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Einzug in zwei Etappen

Flüchtlingsunterkunft in Schönwalde ist fertig Einzug in zwei Etappen

Die ersten 200 von insgesamt 400 Asylbewerbern werden in bis zwei Wochen in das Containerdorf im Schönwalder Gewerbegebiet Am Erlenbruch einziehen. Die meisten kommen aus einer Notunterkunft in Friesack.

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Asyl-Erstaufnahmen nur zur Hälfte gefüllt

Der linke der beiden Containerblöcke ist bezugsfertig.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwalde-Glien. Ein bis zwei Wochen wird es noch dauern, dann zieht in das kleine Containerdorf im Schönwalder Gewerbegebiet Am Erlenbruch Leben ein. Die ersten 200 von insgesamt 400 Flüchtlingen werden in der Wohnstätte untergebracht. Am Montag lud der Landkreis Havelland die Schönwalder in zwei Etappen zum Besichtigungstermin ein.

Der erste der beiden Blöcke, bestehend aus aneinander gebauten Containern, ist fertig, am zweiten wird noch gearbeitet. Wann dort die Belegung erfolgen kann, steht noch nicht genau fest. Sicher ist, so Sozialdezernent Wolfgang Gall (CDU), „dass wir die Notunterkunft in einer Halle des ÜAZ in Friesack auflösen und diese Menschen hierher nach Schönwalde bringen.“ Außerdem würden viele Familien einquartiert, wobei er genaue Zahlen nicht nennen konnte.

In kleinen Gruppen führten Mitarbeiter der Kreisverwaltung die vielen Interessierten durch die Flure, zeigten die Zimmer, Waschräume und Gemeinschaftsräume. Unter ihnen war Heidrun Gürndt. aus Schönwalde-Dorf. Die 57-Jährige wollte sehen, „wie die Asylbewerber untergebracht sind“, aber sie wollte auch ihre Ängste mitteilen: „Seit den Ereignissen in Köln und den Übergriffen auf Frauen haben sich meine Sorgen vergrößert. Wenn so viele Menschen auf engsten Raum zusammen sind, kommen die vielleicht auch auf dumme Gedanken.“ Ebenfalls besorgt zeigte sich Erwin Sausen, der Luftlinie 500 Meter vom Containerdorf mit seiner Frau lebt. „Wir haben zwei kleine Enkel. Da macht man sich schon Gedanken. Aber wir hoffen mal, dass alle Neuankömmlinge Gutes im Sinn haben.“ Auf die Kritik, es gebe im Gewerbegebiet Erlenbruch keine Einkaufsmöglichkeiten, reagierte Bürgermeister Bodo Oehme (CDU): „Ein Laden hier draußen würde sich nicht rechnen. Die Menschen können aber in den Bus 651 direkt vor der Tür einsteigen und in die Siedlung fahren.“

Finanziell abgesichert ist seitens des Landkreises der Bau eines Geh- und Radweges entlang der L 20 bis Schönwalde-Siedlung, sagte Wolfgang Gall. Der soll in diesem Jahr entstehen, vorausgesetzt, die Eigentümer des Grund und Bodens verkaufen ein Stück ihres Landes, so Oehme.

In dem Containerblock mit drei Etagen gibt es 101 Zweibett-Zimmer. Darin stehen außerdem ein Kühlschrank, ein Tisch, zwei Stühle und zwei Kleiderspinte. In den Gemeinschaftsküchen sind jeweils sechs Doppelkochplatten nutzbar. „Es werden sich bei Vollbelegung zwei Heimleiter und vier Sozialarbeiter um die Flüchtlinge kümmern. Dazu ein Wachschutz“, so Wolfgang Gall.

Wie lange die Container Am Erlenbruch stehen werden, wollten viele Schönwalder wissen. Der Dezernent verwies auf den Mietvertrag: „Der läuft drei Jahre mit der Option auf Verlängerung.“

Schon zum 31. März dieses Jahres wird die Notunterkunft im Schullandheim Schönwalde aufgelöst, die etwa 60 Bewohner sollen auch in die Container umziehen.

Von Jens Wegener

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