamtliche Imam Kamal Mohamad Abdallah.

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Kamal Mohamad Abdallah

Quelle: Stähle

Potsdam. Vor drei Jahren kamen höchstens 150 Gläubige zum Freitagsgebet in die Al Farouk Moschee im Zentrum Potsdams, jetzt sind es manchmal 300. „Wir bräuchten mehr Räume“, sagt der Erste Vorsitzende des Moscheevereins und ehrenamtliche Imam Kamal Mohamad Abdallah. Bisher sei es nicht gelungen. Platz gäbe es vielleicht, aber: „Wir können uns keine so hohe Miete leisten.“

Gemeinde hilft den Flüchtlingen

Dass die in Potsdam und Umgebung untergekommenen Flüchtlinge gleich die Räumlichkeiten des Vereins aufsuchen, wundert Abdallah nicht. „Eine Moschee ist wie ein Stützpunkt. Man geht da sofort hin und sucht Rat und Hilfe.“ Das gilt auch für die Al Farouk Moschee. Die muslimische Gemeinde hat kürzlich eine Spendenaktion organisiert. Ansonsten helfen die Gemeindemitglieder den Flüchtlingen. Wobei, das ist ganz unterschiedlich, sagt Abdallah. Da ist zum Beispiel ein Mann, der jetzt in eine andere Wohnung umzieht und dessen Kind an einer anderen Schule angemeldet werden muss. Dann sind da Flüchtlinge, die einen Arzt brauchen, wieder andere wollen zur Ausländerbehörde oder erkundigen sich bei der Jobagentur. Derzeit seien es etwa um die 20 Gemeindemitglieder, die sich um die Neuankömmlinge kümmerten und zum Beispiel bei Behördengängen vor allem als Übersetzer tätig seien.

Viele sind traumatisiert

„Es gibt viele Probleme, die Leute sind oft traumatisiert“, sagt Abdallah. Für die Integration sei die Sprache das Wichtigste. Er rate den Flüchtlingen Deutsch zu lernen, noch bevor sie eine Arbeit annähmen, denn wenn sie erst einmal arbeiteten, hätten sie kaum noch Zeit dafür. Er selbst, der als Palästinenser 1990 in der damals noch existierenden DDR ankam, bereut, obwohl er gut Deutsch spricht, dass er den umgekehrten Weg gegangen sei.

Natürlich sei es auch wichtig, die Menschen auf die fremde Kultur vorzubereiten. „Jeder Mensch hat hier das Recht zu leben, wie er will.“ Das habe auch für Muslime den Vorteil, dass sie ihre Religion hier praktizieren könnten. Umgekehrt mahne er neue Mitglieder, auch den Einheimischen ihre Freiheiten zu lassen. „Es geht nicht, dass ich jemanden kritisiere, weil er Alkohol trinkt oder Schweinefleisch isst.“ Wichtig ist für Abdallah der Dialog der Kulturen.

„Ich finde, Deutschland macht bislang eine gute Arbeit“, urteilt Abdallah. Er selbst weise die neuen Gemeindemitglieder darauf hin, dass sie auch Pflichten hätten. Vor allem wolle er sie in der Potsdamer Gemeinde halten. Das ist auch die Haltung im Rathaus. In Berlin gebe es zwar viel mehr Möglichkeiten der Religionsausübung. Aber man wisse nie, was in einer der zahlreichen Hinterhofmoscheen dort gepredigt werde.

Von Rüdiger Braun

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