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AfD wird bei Anti-Flüchtlingsdemo ausgepfiffen

Demo in Potsdam AfD wird bei Anti-Flüchtlingsdemo ausgepfiffen

Wenn es um die Asylpolitik geht, mag kaum einer mit der AfD reden. Deswegen sucht sich die umstrittene Partei ein anderes Forum. Am Mittwoch haben 80 AfD-Anhänger vor dem Brandenburger Landtag gegen den ihrer Meinung nach betriebenen „Asylwahnsinn“ demonstriert. Ihnen gegenüber: 250 Gegendemonstranten mit ganz anderer Meinung.

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Brandenburgs AfD-Vorsitzender Alexander Gauland bei der Demo in Potsdam.
 

Quelle: Hajo von Cölln

Potsdam.  In Brandenburg ist die Alternative für Deutschland politisch ziemlich isoliert. Kaum einer mag mit der Partei, die immerhin 10 Abgeordnete im Landtag hat sprechen. Wenn es um Flüchtlingspolitik geht, ist die Partei komplett isoliert. Die Landtagsfraktionen haben sich in einer gemeinsamen Erklärung (die Erklärung lesen Sie im unten stehenden Infokasten) von der AfD distanziert und werfen der Partei fremdenfeindliche Aussagen vor, die Ängste schüren.

Die scharfen Parolen der AfD gegen die Flüchtlingspolitik

Nun versucht sich die AfD mit einer ungewöhnlichen Maßnahme in der Flüchtlingsdebatte Gehör zu verschaffen. Sie hat am Mittwochfrüh vor dem Brandenburger Landtag demonstriert. Das dort einzelne und dazu noch im Parlament vertretene Parteien demonstrieren ist eher ungewöhnlich. Die Demo, bei der auch der Landesvorsitzende Alexander Gauland vertreten war, zeigt, dass die AfD nicht auf moderierende Töne in der Asyl-Debatte setzt. „Stoppt den Asylwahnsinn“ und ähnliche scharfe Parolen waren auf den Plakaten zu lesen. Gauland, der auch Fraktionsvorsitzender ist, forderte die Landesregierung auf, Asylbewerber ohne Chance auf Anerkennung schnell abzuschieben Etwa 80 Demonstranten waren zu der Kundgebung gekommen, die um 8  Uhr begann und gegen 8.45 Uhr endete. Weitere Demos sollen folgen.

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Mittwoch, 23. September: Rund 250 Menschen haben vor dem Brandenburger Landtag gegen eine Kundgebung der Alternative für Deutschland demonstriert. Die umstrittene Partei fordert eine Abschiebung von Asylbewerbern ohne Chance auf Anerkennung. Die 80 AfD-Anhänger sind am Mittwoch für ihre populistischen Forderungen immer wieder lautstark ausgepfiffen worden.

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80 AfD-Anhängern stehen 250 Gegendemonstranten gegenüber

Die AfD-Anhänger sahen sich einer doppelt so großen Menge von mehr als 250 Gegendemonstranten gegenüber. Darunter auch Politiker der Linken und der Grünen. Einige Gegendemonstranten mischten sich mit Plakaten unter die AfD-Kundgebung. Auf den Plakaten solidarisierten sich die AfD-Gegner mit Flüchtlingen und fordern eine offene Willkommenspolitik. Immer wieder wurden die AfD-Politiker mit Pfiffen und lauter Musik unterbrochen.

Die Polizei sicherte die Demonstration, bis zum Morgen blieb alles ruhig.

Woidke gibt Regierungserklärung am Mittwoch ab

Die Flüchtlingspolitik steht am Mittwochvormittag im Mittelpunkt einer Regierungserklärung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). In Brandenburg werden dieses Jahr bis zu 30.000 Flüchtlinge erwartet, rund fünfmal so viel wie im Vorjahr. Tausende Asylbewerber müssen notdürftig in Zelten und Turnhallen untergebracht werden.

>>> MAZ-Sonderseite:
www.MAZ-online.de/fluechtlinge

Parteiübergreifende Erklärung gegen die AfD

Die gemeinsame Erklärung der Parlamentarischen Geschäftsführer der Landtags-Fraktionen von SPD, CDU, Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Wortlaut:

,,Mit ihren fremdenfeindlichen Aussagen schürt die AfD auf dem Rücken notleidender Menschen die Ängste Einzelner und liefert menschenverachtenden Verbrechern vermeintliche Rechtfertigungen für ihre abscheulichen Taten. Wir betrachten es als unsere demokratische Pflicht, diesem Treiben der AfD in Brandenburg entschieden entgegen zu treten - im Land durch engagierte bürgerschaftliche Hilfe für diejenigen, die in ihrer Not auf unsere Unterstützung angewiesen sind, und im Parlament durch einen angemessenen Umgang mit den sich wiederholenden Ausfällen. Das kann im Einzelfall eine gemeinsame Antwort auf AfD-Anträge einschließen. In Brandenburg ist kein Platz für fremdenfeindlichen Populismus, wie er von der AfD aus politischem Kalkül betrieben wird. Wir sind uns in dieser Frage einig und werden uns von der AfD nicht gegeneinander ausspielen lassen.“

Von MAZonline

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AfD vs Die aNDERE
Am Mittwoch haben rund 80 AfD-Anhänger gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik protestiert.

Der eine kritisiert „Wirtschaftsflüchtlinge“, der andere will eine offene Willkommenspolitik. Steffen Königer sitzt für die AfD im Landtag, Lutz Boede saß für die Fraktion „Die Andere“ im Potsdamer Stadtparlament. Am Rande einer Demonstration hat die MAZ beide für ein Streitgespräch getroffen. Die Argumente sehen Sie im Video .

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