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Schweinrich: Junge Flüchtlinge ziehen um

Alternative zum Schullandheim Schweinrich: Junge Flüchtlinge ziehen um

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat jetzt eine Alternative zum Schullandheim in Schweinrich gefunden, um minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern unterwegs sind, unterzubringen. Allerdings will die Verwaltung den neuen Standort noch nicht verraten. Doch der Mietvertrag für Schweinrich gilt nur bis Ende des Monats.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat jetzt eine Alternative zum Schullandheim in Schweinrich gefunden, um minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern unterwegs sind, unterzubringen. Allerdings will die Verwaltung den neuen Standort noch nicht verraten. „Wie bisher erfolgt die Information der Öffentlichkeit rechtzeitig vor dem Belegen des Objektes“, teilte Kreissprecherin Britta Avantario auf MAZ-Anfrage lediglich mit.

Mietvertrag für Schweinrich nur bis Ende März

Das dürfte wohl spätestens Ende des Monats passieren. Denn der Kreis hat das Schullandheim in Schweinrich, in dem seit November bis zu 20 minderjährige Flüchtlinge betreut werden können, nur bis Ende März gemietet. Ab April sollen sich im Schullandheim wieder Schul- und Hortklassen erholen und Abenteuer erleben können. Das Heim ist seit dem Aus der Umweltbegegnungsstätte Zippelsförde noch begehrter als zuvor. Entgegen anders lautenden Gerüchten sind die jugendlichen Flüchtlinge auch noch nicht aus Schweinrich ausgezogen. Sie werden weiterhin dort betreut, versicherte Kreissprecherin Avantario.

81 minderjährige Flüchtlinge in OPR

Insgesamt leben derzeit 81 minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern in Ostprignitz-Ruppin. Darunter sind erstmals auch Mädchen. Die sieben, die zusammen mit 29 anderen Jugendlichen in der vergangenen Woche im Landkreis ankamen, wurden in einer speziellen Wohngemeinschaft für Mädchen untergebracht. Die minderjährigen Flüchtlinge werden zunächst für drei Monate in einer sogenannten Clearingstelle betreut. Dort soll geklärt werden, ob die Jugendlichen unter einem Trauma leiden und eine spezielle Behandlung benötigen. Zudem wird ihnen ein Deutschkurs angeboten. Dabei hilft ebenfalls die Kreisvolkshochschule. Sie hat Kursleiter für den Deutsch-Unterricht gewinnen können.

Das Schullandheim in Scweinrich

Das Schullandheim in Scweinrich.

Quelle: Wagener

Als Clearingstellen fungieren bisher das Schullandheim Schweinrich sowie spezielle Wohnungen in Neuruppin, in denen die Jugendlichen mit Hilfe eines freien Trägers betreut werden. 25 jugendliche Flüchtlinge befinden sich laut Sozialdezernentin Waltraud Kuhne bereits in Anschlussprojekten. Weitere 20 Jugendliche leben demnach inzwischen bei entfernteren Verwandten in Übergangswohnheimen in der Region.

Wie viele minderjährige Flüchtlinge kommen noch nach OPR?

Wie viele jugendliche Flüchtlinge der Landkreis in diesem Jahr aufnehmen soll, das ist unklar. Es gibt bislang keinerlei Prognosen – weil niemand weiß, wie viele Asylbewerber ungeachtet der intensiveren Grenzsicherungen in den Nachbarstaaten nach Deutschland kommen werden.

Jugendamtsleiter Andreas Liedtke hatte zuletzt mit knapp 100 Jugendlichen für dieses Jahr gerechnet und darauf gedrungen, dass sich die Behörde auf das Unterbringen und Betreuen von jugendlichen Flüchtlingen ohne Eltern vorbereitet. Nicht zuletzt deshalb war der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) um drei Stellen aufgestockt worden. Die seinerzeit 15 Mitarbeiter des ASD waren allerdings schon vor der Flüchtlingskrise überarbeitet. Sie mussten im Schnitt 63 Fälle pro Jahr bearbeiten. Das sind fast 30 mehr, als Experten der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement für vertretbar halten ( die MAZ berichtete).

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Von Andreas Vogel

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