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Flüchtlinge wollen Kirchmöser unterstützen

Bald 75 Männer in der Asylunterkunft Flüchtlinge wollen Kirchmöser unterstützen

An diesem Freitag sollen weitere 28 überwiegend junge Männer aus verschiedenen Staaten in die provisorisch hergerichtete Flüchtlingsunterkunft in Kirchmöser einziehen. Mit dem Neueinzug wären 75 Flüchtlinge in der Hafenstraße untergebracht, in aller Regel allein reisende Männer im Alter zwischen zwanzig und dreißig Jahren.

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In dieses Gebäude sind die Flüchtlinge eingezogen.

Quelle: Philip Rißling

Brandenburg an der Havel. An diesem Freitag sollen weitere 28 überwiegend junge Männer aus verschiedenen Staaten in die provisorisch hergerichtete Flüchtlingsunterkunft in Kirchmöser einziehen, berichtet Andreas Griebel, Geschäftsführer der Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das mehrere Unterkünfte im Auftrag der Stadt betreibt. Mit dem Neueinzug wären 75 Flüchtlinge in der Hafenstraße untergebracht, in aller Regel allein reisende Männer im Alter zwischen zwanzig und dreißig Jahren, die überwiegend aus dem arabischen Raum, dem Iran oder aus Albanien kommen.

Vor Ort betreut werden die Männer von Sina Gehlhaar, weitere 50 bis 60 Bürger, überwiegend aus Kirchmöser und Plaue, möchten die Flüchtlinge unterstützen oder tun dies bereits. Sie versammelten sich am Dienstagabend bei der Kirchengemeinde Kirchmöser-West, um einander kennenzulernen, die Hilfsangebote zu sammeln und zu beginnen, die ehrenamtliche Unterstützung zu koordinieren. Dabei ging es vor allem um den Umgang mit Spenden, mögliche Patenschaften, den Sprachunterricht und Fragen der ärztlichen Versorgung.

Der Deutschunterricht ist angelaufen

Inzwischen haben sich elf ehrenamtliche Helfer gemeldet, die den Gästen Sprachunterricht geben wollen. Pfarrer Christian Bockwitz öffnet die Türen, dass die Kurse in Gemeinderäumen stattfinden können. Friederike Spiesecke äußert sich nach dem Treffen optimistisch, dass künftig an jedem Wochentag und samstags zwei bis drei Ehrenamtler je zwei Deutschklassen mit maximal 20 Teilnehmern zweimal 45 Minuten unterrichten.

Die Grundschullehrerin aus Kirchmöser, die in dieser Woche bereits die erste Stunde gegeben hat, spricht von sehr unterschiedlichen Sprachvorkenntnissen. Einige Männer können etwas Deutsch, andere hingegen nicht einmal in der eigenen Sprache lesen und schreiben. Auf Lehrerseite sind die Fremdsprachen englisch, französisch und persisch (farsi) im Angebot.

Gesucht sind Paten und Freunde mit Zeit

Die Unterstützer beginnen gerade damit das Spendenaufkommen zu organisieren, wie Sabine Harms aus Plaue berichtet. Sie beteiligt sich daran, die vielfältigen Hilfen zu koordinieren damit nur die wirklich benötigten Dinge eingesammelt und verteilt werden. Dazu gehören in Kirchmöser aktuell Bettdecken und Kopfkissen, Sportbekleidung, Taschen, Schuhe in den Größen zwischen 40 und 46 und eine Nähmaschine.

Denn außer Ärzten, Bäckern und Köchen befindet sich auch ein Schneider unter den Flüchtlingen. Sina Gehlhaar berichtet, dass die Männer aus der Fremde sich für die erfahrene Gastfreundschaft sehr gern revanchieren möchten, vielleicht bei alten Leuten die Hecke schneiden, Laub harken und anderes mehr. Doch auch dies müsste mit Hilfe von Ehrenamtlern organisiert und koordiniert werden.

Einige Bürger haben sich am Dienstagabend auch in eine Liste eingetragen, weil sie bereit sind und die Zeit aufbringen, so etwas wie Patenschaften zu übernehmen oder sogar Freundschaften einzugehen, also Flüchtlinge zum Essen nach Hause einzuladen, beim Arztbesuch zu begleiten oder auch mal abends in die Disco.

Die Brandenburger Initiative „K3.Kunstkulturkosmos“ würde bei Interesse Graffitiaktionen für die jungen Männern anbieten und hat sie auf jeden Fall eingeladen, am Samstagmittag mitzufeiern vor dem „Kosmos“ in der Schleusener Straße. Es gibt zudem eine Facebookseite Flüchtlingsunterstützung Brandenburg/Havel.

Von Jürgen Lauterbach

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