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Freyenstein erwartet 50 bis 60 Flüchtlinge

Debatte im Ortsbeirat Freyenstein erwartet 50 bis 60 Flüchtlinge

50 bis 60 Flüchtlinge sollen demnächst in zwei Wohnblöcken an der Meyenburger Straße in Freyenstein untergebracht werden. Wann genau sie kommen, ist aber noch unklar – vermutlich im Februar oder März. Bis dahin sollen die leer stehenden Wohnungen eingerichtet werden. Die Kosten dafür übernimmt der Landkreis.

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Das Thema Flüchtlinge interessierte viele Freyensteiner. Dorothea Stüben (Mitte, links) und Marita Stachowski (daneben) standen bei der Sitzung des Ortsbeirates Rede und Antwort.

Quelle: Björn Wagener

Freyenstein. Freyenstein wird voraussichtlich 50 bis 60 Flüchtlinge aufnehmen. Sie sollen in leer stehende Wohnungen in den beiden Blöcken in der Meyenburger Straße 2 bis 6 untergebracht werden. Wann sie genau kommen und ob es sich dann um Familien, Einzelpersonen oder beides handeln wird, sei jedoch noch nicht absehbar. Dass sie aber kommen werden, erwartet Marita Stachowski, die Sachgebietsleiterin Gebäudemanagement der Stadtverwaltung, mit „90-prozentiger Sicherheit“. Sie gehe momentan davon aus, dass es Anfang Februar oder Anfang März so weit sein könnte.

Erfahrungsgemäß werde der Stadt erst wenige Tage zuvor die genaue Anzahl mitgeteilt, sagte sie am Montagabend bei der Ortsbeiratssitzung. Gemeinsam mit der Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben widmete sie sich vor allem dem Thema Flüchtlinge, das für ein volles Haus sorgte. Rund 20 Besucher waren zu der Sitzung gekommen.

Die Stadt will Mietverträge mit dem Landkreis abschließen, der dann die Kosten trägt. Doch zunächst müssten diese Wohnungen so weit hergerichtet werden, dass sie bewohnbar sind. Das heißt, Maler- und Elektroarbeiten oder auch Küchenzeilen seien notwendig. Bürgermeister Jörg Gehrmann spricht von insgesamt 40 000 bis 50 000 Euro – also rund 3500 Euro je Wohnung. Nachdem das Land eine entsprechende Förderung abgelehnt habe, springe der Landkreis finanziell ein. Gehrmann lobt den Freyensteiner Ortsbeirat, weil dieser selbst angeboten habe, Flüchtlinge im Ort aufnehmen zu wollen. Da der Landkreis und die Kommunen derzeit händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten suchen, nehme man das Angebot natürlich gern an.

Das ist einer der Blöcke an der Meyenburger Straße, in die Flüchtlinge einziehen sollen

Das ist einer der Blöcke an der Meyenburger Straße, in die Flüchtlinge einziehen sollen.

Quelle: Björn Wagener

Demnach könnten jetzt beide Seiten zufrieden sein. Doch die Vorfreude auf die neuen Bewohner hielt sich am Montagabend in Grenzen. Der Grund: Das Angebot aus Freyenstein war etwas anders gemeint. Beirat Horst Hildebrandt sagte, dass es darum gegangen sei, den Marktplatz im Stadtzentrum und das Haus, in dem sich einst der Centerkauf-Laden befand, zu beleben. Die Freyensteiner hofften, dass das Stadtzentrum damit gewinnen könnte und womöglich Geld für die Gebäudesanierung fließen würde. Dass nun Flüchtlinge in Wohnblocks am Stadtrand einziehen sollen, sei nicht anvisiert worden. „Wir streben aber ein gutes Miteinander mit den Flüchtlingen an“, sagte der Vize-Ortsvorsteher Andreas Frölich.

Doch in der Runde wurden auch Befürchtungen laut, die Ankömmlinge könnten Probleme bereiten. „Dabei wird nichts Gutes herauskommen“, meinte ein Gast. Ein anderer empfahl jedoch, „sich nicht aufputschen zu lassen“. Für Zündstoff hatte vor allem Marita Stachowskis Ankündigung gesorgt, dass ein Wachschutz „aufgeschaltet“ und die Polizeipräsenz erhöht werden solle. Das bedeute jedoch nicht, dass ständig jemand vorm Eingang postiert wird, sondern lediglich, dass im Bedarfsfall rasch reagiert werden kann. Außerdem gelte: Wenn 60 Flüchtlinge kommen, habe Freyenstein Anspruch auf einen Sozialarbeiter. Angestrebt werde zudem ein „strukturierter Tagesablauf“ für die Flüchtlinge. Dabei habe der Deutschunterricht Priorität. Allerdings sei noch nicht absehbar, ob dafür ein Lehrer nach Freyenstein kommt oder die Flüchtlinge außerhalb beschult werden.

Dorothea Stüben empfahl, den neuen Bewohnern „offen und positiv“ gegenüberzutreten und verwies auf die große Vereinsvielfalt in Freyenstein, die die Integration erleichtern könne. Sie regte eine Informationsveranstaltung für die Einwohner an, wenn konkretere Angaben zu Anzahl und Ankunft der Menschen gemacht werden können. Eine solche befürwortete auch der Ortsbeirat.

Von Björn Wagener

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