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Brandenburg erwartet Samstag 900 Flüchtlinge

Asylpolitik Brandenburg erwartet Samstag 900 Flüchtlinge

Allein am Sonnabend werden in Brandenburg 900 Flüchtlinge erwartet, sie kommen mit dem Zug in Schönefeld an und sollen dann in verschiedenen Städten und Unterkünften untergebracht werden. Aus einer Stadt kommt am Freitag heftige Kritik an der Landesregierung. Von „chaotischer Arbeitsweise“ ist da die Rede.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam.
Trotz der angespannten Lage in den Erstaufnahmestellen und in den Kommunen muss sich Brandenburg auf die Ankunft Hunderter weiterer Flüchtlinge am Wochenende vorbereiten. Am Samstag werden am Bahnhof Schönefeld (Dahme-Spreewald) zwei Sonderzüge aus Salzburg und Passau mit insgesamt 900 Menschen erwartet, wie Innenministeriums-Sprecher Wolfgang Brandt am Freitag sagte. Mehr als 400 der Flüchtlinge sollen in die Erstaufnahme Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gebracht werden und die übrigen nach Berlin. Auch am Montag soll ein Sonderzug in Schönefeld ankommen.

Eine Aufnahmestelle soll in Frankfurt (Oder) in Betrieb gehen

Um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen, werden täglich Flüchtlinge aus den Erstaufnahmen auf Städte und Landkreise verteilt. So sollten am Freitag 250 Menschen in neue Unterkünfte gebracht werden, sagte Brandt. In einer Messehalle in Frankfurt (Oder) wird derzeit eine neue Erstaufnahme für mindestens 300 Flüchtlinge eingerichtet. Diese könnte noch am Wochenende in Betrieb gehen.

Bis Ende September waren knapp 17.200 Flüchtlinge nach Brandenburg gekommen, davon rund 7000 allein im September. Bis zum Jahresende könnten es 30.000 Asylbewerber werden. Daher prüft das Innenministerium Standorte für neue Erstaufnahmen.

Cottbus’ Bürgermeister kritisiert das Land heftig

Aus den Städten und Gemeinden hatte es Kritik daran gegeben, dass das Ministerium erst sehr spät seine Pläne informiere. Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) kritisierte in einer Mitteilung am Freitag eine „chaotische Arbeitsweise, mit der die oberen Behörden agieren“. Das Land wolle entgegen einer vorherigen Ankündigung bis zum Samstag doch keine Flüchtlinge nach Cottbus schicken“, sagte Kelch. Dabei habe die Stadt nach eindringlichen Bitten der Landesregierung zwei Turnhallen bereitgestellt und Helfer verpflichtet. Die Bevölkerung werde unnötig verunsichert, so Kelch.

Innenminister spricht von Krisenmodus

„Wir sind jetzt im Krisenmodus und da kann vieles nicht mehr mit so viel Planung erfolgen“, erklärte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in einem Interview des rbb. „Die Steigerung, die wir in den letzten Wochen, nach dem 5. September, im ganzen Bundesgebiet verzeichnen müssen, war überhaupt nicht absehbar.“ Hinzu komme, dass nicht alle Flüchtlinge erfasst seien. „In der Tat ist es so, dass sich Menschen im ganzen Bundesgebiet bewegen, die noch nicht registriert sind - nicht nur in Brandenburg.“ Zur Integration der Flüchtlinge regte Schröter Arbeitsbeschaffungs-Programme an.

Von MAZonline

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