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#AktionArschloch: Chart-Erfolg für die Ärzte

Anti-Nazi-Song nach 22 Jahren wieder in den Charts #AktionArschloch: Chart-Erfolg für die Ärzte

Anfang der 90er schrieben „Die Ärzte“ ihren Hit „Schrei nach Liebe“ – als Reaktion auf rassistische Anschläge in Hoyerswerda, Rostock, Solingen und Mölln. Mehr als 20 Jahre später ist der Song wieder in der Hitliste der deutschen Charts. Und wieder soll er ein Zeichen setzen. Und zwar gegen den Hass auf Flüchtlinge.

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Die Ärzte stehen mit „Schrei nach Liebe“ wieder in der Hitliste der Charts.

Quelle: dpa

Potsdam. 1993 schuf die Punk-Band Die Ärzte mit „ Schrei nach Liebe“ eine Hymne gegen Rechtsradikalismus. 20 Jahre später ist die Thematik aktueller denn je – und der Song zurück in den deutschen Charts. Grund für den erneuten Erfolg ist die Social-Media-Initiative #AktionArschloch des Musiklehrers Gerhard Torges, der “ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit” setzen wollte, wie er dem Tagesspiegel erklärte.

Hashtag #AktionArschloch erobert Twitter

„Ich möchte das Thema stärker in die Medien bringen. Das Lied der Ärzte hat es schon einmal geschafft, ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen - vielleicht kann es erneut das Denken und das Verständnis der Menschen ändern und etwas bewegen“, so Torges, der in den sozialen Medien die Menschen dazu aufforderte, den Song „Schrei nach Liebe“ mit Käufen bei iTunes, Finetunes, Google Play und Amazon wieder zur deutschen Nummer 1 in den Charts zu machen.

Er gründete aus diesem Anlass eine eigene Facebook-Seite sowie einen Twitter-Account und erfand den Hashtag #AktionArschloch. Dieser verbreitete sich im Internet rasant schnell, selbst Radiosender und Prominente sprangen auf den Zug auf und beteiligten sich an der Aktion.

Ärzte äußern sich auf eigener Webseite – und spenden Einnahmen

Die Kampagne ist ein voller Erfolg: Am Wochenende stieg “Schrei nach Liebe” auf Platz 12 der deutschen Charts ein, am Donnerstag zuvor war er bereits der meistgeladene Titel Deutschlands. Die Ärzte selber zeigen sich von der Aktion begeistert und verkünden auf ihrer Webseite, alle Einnahmen an die Organisation Pro Asyl spenden zu wollen.

“Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern. Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von “Schrei nach Liebe” (auch aus der Gema) an Pro Asyl spenden. Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung”, so die Musiker auf ihrer Webseite.

Bei Google steigen die Suchanfragen für „Attitüde“

Die #AktionArschloch hat neben Aufmerksamkeit, Chartplatzierungen und Spenden aber auch noch einen weiteren Nebeneffekt hervorgerufen, der dem Initiator der Aktion, dem eigentlich für Musik zuständigen Lehrer Gerhard Torges, sicherlich ebenfalls gefallen haben dürfte – nämlich einen Bildungseffekt.

So führte der wieder erstarkte Ärzte-Song zu steigenden Suchanfragen bei Google – und zwar nach dem Begriff “Attitüde” (Bedeutung: Haltung, Einstellung)! Denn in der ersten Strophe des Songs heißt es: „Du bist wirklich saudumm, darum geht’s dir gut. Hass ist deine Attitüde, ständig kocht dein Blut. Alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt. Höchstwahrscheinlich nicht einmal, was Attitüde heißt!“

Von Odin Tietsche

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