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Hitlergruß und Schüsse auf Flüchtlingsheim

Unbekannter feuert mit Luftdruckwaffe Hitlergruß und Schüsse auf Flüchtlingsheim

Schüsse auf ein Flüchtlingsheim in Berlin-Köpenick. Am Montagabend hat ein Unbekannter mehrmals auf die Unterkunft, in der 300 Menschen leben, geschossen. Verletzt wurde niemand. Außerdem wurde ein SPD-Politiker von einem Neonazi bedrängt, später zeigte der Mann den Hitlergruß.

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Quelle: dpa

Berlin. Im Berliner Stadtteil Köpenick ist es am Montag zu mehreren rechtsextremistischen beziehungsweise fremdenfeindlichen Angriffen gekommen. Ein Flüchtlingsheim in der Salvador-Allende-Straße wurde von einem unbekannten Täter mit einem Luftgewehr beschossen. Die Schüsse fielen am Abend gegen 22.30 Uhr, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Kugeln prallten an einem Fenster ab. Verletzt wurde niemand. Zwei der Geschosse konnten Polizisten sicherstellen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Am Montagnachmittag bedrängte ein Mann einen Mitarbeiter in einem SPD-Wahlkreisbüro. Der Abgeordnete Tom Schreiber berichtete, zuerst sei sein Mitarbeiter von dem Mann mit Äußerungen wie „Asylantenpack“ beschimpft worden. Kurz darauf habe er ihm durch die Scheibe gedroht. Wenig später hätten zwei Männer mit Glatzen den Hitler-Gruß gezeigt und die SPD beschimpft.

Attacke gegen Politiker ist eine neue Dimension der Gewalt

Dass Ausländerfeinde oder Neonazis inzwischen persönlich erschienen und ihre Gesicht zeigten, sei eine neue Form des Auftretens, sagte Schreiber. Bisher habe es meist Schmierereien und NPD-Aufkleber am Büro oder im Briefkasten seiner Wohnadresse gegeben. Ähnliches hätten auch andere Abgeordnete berichtet.

Inzwischen fühlten sich Rechtsextremisten aber offenbar stärker und würden sich angesichts der aktuellen politischen Debatten über Flüchtlinge inzwischen mehr als früher trauen, sagte Schreiber. Er habe die Polizei und Innensenator Frank Henkel (CDU) informiert.

Rechte Szene fühlt sich gestärkt – auch durch Pegida

Die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann verwies auf aktuelle Zahlen, wonach es in diesem Jahr bis Ende September bereits 31 Angriffe auf Flüchtlingsheime gegeben habe. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach 16 Angriffe. „Das ist eine dramatische Zunahme rechter Gewalt.“

Am Montag, dem Jahrestag der Nazi-Pogromnacht gegen Juden 1938, habe zudem die rechtsextreme NPD in der Nähe des Holocaust-Mahnmals demonstriert. Herrmann sagte, die rechtsextreme Szene fühle sich offenbar durch die Hetze von Pegida und anderen Rechtspopulisten bestärkt.

TBC-Verdacht in Flüchtlingsheim hat sich nicht bestätigt

Unterdessen hat sich der Verdacht auf Tuberkulose in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Hakenfelde nicht erhärtet. Am Montagabend wurden acht Menschen wegen des Verdachts auf Krätze und TBC ins Krankenhaus gebracht worden. In mindestens einem Fall wurde der Polizei zufolge tatsächlich Krätze festgestellt. In der Turnhalle waren zuletzt mehr als 300 Menschen kurzzeitig untergebracht. Sie sollten nach Polizeiangaben noch am Dienstag in eine andere Unterkunft umziehen.

Von MAZonline

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