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AfD-Treffen: Landrat versteht Aufregung nicht

Burkhard Schröder AfD-Treffen: Landrat versteht Aufregung nicht

Anfang dieser Woche hat Havellands Landrat Burkhard Schröder (SPD) mit einem heiklen Treffen unter seinen Parteigenossen für Unverständnis und Aufregung gesorgt. Schröder hat sich mit der Landtagsfraktion der AfD zusammengesetzt. Jetzt hat sich der Landrat geäußert: Er hält die Kritik an ihm und dem Treffen für überzogen.

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Burkhard Schröder

Quelle: MAZ

Potsdam. Havellands Landrat Burkhard Schröder kann die Aufregung um sein Treffen mit der Brandenburger Landtagsfraktion der AfD nicht verstehen. Die Kritik daran sei völlig überzogen, sagte er der „Brandenburger Wochenzeitung“.

Am Dienstag hat sich SPD-Mitglied Schröder mit den AfD-Politikern getroffen, die zu dem Treffen eingeladen hatte. Damit hat er ein Übereinkunft innerhalb der SPD gebrochen. Denn die Sozialdemokraten hatten vereinbart, nicht mit der AfD-Landtagsfraktion zusammenzuarbeiten. Grund seien deren populistischen Äußerungen in der Flüchtlingspolitik. Bei dem Treffen zwischen Schröder und der AfD ging es zwar laut Einladung um die Kreisgebietsreform, gesprochen wurde aber auch über die Flüchtlingspolitik.

Schröder: Aufgeregtes Flügelflattern

Zwar müsse er die Kritik an seiner Person und dem Treffen ertragen, sagte Schröder. Aber er halte das „aufgeregte Flügelflattern“ darum für übertrieben. Man könne es zwar so sehen, dass er ein Tabu gebrochen habe. „Dennoch empfinde ich es nicht als Staatsverbrechen mit der AfD in einen sachlichen Meinungsaustausch zu treten. Das kann nicht strafbar sein. Auch deren Vertreter sind, das muss anerkannt werden, demokratisch gewählt.“ Als Havellands Landrat müsse er sich auch in seinem Landkreis mit der AfD auseinandersetzen, weil sie dort im Kreistag sitzt.

Entsetzte Reaktionen bei der SPD

Viele SPD-Mitglieder haben sich kritisch über das Treffen von Schröder geäußert. Generalsekretärin Klara Geywitz sagte der MAZ, der Auftritt bei der AfD habe in der Partei „großes Unverständnis“ ausgelöst. „Das ist ein falsches Zeichen zur falschen Zeit“, betonte Geywitz, die an die von der AfD unterstützten Pegida-Proteste erinnerte, bei denen jüngst auf Bildern Galgen zu sehen waren, die angeblioch für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel bestimmt waren. Geywitz sagte: „Burkhard Schröder hat damit der SPD geschadet.“ Die AfD werde mit solchen Gesprächen unnötig aufgewertet. Ähnlich äußerten sich andere führende SPD-Politiker wie Fraktionschef Klaus Ness. Der gilt als einer der schärfsten Kritiker der AfD im Landtag.

Von MAZonline

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