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Flüchtlinge werden in Hotels untergebracht

Flüchtlingspolitik Flüchtlinge werden in Hotels untergebracht

Um Flüchtlinge unterzubringen, muss auch im Land Brandenburg zunehmend zu unorthodoxen Lösungen gegriffen werden. In Frankfurt (Oder) und Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) sollen jetzt Hotels für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge genutzt werden. Laut Innenministerium ist das immer noch günstiger als Zeltstädte zu errichten.

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In Frankfurt (Oder) leben Flüchtlinge in einem Hotel.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Brandenburg will komplette Hotels zur Unterbringung von Flüchtlingen anmieten. „Wir hoffen, dass wir ab Ende des Monats das Ramada-Hotel in Frankfurt an der Oder vollständig und länger nutzen können“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, am Donnerstag. Die Verhandlungen mit der Hotel-Gruppe liefen, unterschrieben sei noch nichts.

Land verhandelt mit Hotel über Gruppentarife

Bereits seit einer Woche sind 100 syrische Kriegsflüchtlinge in einer Etage des 150 Zimmer zählenden Vier-Sterne-Hauses an der Autobahn 12 untergebracht, weil die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) überfüllt ist. Allerdings endet der Beherbergungsvertrag am 20. September. Sollte das Hotel einer Aufnahme zustimmen, könnten weitere 250 Flüchtlinge einziehen. Zimmerpreise wollte Decker nicht nennen, aber es sollen akzeptable Gruppentarife vereinbart worden sein. Der Sprecher kritisierte eine in sozialen Netzwerken geführte Neiddebatte angesichts der Hotelunterbringung: „In ein ordentliches Hotel kommen ordentliche Menschen, die in höchster Not aus ihrer Heimat geflüchtet sind.“

Im Ludwigsfelder Stadtteil Genshagen (Teltow-Fläming) sollen nach MAZ-Informationen ab Oktober Flüchtlinge in einem Haus der Hotelkette Tulip Inn wohnen. Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) wollte sich auf Anfrage der MAZ nicht festlegen: „Wir sind kurz vor dem Winter, da könnte ich es nicht ertragen, Menschen in Zelten unterzubringen.“

Brandenburg will winterfeste Zelte organisieren

Bei einem Treffen mit Ortsbeiräten will Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) heute in Frankfurt um Verständnis für unorthodoxe Lösungen bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme werben. Laut Decker würden dafür „alle Optionen“ geprüft. „Wir schauen auch, ob es winterfeste Zelte gibt.“ Aber Zelte seien keinesfalls preiswerter als Hotelzimmer, denn sie müssten noch ans Strom-, Wasser- und Abwassernetz angeschlossen werden. Der Zelt- und Wohncontainermarkt in Deutschland sei „leergefegt“.

Bildungsexperten plädieren für Integration von Flüchtlingen

Unterdessen gibt es Forderungen, den Zustrom von Flüchtlingen nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance für die Wirtschaft zu begreifen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft warnten davor, dass Brandenburg im Wettbewerb um Nachwuchs abgehängt wird. Das Land müsse sich für eine Willkommenskultur einsetzen, so der IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke bei der Vorstellung des „Bildungsmonitors 2015“.

Von Volkmar Krause

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